Melanie Schreiber

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Goethe-Universität Frankfurt
Fachbereich Gesellschaftswissenschaften
Raum 2G.144
Campus Westend - PEG-Gebäude
Theodor-W.-Adorno-Platz 6, Hauspostfach 35
60629 Frankfurt
Telefon: +49 (0)69 798-36706
E-Mail: schreiber@soz.uni-frankfurt.de 
 Sprechstunde: Mittwoch 14 - 15 Uhr (nur nach Voranmeldung)


VITA ARBEITSGEBIETE  |  LEHRE  |  


Vita

seit 10/2014

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Prof. Birgit Becker, Goethe Universität Frankfurt

seit 03/2008

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Dekanat Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Studienberatung

09/2007– 03/2008

Wissenschaftliche Hilfskraft Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Studienberatung

10/1999 - 06/2006

Studium der Soziologie, Politologie und Psychoanalyse, Goethe-Universität Frankfurt

nach oben



Arbeitsgebiete

  • Politische Bildung
  • Rechtsextremismus
  • Erinnerungskultur
  • Gender Studies
  • Intersektionalität

nach oben



Lehre

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2019/2020

BW-C/Sb2: Soziale, kulturelle und geschlechtsspezifische Lebens- und Lernbedingungen:Intersektionelle Bildungsungleichheiten: race-class-gender

Nicht nur international vergleichende Schulleistungsstudien weisen immer wieder darauf hin, dass das deutsche Bildungssystem soziale Ungleichheiten reproduziert. Kritiken beziehen sich auf institutionelle Diskriminierungen, Begabungsideologien, den monolingualen Habitus von Schule und die Festschreibung von Geschlechterhierarchien. Im Seminar soll anhand einschlägiger empirischer Daten diesen Kritiken nachgegangen und herausgearbeitet werden, wie sich soziale Ungleichheiten über die soziale Herkunft, ethnische oder kulturelle Zuschreibungen und Geschlechterbilder miteinander verschränken und in pädagogischen Diskursen artikulieren.

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2019


BW-C/Sb3: Erinnern für eine demokratische Zukunft? Auschwitz als Lernort

"Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz" sagt Bundespräsident Gauck in seiner Rede zum 70jährigen Jubiläum der Befreiung von Auschwitz. Seine Rede endet mit einem moralischen Auftrag, auf den die Erinnerung verpflichte „Schützt und bewahrt die Mitmenschlichkeit. Schützt und bewahrt die Rechte eines jeden Menschen.” Die Rede Gaucks verdeutlicht, dass an die Aufarbeitung und Erinnerung der Geschichte der nationalsozialistischen Verbrechen die Erwartung geknüpft ist, aus der Geschichte Lehren zu ziehen im Hinblick auf eine friedliche und demokratische Zukunft.
Auch die zuletzt öffentlich geführte Debatte um verpflichtende Gedenkstättenbesuche von Schülerinnen und Schülern, als Reaktion auf die Zunahme antisemitischer Artikulationen und Handlungen, verdeutlicht die starken Erwartungen, die an die Wirkung historisch-politischer Bildung gestellt werden. So argumentieren die Befürworter_innen, dass die Konfrontation mit dem Ort der Verbrechen eine präventive Wirkung gegen Antisemitismus und Rassismus entfalte. Die Auseinandersetzung mit den vergangenen Verbrechen soll dazu beitragen, hinsichtlich Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus in der Gegenwart zu sensibilisieren sowie Toleranz, Zivilcourage und Demokratie zu fördern und zu festigen. Wie dieses Lernergebnis sichergestellt werden könne, ist in der politischen Bildung höchst umstritten, Fachkräfte der Politischen Bildung und der Gedenkstättenpädagogik haben diese Anrufung und Erwartung an das Ergebnis der Bildungsprozesse bereits vielfach problematisiert. Herausforderungen wie beispielsweise das Spannungsverhältnis zwischen klarer Wertorientierung und dem möglicherweise von Lernenden empfundenen moralischen Konformitätsdruck bei der Auseinandersetzung mit nationalsozialistischer Vergangenheit, der gleichgültige oder ablehnende Reaktionen begünstigt und eine aktive Aneignung verstellt, werden im Rahmen des Seminares bearbeitet.
Weitere Fragestellungen, die im Seminar diskutiert werden, sind: Welche Herausforderungen ergeben sich heute, über 70 Jahre nach dem Ende des NS, in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Shoah? Welche Praktiken des Gedenkens und Erinnerns haben sich in Deutschland entwickelt? Wie werden diese Praktiken in den Bildungsinstitutionen vermittelt? Wie kann der Besuch von Gedenkstätten zur demokratischen Bildung beitragen?

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2018/2019

BW-E/Sb1: Europäisierung und Ökonomisierung der Bildung? Einführung in zentrale konflikthafte Prozesse im Bildungswesen

Als Problem der Entwicklung eines europäischen Bildungsraumes wird häufig eine zunehmende Ökonomisierung der Bildung festgestellt. Insbesondere mit den PISA-Studien und dem sogenannten Bologna-Prozess haben sich die Bildungsinstitutionen wie auch die Idee dessen, was Bildung sei, stark verändert. Im Seminar soll diskutiert werden, was überhaupt Ökonomisierung im Zusammenhang mit der Europäisierung des Bildungsraumes heißen soll und welche Probleme sich mit den genannten Prozessen ergeben.

 

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2018

BW-C/Sb3: Demokratische Werte und Normen: Erziehung zur Mündigkeit

"Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung" (Adorno 1966) 
Dieser Satz, den Theodor W. Adorno in einer Rundfunkansprache im Rahmen der Sendereihe „Bildungsfragen der Gegenwart” im Hessischen Rundfunk äußerte, hat die kritische Pädagogik und Politische Bildung stark beeinflußt. Wie kann sich Bildung und Erziehung überhaupt auf Auschwitz beziehen? Welche politischen Konsequenzen ergeben sich aus dieser Forderung für Bildung und Erziehung? Im Seminar soll anhand der Lektüre ausgewählter Texte der Frage nachgegangen werden, was diese Prämisse für pädagogische und politische Bildungsarbeit bedeuten könnte.


Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2017/2018

BW-E/Sb1: Bildungspolitik und Bildungsproteste

Der Fokus des Seminars richtet sich auf zwei historische Situationen von Bildungsprotesten: 1968 und 2009.
Es soll zum einen um den jeweils spezifischen historischen Kontext des Bildungssystems gehen.
Zum anderen soll sich mit den Kritikpunkten und Protestformen auseinandergesetzt werden.
Den umfassenden Umstrukturierungen des Bildungswesens zu Beginn der 70er Jahre, ging eine Protestwelle von Studierenden und Schüler_innen voraus.
Die 68er Bewegung entzündete sich nicht nur in, sondern auch an den Bildungsinstitutionen und war eingebettet in eine breite gesellschaftliche Debatte um Bildung. 
"Bildungskatastrophe" (Picht) und "Bildung als Bürgerrecht" (Dahrendorf) waren Stichworte der Zeit.
Das Seminar versucht anhand von Texten die bildungspolitische Diskussion der späten 60er Jahre nachzuzeichnen. Wie wurde Schule und Universität kritisiert? Welche bildungspolitischen Forderungen wurden entworfen? 
Welche universitären und schulischen Reformkonzepte entstanden zu dieser Zeit? 
40 Jahre später konnten Bildungsproteste eher als Reaktion auf umfassende Restrukturierungen des Bildungswesens beobachtet werden.
Im Jahr 2009 wurde in zahlreichen europäischen Ländern gegen die Einführung von Bachelor und Master und die Ökonomisierung von Bildung protestiert.
Mit Blick auf diese spätere Phase von Bildungsprotesten wäre zu fragen, welche neuen aber auch "alten" Kritiken und Forderungen sich in diesen Debatten wiederfinden.
Welchen Einfluss hatten die Bildungsproteste von 2009 auf heutige bildungspolitische Debatten und geplante Reformen?



Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2017


BW-C/Sb2: Genderkompetenz für die Schule

Das Klassenzimmer ist nicht geschlechtsneutral, sondern dort sitzen Mädchen und Jungen. Diese scheinbar offensichtliche Tatsache war in den vergangenen Jahren immer Anlass für politisch-pädagogische Klagen über Koedukation: Richtete sich früher der Blick vor allem auf die Benachteiligung von Mädchen, die als vom „geheimen Lehrplan“ strukturell diskriminiert galten, so hat sich in den letzten Jahren der Blick verschoben. Mit Blick auf die Ergebnisse von PISA Studien und anderen Untersuchungen des Bildungssystems scheinen heute eher die Jungen benachteiligt zu sein. Sie brechen häufiger die Schule ab, haben im Durchschnitt schlechtere Noten beim Schulabschluss… Dieser neue Benachteiligungsdiskurs wirft eine Reihe von Fragen auf, z.B. die nach den damit verbundenen Geschlechterkonstruktionen oder den angenommen „geschlechtsspezifischen“ Lebens- und Lernweisen und ihren Begründungen. Diesen Fragen nachzugehen, bisherige Antworten zu überprüfen, die Diskurse um Geschlechterdifferenzen und ihre Auswirkungen auf die Schule zu analysieren, wird Ziel und Inhalt des Seminars sein. Inwiefern trägt Schule zur Reproduktion hierarchischer Geschlechterverhältnisse bei? Wie kann die Gleichheit der Geschlechter im schulischen Kontext gefördert werden und was könnte es für Lehrer_innen heißen, „genderkompetent“ zu sein? Auf der Basis gendertheoretischer Grundlagentexte sollen sowohl fächerbezogene Lehrpläne als auch die unterschiedlichen „Fachkulturen“ (Biologie, Chemie, Sport, Deutsch etc.) in den Blick genommen und auf ihre jeweiligen Konstruktionen von Geschlecht befragt und analysiert werden.



Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2016/2017


BW-E/Sb1: Schulkritik. Einführung in gesellschaftskritische Schultheorien

Auch wenn die Institution Schule in den letzten Jahren vermehrt in die Kritik geraten ist, vor allem im Hinblick auf den Bildungserfolg deutscher Schüler_innen im internationalen Vergleich, scheint eine grundsätzliche Infragestellung der Schule und schulischer Bildung kaum in der bildungspolitischen Diskussion verankert zu sein. Dass Kinder zur Schule gehen ist zu einer unhinterfragbaren Selbstverständlichkeit geworden.
Anhand verschiedener Texte der Pädagogik und Sozialwissenschaften soll in dem Seminar ein erster Überblick über kritische Schultheorien geboten werden. Es werden unterschiedliche kritische Zugänge zum Thema Schule vorgestellt, die versuchen, das Verhältnis von Schule und Gesellschaft zu analysieren und zu hinterfragen.

Welche gesellschaftlichen Funktionen und Aufgaben übernimmt die Schule? Werden Schüler_innen in der Schule zu Mündigkeit erzogen oder ist Schule eher als Herrschaftsinstrument zu verstehen, dass die Schüler_innen diszipliniert und selektiert? Welche Rolle spielt die schulische Bildung bei der gesellschaftlichen (Re)Produktion sozialer Ungleichheit? Was lernen Schüler_innen in der Schule neben den offiziellen Bildungsplänen? Welche Werte und Normen werden in der Schule vermittelt?

BW-C/Sb3: Politische Bildung als Prävention vor Rechtsextremismus und Rassismus

Ein Ziel schulischer und außerschulischer  politischer Bildung ist seit den Diskussionen der 60er Jahre und  vor dem Hintergrund der Erfahrung des Nationalsozialismus die Demokratisierung der Gesellschaft.  An politische Bildung wird die Hoffnung geknüpft mündige Bürger_innen hervorzubringen, Menschen, die in der Lage sind gesellschaftliche Strukturen zu verstehen, zu reflektieren und zu hinterfragen.
Angesichts der Erkenntnis, dass rechtsextreme und rassistische Einstellungen keineswegs nur Randphänomene der heutigen Gesellschaft sind, sieht sich die politische Bildung mit dem Anspruch konfrontiert, Konzepte der Intervention und Prävention gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und rechtsextremistische Einstellungen zu entwickeln.

Anhand ausgewählter Texte sollen im Seminar sowohl Grundlagen kritischer politischer Bildung erarbeitet als auch mögliche Handlungsstrategien in pädagogischen Settings diskutiert werden.
Dabei steht die Frage im Zentrum ob und wie politische Bildung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegenwirken kann?

 


Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2016

BW-C/Sb2: Soziologische Perspektiven auf Jugend und Jugendkultur

In der Soziologie wird die Jugend nicht nur als Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter bestimmt, sondern Jugend als Gesellschaftsbereich untersucht. Zu Beginn des Seminars steht eine Begriffsklärung des Begriffes Jugend und eine Einführung in jugendsoziologische Theorien. Daran anschließend sollen aus soziologischer Perspektive die unterschiedlichen gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebensbedingungen von Jugendlichen bearbeitet werden. Anhand empirischer Forschungsergebnisse soll die Auseinandersetzung in verschiedenen Themenschwerpunkten vertieft werden. Wie wird die Jugend als Lebenslage durch gesellschaftliche Institutionen gerahmt? Welche Rolle spielt die Schule als Sozialisationsinstanz für Jugendliche? Inwiefern gerät Schule in Konflikt mit jugendlichen Einstellungen und Orientierungen? Wie ist das Verhältnis von Jugend und Gewalt? Welche Jugendkulturen gibt es und was zeichnet sie aus? Wie gehen Jugendliche mit Medien um? Wie ist das Verhältnis von Jugend und Konsum? Wie partizipieren Jugendliche an Politik und Gesellschaft?