Frauenraum

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Nutzung des Feministischen Salons – Frauen*raum

Der Feministische Salon – Frauen*raum ist ein selbstverwalteter Ort von Frauen* für Frauen*, welcher von gegenseitiger Rücksichtnahme und Respekt geprägt ist.

Der Raum steht frei für:

  • Frauen*, die sich gerne miteinander austauschen möchten – über Uni-Alltag, politische Aktivitäten etc.
  • Frauen*, die einen Schutzraum und/oder ein solidarisches Gespräch mit anderen Frauen* suchen
  • feministische Gruppen und Veranstaltungen

Der Raum ist gleichzeitig Gremienraum und Arbeitsraum der Frauenrätinnen der Fachbereiche 03, 04, 05 und 11 sowie der Fachschaft des Fachbereichs 03.

Was der Raum nicht ist:

Der Feministische Salon – Frauen*raum ist KEINE Teeküche. Personen, die eine Teeküche suchen, können die Küche des Dekanats FB 03 am anderen Ende des Ganges nutzen.

Für Anmeldungen von feministischen Gruppen und Veranstaltungen oder bei Fragen wendet euch an den Frauenrat 03.

Wir wünschen euch viel Spaß bei der Nutzung des Raumes, viele nette Begegnungen, interessante Gespräche und Veranstaltungen!

Eure Frauenrätinnen der Fachbereiche 03, 04, 05 und 11

Frau* soll Ausdruck Vielzahl geschlechtlicher Lebensweisen sein, wobei jedoch die Kategorie und Position Frau ihr realexistierende Wirkmächtigkeit hat, aus diesem Grund das beibehalten des Begriffs Frau und die Irritation durch das Sternchen.


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Lageplan


Frauen*raum/ feministischer Salon

Was ist ….?

Im Turm auf dem ehemaligen Campus Bockenheim gab es über 25 Jahre das Frauencafé im 21. Stock. Mit dem Umzug des Fachbereichs 03 ins PEG auf den Campus Westend drohte diese Struktur zu verschwinden, es konnte  jedoch , trotz Widerstände von Seiten der Universitäts- und Fachbereichsleitung , sich dank studentischer Unterstützung durch  die Fachschaft ein Raum erstritten werden, in dem nun die Idee des Frauencafés fortgeführt aber auch weiterentwickel wird.

Im PEG 2G 215 befindet sich nun der Feministische Salon.  Den  Salon sollen Frauen* nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen nutzen können, sei es um sich zu entspannen, zurückzuziehen,  zu vernetzen oder  auch um sich regelmäßig zu treffen, sei es zum Plenum, zum Lesekreis oder  Frühstücken. Wichtig ist vor allem, dass dieser  Raum in unterschiedlicher Form gefüllt, gestaltet wird und das sich die Frauen* die den Salon nutzen wollen wohl fühlen.

Mit der Bezeichnung »Salon« soll Bezug genommen werden auf jenes Phänomen, das im 17. Jahrhundert in Frankreich entstanden ist, sich im 18. und 19. Jahrhundert ausgeprägt hat und noch in letzten Zügen auch im 20. Jahrhundert anzutreffen war. Dabei sind sowohl Assoziationen zu rauchenden und trinkenden Abendgesellschaften, wie auch zu gehobenem intellektuellem und künstlerischem Austausch denkbar. Die entscheidende Figur zu allen Zeiten und Orten war dabei die Salonnière; sie hat die Salons ins Leben gerufen, war Gastgeberin, oftmals intellektuelles Zentrum, Kritikerin, Ratgeberin, Mentorin und Freundin. Damit waren die Salons nicht nur die Erfindung von Frauen, sondern dienten ihrer Selbstverwirklichung und ihrem Streben nach (politischer und gesellschaftlicher) Freiheit.

Der Kreis der Auserwählten, derjenigen die in den Salons regelmäßig zusammenkamen, war dabei zwar zwanglos, aber durchaus elitär. Die Salonnière bestimmte, wer Zugang zum Salon bekam, wer eingeladen wurde, welche Gäste mitgebracht werden durften. Wichtigstes Kredo war das Ideal der Französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit bzw. Schwesterlichkeit. So waren die Salons in ihren besten Tagen von Toleranz, Kosmopolitismus und Weltbürgertum geprägt.

Die Salons stellten lange Zeit den einzigen Raum dar in dem zumindest die Frauen der bürgerlichen Klasse Zugang zur Öffentlichkeit hatten und vor allem Zugangsmöglichkeiten zu Bildung bekamen.  Unter diesen Bedingungen sind die Salons als notwendige historische Voraussetzung für die Frauenbewegung zu verstehen; sie sind die Wiege der frühen Frauenbildungsvereine und ähnlicher sozialpolitischer Unternehmungen.

Es dürfte klar sein, dass eine Bezugnahme auf die Salons der vergangenen Jahrhunderte keine kontinuierliche Aneignung und Weiterführung sein kann. Sich ungebrochen auf die Salons zu beziehen, würde den elitären Charakter der Salons ausblenden, blieb die Beteiligung an den Salons doch weiterhin nur den Wenigen aus der bürgerlichen Klasse vorenthalten. Außerdem verstehen wir eine emanzipatorische Praxis keinesfalls als ein Rückkehren in die Gesellschaftsstrukturen des Bürgertums.

Dennoch bleiben viele Momente des Phänomens aktuell bzw. weisen auf Probleme, Schwierigkeiten und Möglichkeiten für Heute hin. Im Folgenden sollen einige Anknüpfungspunkte für unseren Raum dargestellt werden.

Ein wichtiges Element der Salons ist die Selbstermächtigung. Niemand hat den Frauen damals gesagt, sie sollen Salons gründen. Frauen haben sich schlicht den Raum und die Zeit genommen zu verwirklichen, was ihnen wichtig war. Bald wurde klar, dass hier eine intellektuelle Auseinandersetzung möglich wird, die sonst verwehrt wurde. Der sonst versperrte Weg zu Bildung und Öffentlichkeit wurde über diesen Umweg doch erreicht. Dass wir heute diesen Raum an der Uni haben ist damit in gewisser Hinsicht auch das Verdienst dieser Frauen. Wir müssen heute nicht mehr um den Zugang zu Bildung kämpfen  müssen aber immer noch um bestimmte Positionen beispielsweise im akademischen Betrieb kämpfen. Es kann sich nicht der Illusion hingegeben werden, die Universität sei nicht Teil der gegebenen Herrschaftsstrukturen kapitalistischer Vergesellschaftung. Die in der Gesellschaft bestehenden  patriarchalen, (hetero-) sexistischen Verhältnisse reproduzieren sich auch an der Universität.

Gleichzeitig ermöglicht uns auch der universitäre rahmen dem etwas entgegenzusaetzen. Aus diesem grund nutzen wir das Vorrecht der Salonnières durchaus und bestimmen wer Zugang zu unserem Salon hat und wer nicht. In diesem Sinne ist es richtig, dass nur einem »Kreis der Auserwählten« der Zugang gewährt wird. Zu diesem Kreis gehören Alle die die sich als Frauen*verstehen oder/und als solche gelesen werden. 

Mit dem Begriff Frau*, soll verdeutlicht werden, dass nicht von einer biologistisch oder essentialistischen Vorstellung von „Frauen“ und“ Männern“ ausgegangen wird. Die gesellschaftlich bestimmende heteronormative  Idee es gäbe nur „Frauen“ und „Männer“,  und die seien von Natur aus definiert, soll mit dem Begriff markiert  und verworfen werden.  Es soll verdeutlicht werden, dass Geschlecht (-erverhältnisse) im historisch- gesellschaftlichen Kontext konstruiert, verankert und umkämpft ist. Wobei nicht die bestehende Geschlechterordnung ignoriert werden soll,  hierin liegt überhaupt die Notwendigkeit für einen Frauen*raum der offen ist, für Alle die die sich als Frauen*verstehen oder/und als solche gelesen werden. Die hierarchischen Momente in denen sich die Geschlechterverhältnisse bewegen, gehen immernoch mit Privilegien einher die meistens oder nur Männern zustehen, die Struktur der feministische Salons soll durch ihren teilweißen Ausschluss eben diese Privilegien sichtbar machen und im selben Moment ein  Raum zur Selbstermächtigung von Frauen sein. In diesem Kontext ist der feministische Salon auch eine Form des Frauen*raums.  Er soll von Frauen* selbstverwaltet werden, um auch ein Stück weit, die Möglichkeit des Rückzugs aus dem heterosexistischen Alltag zu ermöglichen und somit auch eine Form des Schutzraums (soweit dies möglich ist) zu werden. Aus diesen Gründen ist der Frauen*raum bewusst nicht generell offen für alle Geschlechter.

Für bestimmte Anlässe und Veranstaltungen soll der feministische Salon für all gender/ alle Geschlechter geöffnet werden. Das der Raum in diesem Kontext auch für all gender geöffnet wird, entsteht aus einer Notwendigkeit heraus, aus der prekären Position kritischer feministischer Inhalte und den unzureichenden dafür im weitesten Sinne zur Verfügung stehenden Raum an der Universität. Dafür ist auch der feministische Saslon keine Lösung, wie in so vieler Hinsicht nicht, aber eben auch nicht nur eine Teeküche.  (sondern ein Versuch der Kritik)

Die Frage nach der Aktualität eines Salons lässt sich auch daran erkunden, inwiefern die Ziele, Versprechen und Hoffnungen der Salons verwirklicht worden sind. Freiheit, wahre Humanität, die Idee einer freien Assoziation freier Individuen harren ihrer Verwirklichung noch aus. So steckt in der Umbenennung auch ein gewisser Hang zur »Salon-Romantik« und damit verbunden ein Hauch von melancholischem Rückblick auf all die ungenutzten Möglichkeiten, letztlich das Scheitern der Menschheit sich als solche erst zu konstituieren. In dieser Melancholie soll aber gerade das »Dennoch« zur Geltung kommen: dass die Versprechen doch eingelöst werden können. In diesem Sinne sollte unser Salon auch als jener utopische Raum gedacht werden, den ja auch damals die Salons in gewisser Hinsicht dargestellt haben: ein Raum in dem möglich ist, was in der Gesellschaft (noch) unmöglich erscheint.

... Ganz abgesehen natürlich von der Vorstellung mondäner rauchschwaden-durchzogener intellektueller, künstlerischer, literarischer, politischer Nachmittage und Abende – mit Champagner und Whiskey!

Still loving feminism.

Kommt vorbei!

Frau* soll Ausdruck Vielzahl geschlechtlicher Lebensweisen sein, wobei jedoch die Kategorie und Position Frau  ihr realexistierende Wirkmächtigkeit hat, aus diesem Grund das beibehalten des Begriffs Frau und die Irritation durch das  Sternchen.