Martina Kolanoski

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fachbereich Gesellschaftswissenschaften
Institut für Soziologie
Theodor W. Adorno Platz 6 (Fach PEG 21)

60629 Frankfurt am Main

Raum: PEG 3G 021
Tel: +49/69/798-36534
E-Mail: Kolanoski@em.uni-frankfurt.de

Sprechstunde:

Nach Vereinbarung


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Since 09/2016

Since 2013

Research Fellow at the University of Liverpool, School of Law and Social Justice, invited by Michael Mair (DAAD-funded)

Research Associate and PhD Candidate at Lehrstuhl für Interpretative Sozialforschung, Institut für Soziologie, Goethe Universität Frankfurt/Main

2011 - 2013 Research Associate in German-Israeli Research Project „Cultures of War Discourse“ by Prof. Dr. Thomas Scheffer (visiting professor), Ruhr-Universität Bochum
2010 -2011 Research Associate in offices of MPs at the German Parliament / Deutscher Bundestag (Department for Human Rights and Legal Affairs)
2005 - 2009 Universität Potsdam, Humboldt-Universität and Freie Universität Berlin: Magister / Master of Arts in Political Sciences, History and Public Law



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Lehre

Sommersemester 2019/Wintersemester 2019/20

Forschungspraktikum I + II: Verrechtlichung des Krieges

Das 2-semestriges Forschungsseminars „Verrechtlichung des Krieges“ richtet sich an Masterstudierende der Soziologie, der Politikwissenschaften sowie der Friedens- und Konfliktforschung zur eigenständigen Konzeption und Umsetzung empirischer Forschungsarbeiten (Soziologie-MA Modul Forschungspraktikum 1 und 2).

Termine: 17.4., 24.4., 8.5. dann zweiwöchentlich(mittwochs, 12-16 Uhr); Exkursion 19.-21.6.

Das rechtssoziologische Forschungsseminar untersucht die Potentiale, Probleme und Grenzen internationaler Strafgerichtsbarkeit anhand der Analyse professioneller Praktiken am International Criminal Court (ICC). Die Performanz des ICC wird in der Fachliteratur unterschiedlich bewertet. Während manche Autor*innen einen „globalen Trend hin zur Verrechtlichung des Krieges“ erkennen und schon das „Ende der Straffreiheit“ für Kriegsverbrecher kommen sehen, sind andere skeptischer. Letztere betonen etwa die (politisch motivierte) Selektivität des Gerichts, die Begrenztheit der Römischen Statuten oder Probleme der Beweisführung. Die im Seminar vorgeschlagene Forschungsperspektive fokussiert auf die praktischen Herausforderungen, vor denen MitarbeiterInnen bei der Aufarbeitung und rechtlichen Bewertung kriegerischer Gewalt stehen. Wie wird innerhalb konkreter Arbeitsabläufe um die (De)Legitimierung des Gerichtshof und seiner Verfahren gerungen? Wie wird die Weiterentwicklung des noch jungen Rechtsfeldes vorangetrieben? Im Forschungsseminar lernen die Studierenden die Grundlagen ethnomethodologischer Rechtsforschung und internationaler Strafgerichtsbarkeit kennen und beginnen dann mit der Arbeit an eigenen Fallstudien. Die empirische Grundlage der qualitativen Forschungsprojekte bieten die Prozessdaten des ICCs (online). Dieser Fundus von Prozessdaten bietet die Möglichkeit, Prozesse der Verrechtlichung, wie sie von Seiten der Politik- oder Rechtswissenschaft beschrieben werden, praxeologisch zu re-formulieren. Die Mikrofundierung der Verrechtlichung lässt sich so aus den Details der Praktiken, der Arbeitsweisen und Arbeitsgegenstände rekonstruieren. Dabei erforscht das Seminar Recht in seiner situierten Anwendung als Ressource  neben anderen Instrumenten und Technologien. Über die Dokumentenanalyse hinaus gilt es, die Daten als  Teil eines „natürlichen settings“ alltäglicher Arbeitsprozesse der internationalen Strafgerichtsbarkeit einzuordnen und in Ihrer praktischen Relevanz für die Teilnehmer zu verstehen. Im Sinne der ethnomethodologischen Studies of Work suchen wir daher den persönlichen Kontakt zum Forschungsfeld und  seinen Praktikern.

Im Anschluss an den theoretischen und methodischen Inhaltsblock erfolgt die Studienfahrt zum ICC,  wo die Studierenden der laufenden Verhandlungen beiwohnen. Zusätzlich sind ExpertInnengespräche mit Mitarbeiter*innen des ICCs, der Coalition of the International Criminal Court sowie des  Hague Insitute for Global Justice geplant. Die Exkursion ist integraler Bestandteil des Forschungsprozesses und bietet den Studierenden die einmalige Gelegenheit, Einblicke in die Arbeitsweise des ICCs zu bekommen. Ziel der Exkursion ist es, die Forschungsprojekte zu substantiieren und das bereits geweckte Forschungsinteresse zu vertiefen. Der Besuch der mündlichen Verhandlung kann Einblicke in die komplizierten Verhandlungsstrukturen und -dynamiken im internationalen Strafrecht geben. Die ExpertInnen können uns im Gespräch über Ihre Erfahrungen in der Arbeit am ICC sowie über aktuelle wie abgeschlossene Fälle berichten. Der Diskussions- und Gesprächsbedarf unserer Gruppe zielt auf verschiedene praktische Probleme der Arbeit am ICC, die sich aus den ersten Analysen des Datenmaterials ergeben. Dazu seien die folgenden benannt: a) spezifische Probleme der Beweisführung, die mit der Aufarbeitung kriegerischer Gewalt verbunden sind, b) Entwicklung und Herausbildung von Rechtsnormen am Fall, c) verfahrenstechnische Schwierigkeiten, d) das Zusammentreffen verschiedener Rechtskulturen am ICC, e) das Verhältnis von kollektiver Gewalt und individueller Verantwortung – die Konstruktion von „Hauptverantwortlichkeit“, sowie f) die Praktiken der (De)Legitimierung des Gerichtshof bzw. der Verfahren.

Literatur:

Bergmann, J. R. (2006) Studies of Work, S. 639–646 in F. Rauner (Hrsg.), Handbuch Berufsbildungsforschung (2. Aufl.). Bielefeld: Bertelsmann.

Cuff, E. C., & Sharrock, W. W. (2006) Chapter Seven: Ethnomethodology, S. 126–151 in E. C. Cuff & W. W. Sharrock, Perspectives in sociology (5. Aufl.). London: Routledge.

Dupret, B., Lynch, M., & Berard, T. (2015) Introduction: Law at work, S. 1–24 in B. Dupret, M. Lynch, & T. Berard (Hrsg.), Oxford studies in language and law. Law at work. Studies in legal ethnomethods. Oxford, New York: Oxford University Press.

Fry, E. (2014) The Nature of International Crimes and Evidentiary Challenges, S. 251–272 in E. van Sliedregt & S. Vasiliev (Hrsg.), Pluralism in international criminal law. Oxford, United Kingdom: Oxford University Press.

Stahn, C., & Jacobs, D. (2016) The Interaction between Human Rights Fact-Finding and International Criminal Proceedings: Toward a (new) topology. In P. Alston & S. Knuckey (Hrsg.), The Transformation of Human Rights Fact-Finding. Oxford University Press.

 

Sommersemester 2018

Masterseminar mit Professor Allain Pottage (Department of Law, London School of Economics and Political Science): Law’s Materials

Short Description: How does law bind? Conventionally, the answer to that question turns on an account of the force of moral obligation or the articulation of social power. In this seminar, we approach the question from a different perspective, that of law’s materials. An emerging tradition of scholarship has begun to explore the role of materials of different kinds in the fabrication of legal forms and practices. In particular, the study of documents has revealed how the material properties of documentary forms condition law’s apprehension – one might say ‘construction’ – of both persons and things, or of what actor-network theorists call ‘objectity’. Law works with a diversity of materials: inscriptions, documents, digital media, architectural forms, bodily gestures or dispositions, and so on. We focus on the uses and effects of these materials in different contexts. Drawing on empirical cases, we explore the modes of characterisation and attachment – ‘binding’ – in which legal materials are implicated, and, for each case, we mobilise a repertoire of specific material ‘exhibits’.

 

Sommersemester 2017/Wintersemester 2017/18

Forschungspraktikum I + II: Verrechtlichung des Krieges

Sommersemester 2016

Grundseminar: Einführung in die Rechtssoziologie (Bachelor)

 Masterseminar:  Verrechtlichung des Krieges: Praktiken, Formen und Grenzen

Studienexkursion zum Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, September 2016: Exkursionsbericht der Studierenden

Wintersemester 2015/16

Einführung in die Rechtssoziologie: Lektüreseminar (Bachelor)

Sommersemester 2015

Einführung in die Rechtssoziologie: Lektüreseminar (Bachelor), Freitags 12-14 Uhr; Raum PEG 1.G 150

Wintersemester 2014/15

Rechtssoziologische Schlüsselkonzepte: Lektüreseminar.  Dienstag 12-14 Uhr; Raum PEG 2.G 107

Sommersemester 2014

Verfahrenspraxis analysieren (Teil II) Zur demokratischen Bearbeitung militärischer Einsätze

Wintersemester 2013/14

Verfahrenspraxis analysieren (Teil 1): Zur demokratischen Bearbeitung militärischer Einsätze. Empirieseminar mit Prof. Dr. Thomas Scheffer (Di 16 -20 Uhr, 14-tägig, Beginn 15.10.13, Raum PEG 2 107)

Sommersemester 2013

Discourse Analytical Methods II: the case of "cultures of war discourse": OLAT

 

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Publikationen und Tagungsbeiträge

Veröffentlichungen

   

 Vorträge

  • SEEING or NOT SEEING legally prescribed categories: Video footage in legal and military sense-making, Vortrag auf dem Workshop “Killing in the name of: Interpreting Images of State Violence”, Wilfrid Laurier University, Brantford, Ontario, Canada, 14. Juli 2018.
  • Engaging Military Targets: Recognisability at the Moment of Attack, Vortrag auf dem American Sociological Association Meeting, Montreal, 15. August 2017.
  • The work of attack: Some initial observations, Vortrag auf der IIEMCA Konferenz, Columbus (Ohio), 12. Juli 2017.
  • The career of a target, Lehrvortrag im Rahmen des Postgraduate Module on Ethnomethodology and Conversation Analysis, University of Liverpool, 7. März 2017.
  • Assessing Military categorization work: Importing procedure external events, Vortrag auf dem 4. EMCA doctoral network meeting, Manchester, 6. November 2015.
  • Prozessuale MCA: Der umkämpfte Import verfahrensexterner Ereignisse, Vortrag auf dem Workshop „Ethnomethodologische Fallstudien zum Kriegsdiskurs“, Goethe-Universität Frankfurt/Main, 8. Oktober 2015.
  • Fehlannahmen und Fehlverhalten: die Aufklärung des ‚Kunduz-Luftangriffs‘, Vortrag auf der Tagung „Professionelles Fehlverhalten“, Goethe- Universität, Frankfurt/Main, 01. Oktober 2015.
  • Rechtsentwicklung beobachten: Von der Ethnomethodologie zur Analyse relationaler Netzwerke, Vortrag auf dem Workshop „Methoden der Rechtssoziologie“, Universität Konstanz, 4. März 2015.
  • (K)Einen Unterschied machen: Militärische Gewalt vor Gericht, Vortrag in der Veranstaltung der Sektion Rechtssoziologie „Ethnografie staatlicher Gewalt“ auf dem 37. DGS-Kongress, Trier, 8. Oktober 2014.
  • Making a legal case with military video material, Vortrag auf dem Workshop des internationalen Netzwerkes ‘Cultures of War Discourse’ (CuWaDis) “Accounting for combat-related killings”, Frankfurt/Main, 21. July 2014.
  • Unerheblich – Zur Fabrikation rechtlicher Irrelevanz durch die Generalbundesanwaltschaft im Fall Oberst Klein, Vortrag auf der interdisziplinären Tagung „Recht und Krise“ des Berliner Arbeitskreises Rechtswirklichkeit, Humboldt Universität, Berlin, 11. Oktober 2013.
  • Knowing how to know the enemy. Legal construction of appropriate categorization work in war, Vortrag auf der zweiten deutsch-israelischen Studierendenkonferenz ‘Cultures of War Discourse”, Hadassah Academic College, Jerusalem, 8. April 2013.
  • „Unwahrscheinliche Zivilisten“: Zur Kategorisierungsarbeit des Generalbundesanwalts im Fall Kunduz, Vortrag auf der Tagung „Räume eigenen Rechts“ der DGS-Sektion Rechtssoziologie und des Instituts für Kulturwissenschaftlichen der Universität Leipzig, Universität Leipzig, 22.Februar 2013.
  • Culture and War Discourse, Vortrag auf der ersten deutsch-israelischen Studierendenkonferenz „Cultures of War Discourse“, Ruhr-Universität Bochum, 28. Januar 2013.
  • Konstruktion von “Uns” und “den Anderen”: Kategorien im praktischen Kontext, Vortrag in der  Veranstaltung der Sektion Rechtssoziologie „Recht, Krieg und Gesellschaft“ auf dem 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Ruhr-Universität Bochum, 4. Oktober 2012.
  • Weak numbers, strong effects – some pragmatics of military calculation, Vortrag auf dem Workshop “Numbers: Empirical Stories and Analytical Framings” der Mercator Forschergruppe “Räume anthropologischen Wissens” an der Ruhr-Universität Bochum, 20. September 2012.
  • Germany: A “state of peace” in “war-like” operations, Vortrag vor Studierenden am Hadassah Academic College Jerusalem, 6. Juni 2012.
  • War Discourse in a “State of Peace”. Germany as a Culture distant from Combat Experience, Vortrag auf der Konferenz „Talking Peace, Making War“, am Harry S. Truman Research Institute for the Advancement of Peace, Hebrew University of Jerusalem, 28. März 2012.

 

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