Soziologie und Sozialpsychologie mit dem Schwerpunkt der interpretativen empirischen Sozialforschung

Portraet

Prof. Dr. Thomas Scheffer

Profil des Arbeitsbereichs

Die interpretative Sozialforschung befasst sich mit der unhintergehbaren Kontextgebundenheit jedweder Bedeutungsproduktion. Gesellschaftsmitglieder, inklusive Soziologinnen und Soziologen, handeln, sprechen, treffen Entscheidungen, haben Meinungen, verfassen Texte immer im Hinblick auf spezifische Zusammenhänge, Publika, Ausdrucksformate, legitime Erwartungen, etc. Aufgabe der Methoden interpretativer Sozialforschung ist es, Diskursdaten als pragmatischen Sprachgebrauch bzw. als diskursive Praxis systematisch in die Momente einzupassen, in denen hier/jetzt Sinn gemacht wird: im Gesprächsverlauf, in einer anhaltenen Diskussion, in einem rechtförmigen Verfahren oder der politischen Debatte, etc. 

Im Arbeitsbereich kommen solche Methoden zum Einsatz, die Diskurspraxen in institutionellen Rahmen nachvollziehen: in Gerichten, Polizeidienststellen, Anwaltskanzleien, Ausländerbehörden, Abgeordnetenbüros, sowie in den diskursiven Ereignissen und Prozessen, die dort jeweils systematisch und unter Hochdruck betrieben werden. Anspruch ist es, dichte Fallstudien zusammenzutragen und auf diese Weise sowohl die Methoden- und Theorienentwicklung (hier u.a. die trans-seqeuntielle Analyse und den dichten Vergleich) einerseits, als auch ein praxeologisches Verständnis im Sinne einer Mikrofundierung diskursiver Zusammenhänge andererseits zu befördern. Lehre und Forschung sollen jeweils eng verzahnt und integriert werden. Grundlagen bieten die empirischen Forschungen im Zuge des interpretativen und vor allem praxeologischen Turns.