Forschung

Allgemeine Forschungsinteressen

Meine methodische Interessen konzentrieren sich vor allem auf Ansätzen und Methoden der fallorientieren Forschung.
Hierzu zählen, u.a.:

  • Qualitative Comparative Analysis (QCA)
  • mengentheoretische Ansätze in den Sozialwissenschaften
  • Fallstudiendesigns und Process Tracing
  • Konzepte und Konzeptformierung

Meine inhaltlichen Forschungsinteressen liegen im Bereich der vergleichenden Politikwissenschaft:

  • politisches System der USA mit Fokus auf den US-Präsidenten sowie exekutiv-legislativ Beziehungen
  • Akteure und Prozesse von Gesetzgebung
  • politische Führung und politische Kommunikation
  • Demokratie und Demokratiequalität

Aktuelle Forschungsprojekte

Qualitäten angewandter Qualitative Comparative Analysis (QCA)

Gemeinsam mit Claudius Wagemann beschäftige ich mich mit der stetigen Verbesserung von Standards zur Konzeptualisierung und Anwendung von QCA. Dieses Engagement basiert u.a. auf früheren Arbeiten von Claudius Wagemann und Carsten Q. Schneider (Central European University Budapest). In jüngster Zeit haben wir hier etwa publizierte Studien in den Bereichen Soziologie und Business Management untersucht, wobei die Ergebnisse schwerwiegende Probleme in der Anwendung von QCA erkennen lassen, wodurch sogar die wesentlichen Befunde der betreffenden Veröffentlichungen in Frage gestellt werden müssen.

Vor diesem Hintergrund arbeitet unser Forschungsteam derzeit an einer gründlichen, systematischen Analyse zur Qualität von QCA-Anwendungen aus verschiedenen sozialwissenschaftlichen Forschungsdisziplinen. 


Variationen von Governance in hybriden Regimen. Unternehmen, Staat Und Zivilgesellschaft im heutigen Russland

Gefördert durch die DFG (01/2018 - 12/2020);
Leitung: Prof. Sabine Kropp, Prof. Katharina Blum (beide FU Berlin), Prof. Claudius Wagemann (Goethe-Universität)

Obwohl sich der Forschungsstand über den modernen Autoritarismus bzw. hybride Regime fortlaufend ausdifferenziert, gibt es wenige Untersuchungen, die Erkenntnisse liefern, wie diese Regime konkrete Policy-Issues bearbeiten. Das trifft insbesondere auf Russland zu, das einen „typical case“ neuer autoritärer bzw. hybrider Regime repräsentiert. Jüngere Studien belegen, dass der russische Staat regelmäßig auf Ressourcen von Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zurückgreift, um konkrete Policy-Probleme zu lösen. Während sich ein wachsender Teil der Literatur der Rolle der russischen Zivilgesellschaft in solchen Governance-Mustern widmet, ist die der Unternehmen weniger gut erforscht. (Para- )staatliche und private Unternehmen sind jedoch von besonderem Interesse, weil sie ressourcenstärker als zivilgesellschaftliche Akteure sind und sich z.T. auf internationalen Märkten bewegen. Sie stehen daher im Mittelpunkt des geplanten Projektes

Eine Arena, in der Interaktionen zwischen Unternehmen und staatlichen Akteuren stattfinden und in die teilweise auch NGOs einbezogen werden, stellen die Corporate Social Responsibility-Aktivitäten (CSR) von Großunternehmen in Russland dar. Im engeren Sinne beinhaltet CSR zwar ein freiwilliges Engagement; dies wird auch von russischen Wirtschaftsverbänden immer wieder betont. Von Beginn an wurde CSR aber auch von Seiten des Staates als Instrument genutzt, um Unternehmen in die restaurierte Machtvertikale einzubinden und sie auf staatliche Programme zu verpflichten. Dies gilt gerade für die regionale Ebene, deren Administrationen mit vielfältigen sozialpolitischen und Entwicklungsaufgaben belastet sind, ohne über ein ausreichendes Steueraufkommen zu verfügen. Geklärt werden soll, warum sich Unternehmen, staatliche Akteure und NGOs an CSR beteiligen, welche – mehr oder weniger institutionalisierten – Varianten von Governance sich aus ihren Interaktionen ergeben und wie diese mit vertikalen Instrumenten staatlicher Steuerung verknüpft sind. CSR dient somit als Anwendungsbeispiel, um Muster von Governance in neuen autoritären bzw. hybriden Regimen zu untersuchen.

Das Projekt bewegt sich an der Schnittstelle von Politikwissenschaft und Unternehmenssoziologie. Theoretisch wird dabei die Metagovernance-Perspektive mit Ansätzen der Ressourcendependenz und des –tausches verbunden. In vergleichend angelegten qualitativen Fallstudien werden verschiedene Branchen und Regionen untersucht. Ausgangspunkt der Erhebung bilden 21 Betriebe von Großunternehmen aus der Öl- und Gasindustrie, der Metallurgie und dem Handel in drei ausgewählten Föderationssubjekten (Wolgograd, Tyumen, Kemerovo). Mit dem Fallstudiendesign ist eine Qualitative Comparative Analysis (QCA) verknüpft, die es erlaubt, unterschiedliche Konfigurationen und Invarianten präzise herausarbeiten. Das Projekt erbringt daher auch einen methodologischen Mehrwert


Determinanten präsidentiellen Handelns und Erfolgs im Gesetzgebungsprozess der USA

Promotionsprojekt

Im Zuge meiner Promotion habe ich mich mit den Bedingungen präsidentiellen Handelns und Erfolgs des US-Präsidenten im Gesetzgebungsprozess beschäftigt. Dabei standen zwei Fragekomplexe im Vordergrund der Analyse:

  1. Welche Instrumente nutzt der Präsident, um seine politikinhaltlichen Präferenzen durchzusetzen? Welche Bedingungen beeinflussen den Einsatz unterschiedlicher Instrumente? Welche Muster lassen sich zwischen den unterschiedlichen Handlungsstrategien erkennen?
  2. Wie erfolgreich ist der Präsident, seine Politikpräferenzen im Gesetzgebungsprozess durchzusetzen? Welche Bedingungen determinieren die Erfolg und Scheitern des Präsidenten in der legislativen Arena?

Um diesen Fragekomplexen nachzugehen, wurden insgesamt 100 Gesetze analysiert, die während der Amtszeiten von William J. Clinton, George W. Bush und Barack H. Obama verabschiedet wurden.

zur Homepage der Professur


Abgeschlossene Forschungsprojekte

Forschungsvorhaben, die in den vergangenen Jahren abgeschlossen wurden:

  • Economic Crises and the Quality of Democracy: German Case Study (01/2014 - 06/2016)
  • Konzeption, Entwicklung und Durchführung von Planspielen für die sozialwissenschaftliche Lehre (09/2013 - 10/2015)
  • Revolving Doors in the United States and Europe (07/2013 - 12/2014)
  • Repräsentation von Frauen in Legislativen weltweit (04/2015 - 09/2015)