Aktuelles

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Meldungen der Professur „Industrie- und Organisationssoziologie".

Für vergangene Nachrichten besuchen Sie bitte unser Archiv.


„Geschlechtsspezifische Sozialisation“ revisited: Persistenzender Ungleichheit im Diskurs der Gleichheit

Vortrag von Sarah Speck im Rahmen der Vortragsreihe „Kritische Soziologie“ am 07. Juli 2020

Ausgehend von einer interviewbasierten Studie zu geschlechtsbezogenen Deutungen und Praktiken im Kontext familialer Eltern-Kind-Beziehungen, nimmt der Vortrag die ‚alte‘, für die Geschlechtersoziologie hoch relevante Frage geschlechterdifferenzierender Sozialisation in den Blick. Im Kern steht dabei die Frage, wie Eltern heute - und zwar insbesondere solche, für die die Gleichheit der Geschlechter eine Selbstverständlichkeit ist - die ’Tatsache’ verhandeln, dass ihre Kinder zu Mädchen oder Jungen werden.

Anhand von Interviews mit Eltern aus akademischen Milieus wird die These entwickelt, dass wir hier, wie in anderen gesellschaftlichen Feldern, von einer paradoxen Entwicklung sprechen können: Die normative Orientierung an Geschlechteregalität trägt selbst zu ‚traditionellen Mustern‘ und zur Perpetuierung von Strukturen der Ungleichheit bei. 

Sarah Speck ist seit Januar 2020 Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Frauen- und Geschlechterforschung an der Goethe-Universität und Mitglied des Kollegiums des Instituts für Sozialforschung . Neben der Geschlechterforschung liegen ihre Arbeitsschwerpunkte und Interessen u.a. in der Paar- und Familiensoziologie, im Wandel der Erwerbswelt, in der Soziologie der Intimität und in der feministischen Gesellschaftstheorie.

Aufgrund der Corona-Krise wird der Vortrag am 07.07.2020 von 16 bis 18 Uhr digital stattfinden. Bitte melden Sie sich über zugehörigen OLAT-Link an.


Vortragsreihe „Kritische Soziologie“ im Sommersemester 2020


Was im Lockdown unsichtbar bleibt - Drei Perspektiven auf die "Systemrelevanz" von Care-Arbeit in der Corona-Krise

von Birgit Blättel-Mink, Sarah Speck und Helma Lutz, Goethe Universität Frankfurt

Die Care-Arbeit, unterbezahlt und größtenteils unsichtbar, erhält in den Zeiten von Corona eine unerwartete Aufmerksamkeit. Das hilft denjenigen, die vor allem und in ganz unterschiedlichen Feldern die Care-Arbeit leisten, jedoch kaum. Drei Soziologinnen, die sich aus unterschiedlicher Perspektive mit Care-Arbeit auseinandersetzen, beschäftigen sich mit den Gründen dafür und formulieren drei Thesen:

Link zum Covid-19-Blog des Cornelia Goethe Centrums

1. Die Unsichtbarkeit von Care-Arbeit verschärft sich in der Pandemie – trotz scheinbarer öffentlicher Fokussierung

Trotz des allmählichen Rückgangs des ‚männlichen Ernährermodells‘ leisten Frauen noch immer den Hauptanteil der unbezahlten Familienarbeit und der beachtliche gender pay gap zuungunsten der Frauen erhält sich so kontinuierlich; vergleichbare Entwicklungen lassen sich auch für die Hochschulen beobachten, in denen Sorgearbeit als konstitutiver und gleichzeitig unsichtbarer Bestandteil der Lehrtätigkeit meist Frauen überlassen wird, denen damit weniger Zeit für wissenschaftliche Profilierung bleibt. Diese Mechanismen der Reproduktion von Ungleichheit verschärfen sich in der Pandemie noch einmal.

2. Die Pandemie versetzt dem sowieso nur langsam voranschreitenden Prozess der geschlechtergerechten gesellschaftlichen Arbeitsteilung einen weiteren Dämpfer

Erste Studien belegen, dass die durch den ‚Lockdown’ anfallende Mehrarbeit in den Privathaushalten in heterosexuellen Kleinfamilien vor allem von Frauen geschultert wird. Die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit führt zur Überbelastung von Frauen und wird Folgen für Berufs- und Karrierewege haben. Auch für viele Wissenschaftlerinnen ergeben sich durch den Wegfall der Care-Infrastruktur Mehrbelastungen durch Haushaltsarbeit, Homeschooling und (Klein-)Kinderbetreuung, die konzentrierte Arbeitsstunden kaum mehr zulassen. Die Hoffnung, dass durch eine ‚Neuordnung des Privaten‘ eine geschlechtergerechte Umverteilung der abgewerteten Care-Arbeit realisiert werden kann, ist damit vorläufig in weite Ferne gerückt.

3. Der ‚Lockdown‘ innereuropäischer Grenzen macht die Fragilität einer ökonomisierten, internationalen Arbeitsteilung in der Fürsorge sichtbar, die auf Kosten von Migrantinnen aus osteuropäischen Ländern geht.

Die Folgen der europäischen Grenzschließungen für die geschätzten 500 000 transnationalen Migrantinnen aus Osteuropa, die in deutschen Haushalten pflegebedürftige ältere Menschen rund um die Uhr versorgen, und die von ihnen Betreuten, sind fatal. Das in diesem Bereich etablierte Rotationssystem von mehrwöchigen Pflegeperioden wird durch das Virus angetastet und legt die Fragilität eines Gesundheitssystems offen, dass unter Ausnutzung ökonomischer Differenzen die 24-Stunden-Pflege erfunden hat, um Betreuungskosten zu drücken und sich über das ‚Outsourcing‘ der Fürsorgeverantwortlichkeit zu entledigen.

Quellen:
Flaherty, C. (2020): No room of one’s own
Kohlrausch B., Zucco, A. (2020): Corona trifft Frauen doppelt – weniger Erwerbseinkommen und mehr Sorgearbeit,WSI Policy Brief Nr. 40, Mai 2020


Schriften zur interdisziplinären Frauen- und Geschlechterforschung

Prospekt der von Birgit Blättel-Mink mitherausgegebenen Schriftenreihe

Die Schriftenreihe zur interdisziplinären Frauen- und Geschlechterforschung dient als Plattform für unterschiedliche Publikationen im Themenfeld Frauen- und Geschlechterforschung, wie z. B. Forschungs- oder Tagungsberichte oder auch herausragende Qualifikationsarbeiten.

Die Reihe ist offen für Beiträge, die eine interdisziplinäre Perspektive einnehmen, sei dies auf theoretischer, empirischer oder auf anwendungsbezogener Ebene.

Zum Prospekt


Innovationssysteme: Technologie, Institutionen und die Dynamik der Wettbewerbsfähigkeit

Neuauflage des Sammelbandes von Birgit Blättel-Mink

Innovationen entstehen im Kontext interaktiver Lernprozesse systemisch vernetzter Akteure. Im Zentrum strukturell und institutionell eingebetteter Innovationsnetzwerke, die an der Generierung und Diffusion von Innovationen beteiligt sind, stehen private Wirtschaftsunternehmen. Sie kooperieren vorrangig mit öffentlichen und privaten Forschungseinrichtungen, Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen sowie mit Finanzdienstleistern. Historisch betrachtet sind Innovationssysteme zunächst auf nationalstaatlicher Ebene entstanden. Die Globalisierung führt jedoch zur Ausdifferenzierung lokaler, regionaler und supranationaler Arrangements.

Der Sammelband ist in drei Blöcke gegliedert. Der erste Block enthält deutsche Übersetzungen von Grundlagentexten des Innovationssysteme-Ansatzes. Im zweiten Block werden einzelne theoretische Aspekte vertiefend analysiert. Der dritte Block enthält Studien zur Ausdifferenzierung des deutschen Innovationssystems.

Blättel-Mink, Birgit/Ebner, Alexander (Hrsg.) (2020) Innovationssysteme: Technologie, Institutionen und die Dynamik der Wettbewerbsfähigkeit. 2. Auflage. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften.


Weitere Informationen


Fortschritt oder Emanzipation? Brauchen kritische Gesellschaftstheorien die Idee des Fortschritts?

Digitaler Vortrag von Peter Wehling im Rahmen der Vortragsreihe „Kritische Soziologie“ am 02. Juni 2020

In jüngster Zeit sind der Begriff und die Idee des Fortschritts (wieder) zum expliziten Thema in kritischer Gesellschaftstheorie und Sozialphilosophie geworden. Während Peter Wagner (2018) explizit für eine Erneuerung der Idee des Fortschritts plädiert, konstatiert Amy Allen (2019) zwar das „Ende des Fortschritts“ als eurozentrisches Narrativ, schlägt gleichzeitig aber ebenfalls eine modifizierte, „nach vorne blickende“ Konzeption von Fortschritt vor. In dem Vortrag wird demgegenüber, ausgehend von der radikalen Fortschrittskritik Walter Benjamins und von aktuellen Überlegungen Jacques Rancières zum Verhältnis von Zeit und Emanzipation, die These entwickelt, dass kritische Gesellschaftstheorie gegenüber jeglicher Idee des Fortschritts auf Distanz bleiben sollte. Denn als totalisierende Denkform und sozial hierarchisches Zeitregime gerät diese Idee in Widerspruch zur Perspektive radikaler Demokratie und gesellschaftlicher Emanzipation. Emanzipation von (vermeintlichen) historischen Zwängen und Notwendigkeiten kann nicht als Fortschritt oder durch Fortschritt erreicht werden, sondern muss als Befreiung emanzipatorischer Politik von der Idee des Fortschritts gedacht und praktiziert werden.

Peter Wehling ist PD am Institut für Soziologie, Biotechnologie, Natur und Gesellschaft, Goethe-Universität. Seine Forschungsinteressen: Wissenschafts- und Technikforschung, Wissenssoziologe, Soziologie der Biopolitik, Biomedizin und Bioethik, Soziologische u. Gesellschaftstheorie und kritische Soziologie, Umweltsoziologie, s.a. Forschungsprojekt „Anlageträger. Genetisches Wissen und die Entstehung einer neuen bisozialen Identität“.

Aufgrund der Corona-Krise wird der Vortrag am 02.06.2020 von 16 bis 18 Uhr digital stattfinden. Bitte melden Sie sich über zugehörigen OLAT-Link an.


Vortragsreihe „Kritische Soziologie“ im Sommersemester 2020


Wasser im Anthropozän - Der Einfluss des Menschen auf den natürlichen Wasserkreislauf

Veranstaltung der Bürger-Uni am 20. Mai 2020 als Webinar

Das populäre Bild vom natürlichen Wasserkreislauf funktioniert im Anthropozän, dem Zeitalter des Menschen, nicht mehr. Demografische und ökonomische Entwicklungen, aber auch der Klimawandel haben diesen Kreislauf verändert. Dies zeigt sich unter anderem an großräumig veränderten Niederschlagsmustern, sinkenden Grundwasserspiegeln und einer veränderten chemischen Zusam-mensetzung von Wasserkörpern. Gleichzeitig ist die Verfügbarkeit von Wasser in guter Qualität und ausreichender Menge für eine nachhaltige Entwicklung von Gesellschaften unabdingbar.

Die „Soziale Hydrologie“ versucht den natürlichen Wasserkreislauf als ein vom Menschen signifikant beeinflusstes System neu zu verstehen. Sie zeigt damit enge Bezüge zur Sozialen Ökologie: Beide Ansätze integrieren gesellschaftliche Prozesse als wichtige Steuergrößen der Wasserressourcen in ihrer Forschung – dabei spielen materielle wie symbolische Ebenen eine Rolle.

Im Rahmen ihres Vortrags zeichnen die Wissenschaftler des Frankfurter ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung die Debatte um das Anthropozän nach und zeigen am Beispiel nationaler und internationaler Forschungsprojekte den Einfluss des Menschen auf den natürlichen Wasserkreislauf. Im Anschluss an den Vortrag soll in einem gemeinsamen Gespräch die Frage diskutiert werden, ob und wie eine nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen aussehen kann und welche konkreten Gestal-tungsmöglichkeiten hier bestehen.

Die Veranstaltung findet am 20.05.2020 um 18:30 - 19:30 Uhr in Form eines Webinars statt. Interessierte können sich bis zum 19.05. hier anmelden.


Weitere Informationen


Organisationen in Zeiten der Digitalisierung

VERLÄNGERT: Call for Papers zur Schriftenreihe „Sozialwissenschaften und Berufspraxis“

Sie ist schon sehr lange kein Neuland mehr, die Digitalisierung. Aus sozialwissenschaftlicher Sicht sind allerdings längst noch nicht alle Veränderungen ausgeleuchtet, die in Organisationen unter dem Begriff „Digitalisierung“ als Innovation subsumiert und seit langer Zeit vollzogen werden oder sich auch erst in Planung befinden.

Mit diesem Band möchten wir dazu beitragen diese vielfältigen Prozesse, die einen sozialen Wandel in und durch Organisationen initiieren, sedimentieren und beschleunigen, durch soziologische Analysen abzubilden.

Dieser call der Reihe Sozialwissenschaften und Berufspraxis zielt auf das Interesse und die Motivation von Soziolog*innen und Sozialwissenschaftler*innen, die Situationen bzw. Projekte in allen organisational eingebundenen soziologischen beruflichen Praxen im Hinblick auf Digitalisierungsprozesse kritisch zu reflektieren: in Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, in Organisationen des Gesundheitswesens und der Pflege, in Bildungs-, Forschungs- und Beratungseinrichtungen aller Art, in privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen - von der Infrastruktur, Nahrungsmittelproduktion Güterproduktion bis zu Verlagen, Unternehmen im Kontext von Kultur- und Unterhaltungsindustrie, Marketing und Werbung.

Folgende Formate sind intendiert:

  • Konzeptionelle oder empirische Hauptbeiträge (20-25 Seiten; 30 bis 40 Tsd. Zeichen)
  • Aus der Praxis der empirischen Forschung (auch für Qualifikationsarbeiten; 12-15 Seiten; 20- 25 Tsd. Zeichen)
  • Von Praxen und Projekten (Berichte aus der soziologischen Praxis; 12-15 Seiten; 20 – 25 Tsd. Zeichen)

Wir freuen uns auf Ihr Abstract mit Angabe des geplanten Formats (3.000 - 4.000 Zeichen) bis 30. Juni 2020 an Prof. Dr. Rita Stein-Redent.

Die ausgewählten Beiträge sollen bis Ende November 2020 vorliegen. Es ist ein peer review-Verfahren vorgesehen. Die Publikation ist für August 2021 geplant.


Zum ausführlichen Call for Papers


Wert und Kritik der Patente. Wirtschaftssoziologische Betrachtungen geistigen Eigentums

Vortrag von Veit Braun im Rahmen der Vortragsreihe „Kritische Soziologie“ am 12.05.2020 über Zoom

Wie kann die Soziologie geistiges Eigentum kritisch verstehen? Am Beispiel von Biotech- und Saatgutpatenten will ich eine Ideengeschichte immateriellen Eigentums und seiner Kritik skizzieren. Patente sind seit ihrer Entstehung immer wieder auf Kritik gestoßen, haben sich aber auch fortlaufend weiterentwickelt und erfüllen heute andere Funktionen als vor 100 oder 200 Jahren. Sie sind nicht nur Instrumente zum Schutz und zur Vergütung von Forschungsinvestitionen; seit geraumer Zeit werden sie auch als Gradmesser für die Innovationsfähigkeit von unternehmen und Staaten herangezogen. Dabei ist der Wert, der sich hinter dem Konzept "Patent" verbirgt, alles andere als eindeutig. Der Vortrag fragt nach den verschiedenen Arten von Wert, die dem Patent unterstellt werden, sowie den jeweiligen Formen von Kritik, die daran anschließen. In der Auseinandersetzung mit geistigem Eigentum muss sich die Soziologie der Vielfalt seiner Funktionen stellen, statt es auf eine davon zu reduzieren. Das erschwert insbesondere einen konstruktiven Beitrag zur Debatte um die Finanzierung von "Innovationen" und ihrer Reform.

Veit Braun ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im ERC-Projekt CRYOSOCIETIES am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt. Seine Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Wirtschafts- Wissenschafts- und Rechtssoziologie.

Aufgrund der Corona-Krise wird der Vortrag am Dienstag, den 12. Mai um 16:00 Uhr über Zoom stattfinden. Bitte melden Sie sich über den zugehörigen OLAT-Link zu dem Vortrag an.


Vortragsreihe „Kritische Soziologie“ im Sommersemester 2020


Existentielle Probleme und Machtkritik

Vortrag von Thomas Scheffer im Rahmen der Vortragsreihe „Kritische Soziologie“ am 28.04.2020 über Zoom

In den gegenwärtigen Krisenzeiten findet eine neuerliche „Entdeckung der Gesellschaft“ (Nassehi) statt. Diese Entdeckung ist spezifisch: sie betont ‚unsere‘ Abhängigkeit von handlungsfähigen Apparaten – aktuell etwa Intensivstationen, Testlabore, Homeoffices -, also solchen gerichteten soziomateriellen Einheiten, die die Bearbeitbarkeit existentieller Probleme ermöglichen.

Der Vortrag zeigt die konzeptionelle Lücke auf, die mit dem Begriff des Apparats gefüllt werden könnte, bestimmt den Begriff im Lichte insbesondere der ethnographischen Laborstudien und setzt sich mit der Machtkritik als Apparatekritik auseinander. Im Ergebnis plädiert der Vortrag für eine (kritische) Soziologie der Kapazitäten, die den Problemen inklusive der unterschiedlichen Betroffenheiten einen zentralen Status einräumt.     

Thomas Scheffer ist Professor für Soziologie und Sozialpsychologie mit dem Schwerpunkt der interpretativen Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Aufgrund der Corona-Krise wird der Vortrag am Dienstag, den 28. April um 16:00 Uhr über Zoom stattfinden. Bitte melden Sie sich über den zugehörigen OLAT-Link zu dem Vortrag an.


Vortragsreihe „Kritische Soziologie“ im Sommersemester 2020


Vortragsreihe „Kritische Soziologie“

Sommersemester 2020

Die Vorträge finden jeweils dienstags von 16:00 bis 18:00 im IG-Farben-Nebengebäude NG 1.741a statt.

Koordination:     Birgit Blättel-Mink, Friedericke Hardering, Stephan Voswinkel und Luigi Wenzl
Kontakt:   b.blaettel-mink@soz.uni-frankfurt.de


28. April 2020

Thomas Scheffer (Goethe-Universität)

Existentielle Probleme und Machtkritik

Der Vortrag findet über Zoom statt, bitte melden Sie sich bei OLAT an.


12. Mai 2020

Veit Braun (Goethe-Universität)

Wert und Kritik der Patente. Wirtschaftssoziologische Betrachtungen geistigen Eigentums


02. Juni 2020

Peter Wehling (Goethe-Universität)

Fortschritt oder Emanzipation? Brauchen kritische Gesellschaftstheorien die Idee des Fortschritts?


07. Juli 2020

Sarah Speck (Goethe-Universität)

„Geschlechtsspezifische Sozialisation“ revisited: Persistenzender Ungleichheit im Diskurs der Gleichheit


Zum Plakat


Birgit Blättel-Mink wird neue Dekanin des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften

ab 01. April 2020

Birgit Blättel-Mink übernimmt zum 1. April 2020 das Amt der Dekanin von Heike Holbig. Die Leitung des Dekanats teilt sie sich mit Thomas Scheffer (Prodekan, zuständig für Promotionen, Forschung und Nachwuchsförderung) und Birgit Becker (Studiendekanin, zuständig für Lehre und Studium; Interims-Studiendekanin Heather Hofmeister im Wintersemester 2019/20).


Das Innovationsverständnis von Joseph A. Schumpeter

Neuer Beitrag von Birgit Blättel Mink

Joseph A. Schumpeter, einer der innovativen Nationalökonomen des letzten Jahrhunderts, verknüpft in seinem Innovationsansatz das persönliche Element im Wirtschaftsleben mit Prozessen wirtschaftlicher Entwicklung.

Er verortet die Funktion reinen Unternehmertums im Stören des Strebens nach Gleichgewicht auf dem Markt durch die Neukombination der Produktionsmittel einer Volkswirtschaft. Sein Innovationsverständnis reduziert sich nicht auf technische Innovationen und er betrachtet die kapitalistische Unternehmung und die Dynamiken des Wirtschaftslebens als in die Gesamtgesellschaft eingebettet.

Blättel-Mink B. (2020): Das Innovationsverständnis von Joseph A. Schumpeter. In: Blättel-Mink B., Schulz-Schaeffer I., Windeler A. (Hrsg.) Handbuch Innovationsforschung. Springer VS, Wiesbaden.


Weitere Informationen


P&G Nachhaltigkeitspreis 2020

Bewerbungen bis zum 31. März 2020 möglich

Seit 1972 wird jährlich zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Johann Wolfgang Goethe-Universität für die beste im Jahresablauf entstandene umweltrelevante oder auf ökologische Nachhaltigkeit fokussierte wissenschaftliche Arbeit der Nachhaltigkeitspreis verliehen. Auch im Jahr 2020 soll wieder der Procter & Gamble Nachhaltigkeitspreis für die beste wissenschaftliche Arbeit, die im Jahresablauf an unserer Universität auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit (Umweltforschung) entstanden ist, verliehen werden.

Bewerben können sich alle Universitätsangehörigen, die seit dem 01. April 2019 entsprechende Arbeiten angefertigt haben. Die beste wissenschaftliche Arbeit (in der Regel eine Dissertation), die sich mit Fragen aus der Nachhaltigkeits- bzw. Umweltforschung befasst, wird mit € 7.000,- prämiert. Daneben gibt es noch einen mit € 2.500,- dotierten Förderpreis, mit dem üblicherweise Master- oder Bachelorarbeiten ausgezeichnet werden.

Hauptpreis 7.000 Euro  Förderpreis 2.500 Euro

Zur Bewerbung um den Preis sind folgende Unterlagen online einzureichen: Ein selbstverfasstes Anschreiben, in dem nachvollziehbar dargestellt wird, worin die Umweltrelevanz bzw. der Nachhaltigkeitsaspekt der Arbeit besteht (1-2 Seiten), sowie eine pdf-Version der Arbeit. Bewerbungen in digitaler Form sind bis 31. März 2020 möglich an:

Kuratorium Procter & Gamble Nachhaltigkeitspreis, Umweltbibliothek
c/o Frau Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fachbereich Gesellschaftswissenschaften
Institut für Soziologie

E-Mail: b.blaettel-mink@soz.uni-frankfurt.de


Weitere Informationen


Geschlecht und soziale Ungleichheit @ Work

Doktorand*innenworkshop des Instituts für Sozialforschung mit Birgit Blättel-Mink

Ziel des Workshops ist es, gemeinsam konkrete und solidarische Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Geschlecht und sozialen Ungleichheiten@work zu entwerfen. Den Austausch und das Sichtbarmachen von verschiedenen Perspektiven möchten wir zur Grundlage nehmen, um das eigene akademische, politische und soziale Blickfeld zu erweitern. Es geht uns dabei nicht nur um die Schilderung individueller Alltagsberichte, sondern um die gesellschaftlichen Dimensionen und die Möglichkeiten praktischer Kritik.

Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink und PD Dr. Astrid Franzke (stellv. Geschäftsführerin Mentoring Hessen) werden unsere Diskussion und Überlegungen mit zwei Impulsvorträgen einleiten. Am späten Nachmittag gibt es die Möglichkeit, in kleineren Gruppen Dissertationsprojekte in ihrem work-and-progress-Zustand zu diskutieren und sich zu beraten. Bitte bringt dafür ein kurzes Abstract mit (max. 2 Seiten) das als Grundlage der Diskussion dienen kann.

Der Workshop findet am Dienstag, den 24.03.2020 von 10:00 bis 17:15 Uhr statt.

Es wird um eine formlose Anmeldung bis zum 15.3.2020 unter c.mauritz@em.uni-frankfurt.de gebeten.


Programm und Organisatorisches


Der Gegenwart antworten: post-anthropozentrische Soziologie und postheroische Kritik

Vortrag von Katharina Hoppe im Rahmen der Vortragsreihe „Kritische Soziologie“ am 12. Februar 2020

Vor dem Hintergrund der Zuspitzung ökologischer Krisen und den damit einhergehenden Artikulationen des Unmuts über eine Politik, die diesen Krisen nicht angemessen begegnet, fragt der Vortrag nach Anforderungen an soziologische Analysen, die dieser Gemengelage gerecht werden können. Der Beitrag diskutiert die Frage, welche Form der Theoriebildung gegenwartsangemessen ist und skizziert eine ethische Haltung des Antwortens auf die Welt und mit der Welt als entscheidend. Dabei soll deutlich werden, welche Verschiebungen eine post-anthropozentrische Perspektive hier evoziert und welche Implikationen diese für eine kritische Soziologie hat. Ein Modus postheroischer Kritik, der Freiheit von der Notwendigkeit her begreift, wird sich für einen Kritikbegriff als produktiv erweisen, der die Einsichten post-anthropozentrischer Theoriebildung ernst nimmt.

Katharina Hoppe ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich „Biotechnologie, Natur und Gesellschaft“ im Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt. Ihre Lehr- und Forschungsinteressen liegen in den Bereichen der allgemeinen Soziologie, soziologischen, politischen und feministischen Theorie sowie der soziologischen Auseinandersetzung mit ökologischen Krisen.

Die Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe „Kritische Soziologie“ findet am Mittwoch, den 12.02.2020, um 16 Uhr c.t. im Raum SH 3.101 (Seminarhaus) statt.


Vortragsreihe „Kritische Soziologie" im Wintersemester 2019/2020


Bedrohte Wissenschaftsfreiheit

Ausstellung vom 16. Januar bis zum 14. Februar

Im Rahmen der Third Mission Aktivitäten der Goethe-Universität gibt es zur Zeit – noch bis 14. Februar 2020 - im Foyer des PEG die Ausstellung „Bedrohte Wissenschaftsfreiheit“ zu sehen. Studierende der Philipps-Universität Marburg stellen dort Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit aktuellen und zurückliegenden Formen der Bedrohung der Wissenschaftsfreiheit vor. Dazu gehören die Infragestellung der Leistungen der Gender Studies in Deutschland, die Schließung der Central European University in Budapest oder die Entscheidung des brasilianischen Präsidenten die öffentlichen Gelder für die Soziologie und die Philosophie an den Hochschulen des Landes deutlich zu reduzieren. Die im Rahmen eines Studium-Generale-Projektes durchgeführten Studien fanden unter Leitung von Ursula Birsl statt. Sie ist in Marburg Professorin für „Demokratieforschung mit den Schwerpunkten EU, Politische Systeme im europäischen Vergleich und BRD“.


Bericht der Ausstellungseröffnung

In ihrem Grußwort zur Eröffnung der Ausstellung hob Ursula Birsldie Notwendigkeit hervor, diese Phänomene in ihrer Vielschichtigkeit einer genaueren wissenschaftlichen Analyse zu unterziehen. Professorin Birgit Blättel-Mink vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität, auf deren Initiative hin die Ausstellung nach Frankfurt geholt wurde, dankte in ihrem Grußwort den Studierenden für ihre Bereitschaft, sich der Diskussion zu stellen, aber auch dem Präsidium der Goethe-Universität für die finanzielle und organisatorische Unterstützung. Sie verwies zudem auf die zehn Thesen zur Wissenschaftsfreiheit,  die von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen in Deutschland erarbeitet wurden, und die dazu dienen sollen, die Wissenschaftsfreiheit auch in Zukunft zu gewährleisten. Weitere Grußworte kamen von der Prodekanin des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften, Professorin Birgit Becker und von der Präsidentin der Goethe-Universität Professorin Birgitta Wolff. Die Besucher*innen der Vernissage hatten im Anschluss die Gelegenheit, mit den Studierenden zu diskutieren.

Die Ausstellung kann vom 16.01. bis zum 14.02.2020 Mo. - Fr. zwischen 08:00 und 18:00 im Foyer des PEG-Gebäudes, Campus Westend, besucht werden.


Zur Fotostrecke der Ausstellungseröffnung


Adornos Fortschrittsbegriff: Veränderungen in die Katastrophe oder Möglichkeiten von Befreiung?

Vortrag von PD Dr. Christine Resch (Hoschschule Ludwigshafen) am 22. Januar 2020

Adorno hat die klassische Vorstellung von Fortschritt entscheidend modifiziert. Er hat argumentiert, dass die Entwicklung der Produktivkräfte zugleich eine Entwicklung der destruktivkräfte und damit Herrschaft bedeutet. Das bedingt nicht notwendig Pessimismus, vielmehr lässt sich damit eine minimalistische Idee von Fortschritt begründen: als Verhinderung der Selbstzerstörung der Menschheit und als Anspruch, dass niemand mehr hungern soll, weltweit. Von einer neuen Produktionsweise kann nicht mehr erwartet werden, dass das zwingend Fortschritt als Befreiung bedeutet. Vielmehr bedarf es des permanenten Widerstands gegen Herrschaft, als die immerwährende Gefahr von Rückschlägen.

Christine Resch ist Privatdozentin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität, vertritt zurzeit eine Professur an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen Kritische Theorie, Kunst- und Kultursoziologie, soziale Ausschließung und Partizipation.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Vortragsreihe „Kritische Soziologie“ und als Begleitveranstaltung zum Jubiläum „100 Jahre Soziologie an der Goethe-Universität“ im Institut für Sozialforschung statt.

Der Vortrag findet am Mittwoch, den 22. Januar 2020, um 16 Uhr c.t., im Raum SH 5.104 (Seminarhaus Campus Westend) statt.


Vortragsreihe„Kritische Soziologie" im Wintersemester 2019/2020