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Zwischen Schmetterling und Femme Fatale

Zwischen schmetterling und femme fatale

Sexualisierung und Exotisierung im Kino des 1920er Jahre am Beispiel der amerikanisch-chinesischen Schauspielerin Anna May Wong

10. Juli 2015 • 18 Uhr • Vortrag • Film • Diskussion
Feministischer Salon • 2. G 215 • PEG • Campus Westend

Die amerikanisch-chinesische Schauspielerin Anna May Wong (1905-1961) gilt als ambivalente Ikone. Sie hat es zwar geschafft, innerhalb des rassistischen Ordnungssystems in den USA als Hollywoodschauspielerin aufzusteigen, wurde damit aber gleichzeitig zur ‚Urmutter‘ der ‚hypersexualisierten‘ Darstellung von asiatischen Frauen. Ihre Darstellungen von ‚asiatischen‘ Frauenfiguren galten als die verbildlichten Wunschträume von der ‚exotischen Frau‘ und sind bis heute Vorbilder für die Darstellung asiatisch konnotierter Stereotype wie das der „Dragon Lady“ oder der „Madame Butterfly“. Während ihrem Wirken in den Hollywoodfilmen vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt wurde, blieb ihre Präsenz in Europa und der Weimarer Republik, wo sie von 1928 bis 1930 lebte, bisher vollkommen unbeachtet. Dabei gelang ihr erst in der Weimarer Republik der Durchbruch als internationale Schauspielerin. Dieser Phase widmet sich der Vortrag von Yumin Li, in dem es darum gehen wird zu zeigen, wie Anna May Wong als rassisch ‚Fremde‘ inszeniert wurde und diese Differenzkategorie in Interrelation zur Sexualisierung Wongs steht.

Yumin Li ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie arbeitet an ihrem Dissertationsprojekt mit dem Titel: „Grenzpassagen. Die Schauspielerin Anna May Wong als Grenz- gängerin des transnationalen Kinos“.

Der Vortrag beginnt um 18.00 Uhr, anschließend folgt um 19.00 Uhr der Film „Picadilly“ und Diskussion. Wir bitten um eine kurze Anmeldung per Mail: frauenrat-fb03[at]soz.uni-frankfurt.de.

Die Veranstaltung ist open to all gender.