Prof. Dr. Vera King - Forschung

Forschungsprojekte

Das vermessene Leben. Produktive und kontraproduktive Folgen der Quantifizierung in der digital optimierenden Gesellschaft

Laufzeit: 02/2018-01/2021
Förderung: VolkswagenStiftung in der Förderlinie ‚Schlüsselthemen für Wissenschaft und Gesellschaft‘
Leitung: Prof. Dr. Vera King (Sprecherin; Goethe-Univ. & SFI Frankfurt/M.), Prof. Dr. Benigna Gerisch (IPU Berlin), Prof. Dr. Hartmut Rosa (Univ. Jena und Max-Weber-Kolleg Erfurt)
MitarbeiterInnen von V. King: Julia Schreiber, Micha Schlichting

Gegenstand des Projekts sind die ambivalenten Folgen einer in hohem Maße auf quantitative Steigerung ausgerichteten Optimierungslogik, wie sie im Zuge des digitalen Wandels an Bedeutung gewonnen hat. Mittels eines dreigliedrigen Projektdesigns sollen produktive und kontraproduktive Dimensionen der ‚Orientierung an der Zahl‘ und der Vermessung des Lebens im Kontext von organisationalen und individuellen digitalen Optimierungsprozessen und hinsichtlich ihrer intersubjektiven und psychischen Bedeutungen untersucht werden.
Das geplante Projekt baut somit auf das von der VolkswagenStiftung im Rahmen seines Programms ‚Schlüsselthemen für Wissenschaft und Gesellschaft‘ geförderte Projekt „Aporien der Perfektionierung in der beschleunigten Moderne. Gegenwärtiger kultureller Wandel von Selbstentwürfen, Beziehungsgestaltungen und Körperpraktiken“ (APAS) auf, das die Bedeutung und Folgen der Anforderungen an Optimierung sozialer Praxis in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern und Lebensbereichen und mit Blick auf Veränderungen kultureller Normen und Konstrukte von ‚Normalität‘ und ‚Pathologie‘ erforscht hat.

Die Teilprojekte untersuchen dazu folgende Bereiche digital quantifizierender Optimierung:

  • Tp I (Jena): Die Bedeutung von und Orientierung an Zahlen in den Handlungspraktiken und Interaktionsmodi professioneller Organisationen.
  • Tp II (Frankfurt/M.): Die Bedeutung von und Orientierung an Zahlen, insbesondere in der Beziehungsgestaltung in Social Media in Relation zur nicht-digitalen und face-to-face- Kommunikation (Frankfurt) sowie in Relation zu PatientInnengruppen (Berliner Sample).
  • Tp III (Berlin): Die Bedeutung von und Orientierung an Zahlen unter besonderer Berücksichtigung der Körperpraxis von PatientInnen sowie in Relation zu Nicht-PatientInnen (Frankfurter Sample).

Das Projekt setzt in seiner dreigliedrigen transdisziplinären Untersuchungsanlage und mittels Methodentriangulation (quantitative und verschiedene qualitative Zugänge) den im APAS-Projekt erfolgreich eingeschlagenen Weg fort, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Ebenen des Sozialen sowie die Spannung von Normierungen und Praxisveränderungen bis hin zu Überforderungs- und Pathologiepotenzialen zu analysieren sowie neue konzeptuelle und methodologische Zugänge zur Analyse der Vermittlungen von Gesellschaft und Individuum, Kultur und Psyche zu entwickeln.

Publikationen

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PROMOTIONSKOLLEG: Psychosoziale Folgen von Migration und Flucht - generationale Dynamiken und adoleszente Verläufe

Laufzeit: Projektbeginn 12/2018
Förderung:
Hans-Böckler-Stiftung
Leitung: 
Prof. Dr. Vera King (SFI & Goethe-Univ. Ffm), Prof. Dr. Patrick Meurs
(SFI Ffm. & Univ. Kassel), Prof. Dr. Heinz Weiß (SFI Ffm. & RBK Stuttgart)
in Kooperation mit Prof. Dr. Hans-Christoph Koller (Univ. Hamburg)
Koordination: Dr. Susanne Benzel

Das Promotionskolleg zielt auf die transdisziplinäre Erforschung der psychosozialen Folgen
von Migration und Flucht angesichts prekärer gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
Gegenstand der qualitativen Untersuchung bilden insbesondere Familienbeziehungen,
adoleszente Entwicklungen und Generationendynamiken im Kontext von Flucht und Migration.
Promotionsprojekte sind möglich in Soziologie und Sozialpsychologie, in
erziehungswissenschaftlicher Erforschung von Bildungsbiographien, in Kinder- und
Jugendpsychologie sowie in klinischer Psychoanalyse und Medizin/Psychosomatik.

Link zur Hans-Böckler-Stiftung

Integrationswege und adoleszente Entwicklungen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in vollstationären Jugendhilfeeinrichtungen (AUF) 

Laufzeit: 09/2017-02/2019
Förderung: Heidehof Stiftung
Leitung: Prof. Dr. Vera King (Goethe-Univ. & SFI Frankfurt/M.)
Mitarbeiterin: Mahsa Mitchell (SFI Frankfurt/M.)

Zentrales Anliegen des Projekts ist es, adoleszente Möglichkeitsräume, Integrationswege und Entwicklungsverläufe  unbegleiteter minderjähriger jugendlicher Flüchtlinge zu untersuchen, um einen Beitrag zur Förderung ihrer Integration zu leisten.
Hintergrund ist die deutliche Zunahme der Zahl der adoleszenten unbegleiteten Flüchtlinge in Deutschland in den letzten Jahren. Entsprechend groß sind die Herausforderungen - nicht zuletzt für die in diesem Projekt im Zentrum der Untersuchung stehenden vollstationären Jugendeinrichtungen, in denen sie untergebracht werden - hinsichtlich der Unterstützungsbedarfe und der produktiven, alters- und situationsangemessenen Begleitung der Adoleszenten mit oftmals sehr belastenden Fluchtbiographien.
Im Projekt wird das Zusammenspiel von biographisch erworbenen inneren Ressourcen mit den äußeren Verhältnissen im Kontext von Flucht, Asylsuche und/oder Neuorientierung in der Ankunftsgesellschaft analysiert und mit Blick auf Entwicklungsverläufe, auf Ressourcen, Hindernisse und Integrationswege der unbegleiteten adoleszenten Flüchtlinge rekonstruiert. Ziel ist dabei, strukturelle und persönliche Faktoren herauszuarbeiten, die unterstützend oder hemmend auf den Prozess ihrer Integration und produktiven psychosozialen Entwicklung wirken. Die Ergebnisse sollen u.a. auch in Empfehlungen für die praktische Arbeit mit UMF münden.

English Version

Vortrag von Vera King und Mahsa Mitchell zu „Adoleszente Entwicklungen unbegleiteter Flüchtlinge“
im Rahmen der Vortragsreihe 'Adoleszenz heute – zwischen sozialen Risiken und neuen Möglichkeitsräumen
Veranstaltungsort: FAPP Myliusstraße 20, 60323 Frankfurt, Hörsaal SFI
Veranstaltung: 09. November 2018, 19 Uhr

      

Geschlecht im Kontext der ‚Optimierung von Elternschaft‘ durch Reproduktionsmedizin

Laufzeit: 01.12.2018-31.08.2019
Förderung: Gleichstellungsbüro der Goethe-Univ. + Dekanat des FB 03, Förderlinie ‚kleine Genderprojekte‘ zur Nachwuchsförderung
Wiss. Leitung: Prof. Dr. Vera King (Goethe-Univ. + SFI), Julia Schreiber M.A. (Goethe-Univ. + SFI)

Die Pilotstudie zielt auf die Untersuchung des Verständnisses von Geschlechterrollen im Kontext der ‚Optimierung von Elternschaft‘ durch Reproduktionstechnologien. Es soll explorativ erforscht werden, wie sich Vorstellungen und Bedeutungen von Geschlecht und Elternschaft im Zuge der wachsenden Möglichkeiten zur Optimierung der biografischen Planung und Realisierung des Elternwerdens verändern. Dabei soll insbesondere auch differenziert werden, welche Motivlagen und Folgewirkungen mit reproduktionsmedizinischen Behandlungen verbunden sind.
In der Pilotstudie werden anhand von Interviews mit werdenden Eltern, die sich einer reproduktionsmedizinischen Behandlung unterzogen haben, Vorstellungen und Präsentationen von Geschlecht und Elternschaft im Kontext von Reproduktionsmedizin mit Blick auf folgende Fragestellungen untersucht: Wie werden individuelle Erfahrungen mit reproduktionsmedizinischen Behandlungen narrativ präsentiert und biografisch gedeutet und wie stehen sie im Zusammenhang mit Optimierungsanforderungen in Biografie und Lebensführung? Welche Bilder und Deutungen von Geschlecht und Elternschaft werden in den Interviews wirksam und auf welche gesellschaftlichen Vorstellungen und geschlechtsspezifischen Stereotype wird dabei Bezug genommen? Auf welche Weise fließen normative Orientierungen zu Reproduktionsmedizin in die Selbstpräsentationen und Genderkonstruktionen ein?

     

Geschlechtstypische adoleszente Selbst- und Körperdarstellungen in Social Media

Laufzeit: 15.10.2017-15.4.2018
Förderung: Gleichstellungsbüro der Goethe-Univ. + Dekanat des FB 03, Förderlinie ‚kleine Genderprojekte‘ zur Nachwuchsförderung
Wiss. Leitung: Prof. Dr. Vera King, Dr. Susanne Benzel, unter Mitwirkung von Simone Rassmann, den stud. Hilfskräften Jana Kim und Arthur Polunin sowie Tamara Schwertel und Laila Hamdi (Praktikantinnen)

Die Studie zielte auf die Untersuchung von geschlechterbezogenen Selbst- und Körperdarstellungen Adoleszenter in Social Media. Von besonderem Interesse sind dabei die Spannung zwischen Erweiterung und Normierung von Kommunikationsspielräumen im Zuge der Digitalisierung sowie die Relationen von Online-Selbst- und Körper-Darstellungen einerseits und Offline-Darstellungen andererseits aus der Sicht der Jugendlichen (vgl. dazu King 2016 (“If you show your real face, you’ll lose 10 000 followers” – The Gaze of the Other and Transformations of Shame in Digitalized Relationships. In: CM: Communication and Media Vol 11, No 38 /2016) sowie King 2018 (Geteilte Aufmerksamkeit. Kultureller Wandel und psychische Entwicklung in Zeiten der Digitalisierung. In: Psyche – Z Psychoanal, 72. Jahrgang, Heft 8, 640-665).
Dazu wurden Selbst- und Körperdarstellungen in Social Media u.a. mit Blick auf folgende Fragestellungen untersucht: Wie stellen sich weibliche und männliche Heranwachsende in Social Media dar und welche Visualisierungsstrategien wenden sie dabei an? In welcher Weise stehen Visualisierungs- und Darstellungspraxen mit Anerkennungsdynamiken in Verbindung? Wie werden darüber adoleszenzspezifische Entwicklungsthemen bearbeitet?

 

Aporien der Perfektionierung in der beschleunigten Moderne. Gegenwärtiger kultureller Wandel von Selbstentwürfen, Beziehungsgestaltungen und Körperpraktiken (APAS)

Laufzeit: 12/2012-04/2018
Förderung: VolkswagenStiftung, Förderinitiative „Schlüsselthemen für Wissenschaft
und Gesellschaft“
Leitung: Prof. Dr. Vera King (Sprecherin, Hamburg), Prof. Dr. Benigna Gerisch (Berlin),               Prof. Dr. Hartmut Rosa (Jena)
MitarbeiterInnen von V. King: Julia Schreiber, Niels Uhlendorf, Katarina Busch

Ausgangspunkt des Projekts ist der Befund, dass sich moderne Gesellschaften westlichen Typs dynamisch reproduzieren, d.h. auf stetigem Wachstum und Innovation basieren, und dass sich im Zuge dessen die Modi der Effektivitätssteigerung verändern. So impliziert dynamisches Wachstum nicht nur die Beschleunigung sozialer Prozesse, sondern erfordert permanente Optimierung sozialer Praxis in unterschiedlichen Lebensbereichen. Die verschiedenen, teils auch im Verhältnis zueinander strukturell entgegengesetzten Optimierungslogiken in differenten Teilbereichen müssen auf der Ebene individueller Lebensführung wiederum integriert und in diesem Sinne zu perfektionieren versucht werden.
Projektleitend ist somit die Annahme eines spezifischen Zusammenhangs von Beschleunigung, Optimierung und Perfektionierung, dessen Untersuchung auf verschiedenen Ebenen des Sozialen aussteht. Ausgehend von der Vermutung, dass die Anforderungen an perfektionierte Lebensführung biografische Muster und Bewältigungsformen begünstigen, die systematisch die – für das gesellschaftliche Funktionieren und die Reproduktion zugleich unverzichtbaren – Ressourcen sozialer Beziehungen und psychischer Verarbeitungskapazitäten zu unterminieren neigen, untersuchen wir insbesondere die potentiell kontraproduktiven Folgewirkungen der Perfektionierungsansprüche.

Im Zentrum stehen daher für alle Teile des Projekts die Fragen, wie sich die fortwährende gesellschaftliche Dynamisierung des Wettbewerbs und der Anerkennungsstrukturen in Perfektionierungszwänge für die Subjekte übersetzt und welche Konsequenzen dies für soziale Beziehungen und Selbstentwürfe auch auf der Ebene der Körper-Selbstverhältnisse hat. Dazu wurde ein dreigliedriger, eng aufeinander bezogener, mehrere Ebenen des Sozialen vermittelnder und zugleich mehrdisziplinärer Zugang entwickelt, bei dem verschiedene qualitative und quantitative Methoden kombiniert werden:
Im ersten Teilprojekt (Rosa) wird aus makrosoziologischer Perspektive die Matrix einer Zeit- und Gesellschaftsdiagnose erarbeitet, die im zweiten Teilprojekt (King) durch eine biografieanalytische Mikroanalyse unter Einbezug generationaler Aspekte von Sozialisationsprozessen sowie psychischen Verarbeitungsmustern weiter ausdifferenziert wird, während im dritten Teilprojekt (Gerisch) die Auswirkungen auf den Ebenen des Psychischen mit Blick auf die Umschlagstelle von Selbstoptimierung und Autodestruktion fokussiert werden.

Der innovative Gewinn dieses dreigliedrigen Forschungsansatzes liegt insgesamt in der Möglichkeit, den sozialtheoretisch offenen Fragen zur komplexen Vermittlung von Sozialem und Individuellem im Kontext der dargelegten kulturellen Wandlungsprozesse nachgehen zu können. Entsprechende Ergebnisse sind sowohl für die Sozialisations- und Entwicklungsforschung als auch für den klinisch-diagnostischen und präventiven Bereich relevant und darüber hinaus auch in gesellschaftstheoretischer Hinsicht von großem Interesse.

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Publikationen

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Erfolgreiche und nicht-erfolgreiche Bildungsverläufe junger Männer aus italienischen Migrantenfamilien - Transmission und Transformation in adoleszenten Generationenbeziehungen

Laufzeit: 11/2011-02/2015
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Förderinitiative „Empirische Bildungsforschung“, Bereich „Chancengerechtigkeit und Teilhabe/Bildungsverläufe und individuelle Bildungsprozesse“
Leitung: Prof. Dr. Vera King (Hamburg), Prof. Dr. Hans-Christoph Koller (Hamburg)
MitarbeiterInnen: Kathrin Böker, Michael Tressat

Anknüpfend an das DFG-Projekt ‚Bildungskarrieren und adoleszente Ablösungsprozesse bei männlichen Jugendlichen aus türkischen Migrantenfamilien‘, stand auch hier eine komplexe multimethodische qualitative Untersuchung im Zentrum, die die Migrationsbiographien der Eltern und psychosoziale Entwicklungen der adoleszenten Söhne in Verbindung mit ihren Bildungskarrieren nachzeichnete. Zentrale Forschungsfragen lauteten: Wie wirken sich die Migrationsgeschichten italienischer Familien, insbesondere die Bedingungen und Arten ihrer Bewältigung, auf die Generationenbeziehungen aus - und inwiefern beeinflussen sie die psychosoziale Entwicklung der Kinder sowie die Bildungsverläufe in der Adoleszenz?
Dazu wurden 63 biografisch-narrative Interviews mit 28 jungen Männern zwischen 18 und 27 Jahren mit italienischem Migrationshintergrund geführt. Zusätzlich wurden ihre Eltern in 35 Interviews befragt. Die interviewten Söhne unterschieden sich hinsichtlich ihres formalen Bildungserfolgs: Etwa die Hälfte hatte Abitur oder einen vergleichbaren Bildungsabschluss, die andere Hälfte nicht. Zwischen der Generationenbeziehung, der Entwicklung der Jugendlichen und den Bildungsverläufen zeigten sich typisierbare Zusammenhänge.

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Publikationen (Auswahl)  

   

Adoleszente Individuation, soziale Herkunft und Studienerfolg, am Beispiel von Studierenden der Informatik

Pilotstudie in Kooperation mit Prof. Dr. Tobias Häberlein (Informatik, Hochschule Albstadt-Sigmaringen)
Laufzeit: 05/2013-09/2013
Förderung: Finanzierung aus Mitteln des Projekts „Lernwelten“ (Prof. Dr. T. Häberlein), gefördert im Rahmen der Förderlinie 'Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre' des Stifterverbands der deutschen Wissenschaft durch die Dieter Schwarz Stiftung
Leitung: Prof. Dr. Vera King
Mitarbeiterin: Nina Berding

   

Lebensentwürfe und Lebensgeschichten Jugendlicher mit Migrationshintergrund in Deutschland und Frankreich: Bildungsprozesse und Sozialisation

Deutsch-französisches Kooperationsprojekt
Laufzeit: 2008-2012
Förderung: Deutsch-französisches Jugendwerk
Leitung: Prof. Dr. L. Colin (Paris), Prof. Dr. V. King (Hamburg), Prof. Dr. B. Müller (Berlin/Hildesheim), Prof. Dr. A. Terzian (Paris)
Beteiligte NachwuchswissenschaftlerInnen und Mit-AutorInnen der Abschlussmonographie aus Deutschland: Prof. Dr. Marga Günther, Elvin Subow, Michael Tressat, Dr. Martin Bittner, Dr. Anke Wischmann, Janina Zölch
Homepage: https://www.dfjw.org/ressourcen/lebensgeschichten-junger-frauen-und-manner-mit-migrationshintergrund-in-deutschland-und-frankreich.html 

In diesem deutsch-französischen, zweisprachigen und interkulturellen, Forschungsprojekt wurden biographische Interviews mit jungen Männer und Frauen erhoben und analysiert, deren Leben von Migration nach Deutschland und Frankreich geprägt ist. Es wurde untersucht, wie in beiden Ländern die Bedingungen des Aufwachsens und individuelle Strategien der Bewältigung aufeinander einwirken.
Wie beschreiben junge Männer und Frauen mit Migrationshintergrund sich selbst, ihr Leben, ihre Entwicklung und den Blick des Anderen in Deutschland und in Frankreich?
Welche Transformationsprozesse, Lebensentwürfe und Zukunftsperspektiven sind damit verbunden?
Ein Untersuchungsgegenstand sind die bislang noch wenig ausgeloteten Erkenntnismöglichkeiten und methodischen Fragen bi-nationaler interkultureller Forschung.

Das 2013 erschienene Buch ‚Lebensentwürfe und Lebensgeschichten Jugendlicher mit Migrationshintergrund in Deutschland und Frankreich: Bildungsprozesse und Sozialisation‘ ist Ergebnis der binationalen Forschungswerkstätten mit wissenschaftlichem Nachwuchs – Postdocs, Promovenden und Studierende, aus beiden Ländern, unter der Leitung von den Herausgebern Vera King und Burkard Müller, gemeinsam mit Lucette Colin und Anna Terzian von der Universität Paris VIII.
Herausgeberinnen der französischen Fassung: ‚Chercher sa voie. Récits de jeunes issus des migrations en France et en Allemagne. Téraèdre, Paris, erschienen 2016, sind Lucette Colin und Anna Terzian.

Publikationen   

   

Bildungskarrieren und adoleszente Ablösungsprozesse bei männlichen Jugendlichen aus türkischen Migrantenfamilien

Laufzeit: 01/2008-12/2010
Förderung: DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)
Leitung: Prof. Dr. Vera King (Hamburg), Prof. Dr. Hans-Christoph Koller (Hamburg)
MitarbeiterInnen: Javier A. Carnicer, Janina Zölch

Um den bisher wenig erforschten Gründen für das schlechtere Abschneiden der jungen Männer mit Migrationshintergrund nachzugehen, gelten qualitative Untersuchungen als Desiderat, die sowohl positive als auch negative Bildungskarrieren nachzeichnen und deren Bedingungen rekonstruieren. An diesem Punkt setzt das Projekt an, das das Ziel verfolgt, biographische Verläufe erfolgreicher und nicht-erfolgreicher Bildungskarrieren von männlichen Adoleszenten aus türkischen Migrantenfamilien zu rekonstruieren und zu kontrastieren, um dadurch Aufschlüsse darüber zu gewinnen, was zu den Unterschieden in den Bildungsverläufen führt. Den theoretischen Hintergrund des Vorhabens bildet die Annahme, dass Bildungskarrieren entscheidend von der Art und Weise beeinflusst werden, in der die Jugendlichen die doppelte Herausforderung bearbeiten, die mit Adoleszenz und Migration verbunden ist. Im Zentrum der Untersuchung stehen deshalb die Wechselbeziehungen zwischen adoleszenten Ablösungsprozessen und Bildungsverläufen unter Migrationsbedingungen. In der folgenden Projektphase sollen in diesem Zusammenhang insbesondere die Art der elterlichen Bewältigung der eigenen Migrationserfahrung und ihre Folgen für die Adoleszenz der Söhne, sowie die im Zuge der Migration veränderten Positionen des Vaters und die Rolle der Geschwister genauer untersucht werden.

Link zu gepris

Zusammenfassung der Projektziele und -ergebnisse

Publikationen (Auswahl)

   

Bildung und soziale Ungleichheiten (‚class’, ‚gender’ ethnicity’): Rekonstruktion von Bildungsaufstiegsbiografien junger Männer und Frauen mit und ohne Migrationshintergrund

Laufzeit: 2006
Förderung: Max-Traeger-Stiftung
Leitung: Prof. Dr. Vera King

In diesem Projekt wurden ca. 60 narrative bildungsbiographische Interviews mit weiblichen und männlichen Studierenden mit und ohne Migrationshintergrund, deren Eltern kein Abitur hatten, durchgeführt und ausgewertet – im Zuge dessen wurden verschiedene Typen der Verarbeitung der mit Bildungsaufstieg verbundenen Anforderungen herausgearbeitet. Im Zentrum standen insofern auch die verschiedenen Mechanismen der (Reproduktion und) Transformation sozialer Ungleichheiten. Das Projekt begann als Lehrforschungsprojekt, weitere Erhebungen und Auswertungen wurden finanziert aus universitären Mitteln und unterstützt von der Max-Träger-Stiftung.
Als Bildungsaufstieg wurden Konstellationen gefasst, bei denen Kinder aus bildungsfernen Familien bildungserfolgreich sind und in diesem Sinne Herkunftsbedingungen umgestalten. Es wurden Verläufe ohne Migrationshintergrund und mit Migrationshintergrund (aus verschiedenen Herkunftsländern) kontrastiert und übergreifend typische Varianten der Bewältigung strukturellen Anforderungen des Bildungsaufstiegs rekonstruiert. Ziele waren insofern die Bestimmung des im Falle einer Transformation von Herkunftsbedingungen zu Bewältigenden sowie die empirische Rekonstruktion typischer Bewältigungsmuster – u.a. auch mit Blick auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Bildungsaufstiegs mit und ohne Migrationshintergrund.

Publikationen


Forschungsschwerpunkte