Master of Arts Soziologie - Aufbau

Auf einen Blick

Regelstudienzeit:    4 Semester (2 Studienjahre)
Studienbeginn:   nur Wintersemester
Zulassungsbeschränkung:   Ja
Umfang:   120 Kreditpunkte (CP)
Anzahl der Module:   5 Pflichtmodule, 3 Wahlpflichtmodule
Art der Modulprüfungen:   Hausarbeit
Klausur
Projektarbeit bzw. empirische Forschungsarbeit
Mündliche Prüfung
Unterrichtssprache(n):   Deutsch, Englisch

Inhalte und Aufbau (Studienordnung 2015)

Der Masterstudiengang Soziologie ist modular aufgebaut. Das Studium gliedert sich in fünf Pflichtmodule und drei Wahlpflichtmodule.

Im Einzelnen besteht der M.A. Soziologie aus folgenden Modulen:

Modulbezeichnung Modulinhalte CP
Modul 1:
Soziologische Theorie, Geschichte der Soziologie und Wissenschaftstheorie

Die Studierenden setzen sich eingehend auseinander mit den gesellschaftlichen Determinanten der Entstehung und Entwicklung des Fachs, den zentralen klassischen und aktuellen Theorien sowie den einschlägigen Diskursen in der Wissenschaftstheorie. Sie beschäftigen sich vertiefend mit dem Verhältnis von gesellschaftlichem Wandel und Theoriebildung, dem Problem der Einheit und Vielfalt von Theorien sowie deren Beschreibungs- und Erklärungspotenzial. Dabei lernen sie auch die interdisziplinären Bezüge soziologischer Theorien zu anderen Theorien aus den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften kennen.

Studierende müssen die Teilnahme an drei Seminaren nachweisen und eine veranstaltungsgebundene schriftliche Modulabschlussprüfung ablegen.

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Wahlpflichtbereich: Aus den Modulen 2 bis 8 werden drei ausgewählt. Eine der beiden Modulabschlussprüfungen in Modul 2 bis 8 muss als mündliche Prüfung (30 min) abgelegt werden. Die beiden anderen Modulabschlussprüfungen im Wahlpflichtbereich müssen als Klausur oder Hausarbeit erbracht werden.

Modul 2:
Geschlecht, Migration, Diversität

Das Modul vermittelt die vertieften Kenntnisse über die zentralen Ansätze mehrerer spezialisierter Forschungsfelder, wie Geschlechter- und Intersektionalitätsforschung, Queer Studies, klassische und neuere Theorien der Migration, Transnationalisierungsforschung, Theorien zur gesellschaftlichen Produktion von Differenz(en) (i.e. Diversität), Ethnizitäts- und Rassismusforschung, Cultural Studies, feministische Arbeitsforschung, neuere Entwicklungen der Feminist Technoscience Studies, soziale Bewegungsforschung, Methodologien und Methoden der Geschlechterforschung, der Intersektionalitätsforschung, der transnational orientierten Migrationsforschung und der Queer Studies.

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Modul 3:
Mikrosoziologie, Sozialpsychologie und Kultur

Das Modul vermittelt vertiefte Kenntnisse zu Theorien und Methoden der Mikrosoziologie, Sozialpsychologie und Kulturtheorie. Die Studierenden erhalten in theoriebezogenen sowie an bestimmten Gegenständen orientieren Lehrveranstaltungen einen fundierten Einblick in die epistemische Fundierung und das konzeptionelle Rüstzeug des interpretativen Paradigmas empirischer Sozialforschung. Dabei spielt die Psychoanalyse als Sozial- und Kulturtheorie ebenso eine entscheidende Rolle wie andere Paradigmen der Mikrosoziologie: Symbolischer Interaktionismus, Phänomenologie, Ethnomethodologie und Ethnographie, Cultural Studies, soziologische Sozialpsychologie.

Weiterhin erhalten in diesem Modul Gegenstandsbereiche und soziale Sphären eine besondere Aufmerksamkeit, die für die Erforschung des Zusammenhangs zwischen Subjekt und Gesellschaft besonders relevant sind. Insbesondere stehen Sozialisationstheorien und ihre Anwendung in der empirischen Forschung im Mittelpunkt von Lehrveranstaltungen, ebenso verwandte Themenbereiche wie die soziale Konstitution individueller und kollektiver Identität. Schließlich bilden die Familien-, Jugend- und Kindheitssoziologie regelmäßig wiederkehrende Lehrschwerpunkte des Moduls.

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Modul 4:
Wirtschaft, Arbeit und Organisation

In diesem Modul werden vertiefende Kenntnisse des Wirtschaftens, Arbeitens, Organisierens und Innovierens in unterschiedlichen historischen wie aktuellen Gesellschaftsformen vermittelt. Dabei geht es sowohl um konzeptionelle wie um empirische Studien, welche o.g. Themen aufgreifen, in kritischer Absicht weiter entwickeln und die so gewonnenen Erkenntnisse empirisch fundieren. Dabei geht es auch darum, die einzelnen Themenfelder inhaltlich zu verknüpfen, z.B. Innovation und Organisation, Kulturen des Wirtschaften und Arbeitens, Akteure des Wandels, oder Machtprozesse in Organisationen. Schließlich werden Veranstaltungen angeboten, die o.g. Themenfelder aufgreifen mit dem Ziel, gesellschaftstheoretische Implikationen aktueller Dynamiken zu erarbeiten.

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Modul 5:
Sozialstruktur, soziale Ungleichheit

Die Studierenden beschäftigen sich vertiefend mit verschiedenen Determinanten und Dimensionen sozialer Ungleichheit und den Mechanismen, die diese soziale Ungleichheit erzeugen. Dabei geht es um eine ungleiche Verteilung von Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten zwischen sozialen Gruppen und den damit einhergehenden Chancen der Lebensgestaltung. Eine zentrale Frage ist dabei, wie gesellschaftliche Institutionen wie etwa das Wirtschaftssystem, der Arbeitsmarkt, das Bildungssystem, die Familie oder die Sozialpolitik solche sozialen Ungleichheiten (re-)produzieren.

In den Veranstaltungen werden einschlägige sozialwissenschaftliche Theorien und Methoden zur Analyse sozialer Ungleichheit behandelt und in Bezug auf spezielle Determinanten sozialer Ungleichheit (wie etwa Ungleichheit nach dem sozioökonomischen Status, dem Geschlecht, der ethnischen Herkunft, dem Alter, der Region) sowie spezielle Dimensionen sozialer Ungleichheit (wie etwa Erwerbsbeteiligung, Einkommen, Armut, Bildung, Gesundheit, politische Partizipation, gesellschaftliche Teilhabe) angewendet. Ungleichheiten werden dabei in verschiedenen Kontexten (lokal, national, transnational) betrachtet. Inhalte des Moduls sind zudem die Analyse von Legitimationsprozessen sowie eine vergleichende Betrachtung von Ungleichheit (etwa im Ländervergleich oder im Zeitverlauf).

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Modul 6:
Wissen, Technik und Umwelt

Das Modul gibt einen Überblick über die Forschungsfelder der Wissens-, Technik- und Umweltsoziologie. Die angebotenen Seminare behandeln Methoden, Methodologien und Perspektiven der internationalen Science & Technology Studies, materialistische Theorien und Konzepte sowie verschiedene Schulen der Praxeologie. Weitere Schwerpunkte sind Natur/Kultur-Verhältnisse, Mensch/Umwelt-Relationen, Ressourcennutzung und -ausbeutung sowie die Regulierung der Lebensprozesse. Schließlich sollen spezifische Formen der Wissensgenese in diesen Feldern vorgestellt und kritisch diskutiert werden, darunter auch Ansätze der interdisziplinären und transdisziplinären Forschung.

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Modul 7:
Methoden der empirischen Sozialforschung

Das Modul ermöglicht Studierenden eine forschungsnahe Schwerpunktsetzung im Bereich der Methoden der empirischen Sozialforschung. Auf fortgeschrittenem Niveau umfassen die Angebote des Moduls vertiefende Seminare zu zentralen Forschungsdesigns, methodischen Ansätzen sowie Datenerhebungs- und Daten analysetechniken der empirischen Sozialforschung. Das Veranstaltungsangebot im Modul deckt systematisch sowohl Bereiche der interpretativ-rekonstruktiven als auch der quantitativ-statistischen Tradition der empirischen Sozialforschung ab, um Studierenden die Möglichkeit zu eröffnen, ihre Ausbildung in den Methoden der empirischen Sozialforschung entweder in beiden oder gezielt auch nur in einer der Traditionen des Faches zu vertiefen.

Es empfiehlt sich bei Wahl dieser Vertiefung, die Veranstaltungen des Moduls bereits vor bzw. parallel zum Besuch der Forschungspraktika (Module 9/10) zu absolvieren.

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Modul 8:
Spezialisierung

Lehrveranstaltungen können individuell aus den Wahlpflichtmodulen sowie aus den Theorien- und Methodenveranstaltungen gewählt werden. Hierunter fallen die Module 1-7 sowie alle Veranstaltungen im Rahmen der fachbereichsweiten und fachbereichsübergreifenden Schwerpunkte (zur thematischen Vertiefung).

Sonderregelung:

Die oder der Studierende kann bei der oder dem Modulbeauftragten einen Antrag (eine Seite) stellen, bis zu 9 CP im Rahmen eines Praktikums zu erwerben. Der Studierende muss deutlich machen, wie das Praktikum zur Spezialisierung beiträgt. Die Prüfung (5 CP) kann nicht ersetzt werden.

Als praktikumsäquivalent gilt auch hochschulpolitisches Engagement. Aktivitäten können angerechnet werden, die auf einer Wahl basieren und mindestens ein Jahr ausgeübt wurden. Dabei sind nur die direkt gewählten Ämter zu berücksichtigen. Für hochschulpolitisches Engagement können 3 bzw. 6 CP angerechnet werden: ASTA-Vorstand (6CP), ASTA-Referat (3CP), Studierendenparlaments-Präsidium (3CP), Senat (6 CP), Fachbereichsrat (3CP), Fachschaft (3CP), Frauenrat (3CP). Die Prüfung kann auch in diesem Fall nicht ersetzt werden.

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Forschungspraktika (Pflichtbereich)
Modul 9:
Forschungspraktikum 1

Das Modul umfasst forschungsbezogene Veranstaltungsangebote, in deren Zentrum die eigenständige Umsetzung einer soziologischen Fragestellung im Rahmen einer empirischen Forschungsarbeit der Studierenden steht. Die Veranstaltungsangebote ermöglichen Studierenden einen eigenständigen theoriegeleiteten Datenzugang, etwa durch Feldzugang und Entwicklung einer Primärerhebung oder durch Bereitstellung von sekundäranalytisch auswertbaren Datensätzen der empirischen Sozialforschung. Das Veranstaltungsangebot im Modul decktsystematisch sowohl Bereiche der qualitativ-interpretativen als auch der quantitativ-statistischen Tradition der empirischen Sozialforschung ab, um Studierenden die Möglichkeit zu eröffnen, sich im Rahmen des Masterstudiums durch den Besuch entsprechender Veranstaltungen gezielt zu spezialisieren.

Es ist zudem möglich, die Module 9 und 10 durch Besuch eines semesterübergreifenden Forschungspraktikums unter der Leitung eines/r Dozent/in zu absolvieren, wobei in diesem Fall das erste Semester typischerweise der Konzeption und Vorbereitung einer Primärerhebung und das zweite der Durchführung der Datenerhebung sowie der Datenauswertung gewidmet sein wird.

Studierende müssen die Teilnahme an einem Seminar (4 SWS) nachweisen und eine schriftliche Modulabschlussprüfung in Form einer empirischen Forschungsarbeit ablegen.

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Modul 10:
Forschungspraktikum 2

Gleiche Inhalte wie Modul 9.

Studierende müssen die Teilnahme an einem Seminar (4 SWS) nachweisen und eine schriftliche Modulabschlussprüfung in Form einer empirischen Forschungsarbeit ablegen.

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Studienabschluss

Modul 11:
Begleitung des Studienabschlusses

Hier behandeln die Studierenden selbstgewählte, soziologische Gegenstände und Fragestellungen im Rahmen einer eigenständigen Forschungsarbeit. Sie können erlernte Methoden, Theorien, Konzepte und Arbeitstechniken am gewählten Gegenstand zum Einsatz bringen und zu einem fokussierten Forschungsprozess zusammen führen.

Studierende müssen die aktive Teilnahme an zwei Kolloqiuen nachweisen und eine mündliche Modulabschlussprüfung über die Abschlussarbeit ablegen.

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Modul 12:
Abschlussmodul

Anfertigung einer Masterarbeit zu einer selbst gewählten soziologischen Forschungsfrage.

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Alte Studienordnung (2010)

Für Studierende, die ihr Studium vor dem Wintersemester 2015/2016 angefangen haben, gilt die alte Studienordnung aus dem Jahre 2010. Die Studienordnung und eine Modulübersicht finden Sie im Downloadbereich. Studierende können die Masterprüfung nach der Ordnung vom 27.07.2010 bis spätestens 30.09.2017 ablegen.

Ein Wechsel in die neue Studienordnung ist möglich und erfolgt auf unwiderruflichen Antrag beim Prüfungsamt des Fachbereichs 03. Vor einem Wechsel wird der Besuch der Studienfachberatung empfohlen.