Prof. Dr. Daniela Grunow - Forschung

Aktuelle Projekte

Wertkonflikte, Arbeitsteilung und gesellschaftlicher Zusammenhalt im Geschlechterverhältnis


Geschlecht ist ein bedeutsamer Faktor bei der Herstellung gesellschaftlichen Zusammenhalts, der in den letzten Jahrzehnten besonders stark von sozialem Wandel betroffen ist. Als Folge konkurrieren etwa in Europa nicht nur verschiedene familien- und arbeitsmarktpolitische work-care Modelle, es koexistieren damit verbunden auch egalitäre und essentialistische Geschlechterideologien und Familienideale, deren sozial-strukturelle Fundierung und Folgen bislang unerforscht sind. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt, erstens, ob die konkurrierenden Geschlechter- und Familienideale mit anderen Werten, wie kultureller Offenheit beziehungsweise Schließung, Solidarität und Wahlverhalten zusammenhängen. Zweitens fragen wir, ob die politische Mobilisierung von Genderfragen durch politische Parteien zur Etablierung einer neuen politischen Polarisierung führt und wie sich diese zu anderen kulturellen und sozioökonomischen Spaltungslinien verhält. Drittens wird untersucht, welche sozio-strukturellen und -kulturellen Determinanten und Folgen unterschiedliche Formen der familialen Arbeitsteilung für die Reproduktion sozialer Ungleichheiten haben.

Leitung: Prof. Dr. Daniela Grunow, Prof. Sigrid Roßteutscher, PhD

Laufzeit: 03.2021 – 02.2023

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)


Wächst Europa zusammen? Konvergenz und Divergenz politischer Einstellungen in Europa

Nachdem Europa seit Ende des zweiten Weltkriegs stetig weiter zusammengewachsen ist, sind im letzten Jahrzehnt größere Herausforderungen einer weitergehenden EU-Integration deutlich sichtbar geworden. Vor diesem Hintergrund erforscht das Projekt potentielle Polarisierungs- und Fragmentierungstendenzen der öffentlichen Meinung in Europa. Dabei stehen Einstellungen zu vier politischen Schlüsselthemen im Zentrum der Untersuchung: ökonomische Umverteilung, Geschlechterverhältnisse, Einwanderung/kulturelle Diversität und Europäische Integration.

Polarisierungs- und Fragmentierungstendenzen werden entlang dieser Themen aus drei analytischen Perspektiven untersucht. Erstens werden Länderunterschiede in den politischen Themenverschränkungen, d.h. den Zusammenhängen zwischen den Einstellungen zu den politischen Schlüsselthemen, analysiert. Zweitens werden Einstellungsverteilungen zu den politischen Schlüsselthemen und deren Entwicklung im Zeitverlauf zwischen und innerhalb europäischer Länder verglichen. Drittens werden Einstellungsstrukturen zwischen Individuen verglichen, um sogenannte politische Glaubenssysteme zu identifizieren. Empirische Grundlagen bilden statistisch repräsentative ländervergleichende Surveys mit Längsschnitt-Design (repeated cross-section), wie z.B. der European Social Survey.

Leitung: Yassine Khoudja, PhD, Prof. Dr. Daniela Grunow

Laufzeit: 01.01.2021 - 31.12.2023

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Förderkennzeichen 01UG2114

   


Start des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Teilinstitut Frankfurt

Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) nimmt im Juni die Arbeit auf. Ziel der Forscher*innen im FGZ-Teilinstitut Frankfurt ist es, neue Formen gesellschaftlicher Vielfalt und ihre Auswirkungen auf die Austragung gesellschaftlicher Konflikte zu analysieren und die Bedingungen produktiven Streitens als Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu erkennen und praktisch nutzbar zu machen. Informationen zu diesem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsverbund finden Sie hier.

Leitung: Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Sprecherin), Prof. Dr. Rainer Forst (Co-Sprecher), Prof. Dr. Daniela Grunow (Co-Sprecherin) FGZ-Teilinstitut Frankfurt

Laufzeit: 01.06.2020 – 31.05.2024

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

   

Abgeschlossene Projekte

FAMILY FRIENDLY Firms & Careers

Der Einfluss familienfreundlicher Maßnahmen in Betrieben auf das Arbeitsmarktverhalten von Müttern und Vätern – eine empirische Analyse mit verknüpften Betriebs- und Personendaten.

Kooperationsprojekt mit dem Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Im Fokus des Projekts standen betriebliche familienfreundlichen Maßnahmen, welche auf eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zielen. Familienfreundliche Maßnahmen sind nicht nur ein zentrales Thema in der Arbeitsmarkt- und Familienpolitik, sondern mittlerweile fester Bestandteil in der betrieblichen Personalpolitik. Während die familienpolitischen Maßnahmen bereits evaluiert worden waren, besteht eine Forschungslücke für die betrieblichen Maßnahmen.

Das Projekt griff auf verknüpfte Betriebs- und Personendaten (sogenannte Linked-Employer-Employee-Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)) zurück, die eine Analyse der Wechselwirkungen zwischen betrieblich angebotenen Maßnahmen und staatlich gesteuerten Rahmenbedingungen sowie regionalen Kontextfaktoren auf individuelle Arbeitsmarktentscheidungen erlaubten.  

Projektleitung: Dr. Corinna Frodermann, Prof. Dr. Daniela Grunow, Dana Müller

ProjektmitarbeiterinnenAnn-Christin Bächmann, Marina Hagen

Laufzeit: 01.04.2017-31.12.2019

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)


Das APPARENT Projekt

Internationale und nationale Studien zu Normen und geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung beim Übergang zur Elternschaft.

Ziel des Projektes war die Erforschung aktuell vorherrschender Elternschaftsnormen; speziell deren Entstehung, Verbreitung und praktische Relevanz für geschlechtsspezifisches Handeln in sieben Europäischen Ländern. Im Fokus stand zum Einen, inwiefern Mutterschaft und Vaterschaft durch Expert(innen), Wohlfahrtsstaaten und Massenmedien konstruiert werden und zum Anderen, inwieweit kulturelle und institutionelle Normen beim Übergang zur Elternschaft von Paaren selbst wahrgenommen und umgesetzt werden.

Projektleitung: Prof. Dr. Daniela Grunow

Laufzeit: 01.01.2011-31.12.2016

Finanzierung: Europäischer Forschungsrat

Link zur Projektwebseite