Master of Arts Wirtschaftssoziologie - Aufbau

Auf einen Blick

Regelstudienzeit:    4 Semester (2 Studienjahre)
Studienbeginn:   nur Wintersemester
Zulassungsbeschränkung:   Ja
Umfang:   120 Kreditpunkte (CP)
Anzahl der Module:   8 Pflichtmodule, 1 Wahlpflichtmodul
Art der Modulprüfungen:   Hausarbeit
Klausur
Mündliche Prüfung (verpflichtend nur in Modul 10)
Unterrichtssprache(n):   Deutsch, Englisch

Inhalte und Aufbau

Der Masterstudiengang Wirtschaftssoziologie ist modular aufgebaut. Das Studium gliedert sich in acht Pflichtmodule und ein Wahlpflichtmodul.

Im Einzelnen besteht der M.A. Wirtschaftssoziologie aus folgenden Modulen:

Modulbezeichnung Modulinhalte CP

Modul 1:
Theorie der Wirtschaftssoziologie I: Klassische Beiträge

Das Modul gibt einen Überblick über Konzeptionen wirtschaftlichen Handelns und dessen soziale Dimensionen bei den Klassikern der Wirtschaftssoziologie. Im Mittelpunkt stehen klassische wirtschaftssoziologische Beiträge, die sich mit der Einbettung wirtschaftlichen Handelns in institutionelle Formen, soziale Strukturen und kulturelle Deutungsmuster in modernen kapitalistischen Marktwirtschaften befassen. Das Modul besteht aus zwei Veranstaltungen: ein zum Kerncurriculum gehörendes Seminar mit dem Titel „Klassiker der wirtschaftssoziologischen Theorie“, das klassische Autoren und Themen im Kontext der Ideengeschichte der Wirtschaftssoziologie behandelt (nur im Wintersemester) sowie ein weiteres Seminar aus dem Themenfeld wirtschaftssoziologischer Klassiker.

Die Veranstaltung „Klassiker der wirtschaftssoziologischen Theorie“ muss verpflichtend belegt werden. Die Modulabschlussprüfung muss in der Lehrveranstaltung des Kerncurriculums „Klassiker der wirtschaftssoziologischen Theorie“ erfolgen.

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Modul 2:
Empirie der Wirtschaftssoziologie I: Forschungsmethoden

In diesem Modul stehen die Vermittlung und Aneignung empirischer wirtschaftssoziologischer Forschungs-kompetenzen im Mittelpunkt. Qualitativ-interpretative und quantitative-statistische Ansätze werden gleichermaßen berücksichtigt, wobei ein besonderer Akzent auf der wirtschaftssoziologisch einschlägigen Netzwerkforschung liegt. Zudem bietet das Modul auch methodenkritische Inhalte zur Forschungslogik der Sozialforschung. Das Modul setzt sich aus zwei Lehrveranstaltungen zusammen: ein zum Kerncurriculum gehörendes Seminar, das einen Überblick zu empirischen Methoden und Methodenkontroversen der Wirtschaftssoziologie bietet, zudem ein weiteres Methodenseminar.

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Modul 3:
Arbeit und Organisation

Das Modul behandelt die Mikroebene soziologischer Perspektiven auf ökonomische Akteure und Prozesse im Hinblick auf die Gegenstandsbereiche Arbeit, Organisation und Innovation. Thematische Schwerpunkte sind: gesellschaftliche Dimensionen von Arbeit und Arbeitsbeziehungen; Betrieb, Arbeitsorganisation und Personal; Konflikt und Kooperation in Organisationen; Organisationswandel, Entrepreneurship und techno-logische Innovation. In diesem Modul werden zwei Veranstaltungen besucht: Zum einen ein zum Kerncurriculum gehörendes Seminar, das einen Überblick zur wirtschaftssoziologisch relevanten Arbeits- und Organisationsforschung bietet, zudem ein weiteres Seminar aus den Themenfeldern Arbeit, Organisation, bzw. Innovation.

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Modul 4:
Theorie der Wirtschaftssoziologie II: Aktuelle Diskussionen

Das Modul vertieft Kenntnisse zu aktuellen theoretischen Entwicklungen und Diskussionen der Wirtschaftssoziologie. Der vorherige Abschluss des Moduls 1 (Theorie der Wirtschaftssoziologie I) wird empfohlen. Im Vordergrund des Moduls 4 stehen theoretische Entwicklungen, die sich mit der handlungs-, institutionen- und kulturtheoretischen Fundierung soziologischer Analysen der Wirtschaft befassen. Hierzu gehören unter anderem aktuelle Diskussionen des soziologischen bzw. organisationalen Institutionalismus sowie Überschneidungen von Wirtschafts- und Wissenssoziologie. Auch interdisziplinäre Beziehungen zu Theoriefeldern wie der Politischen Ökonomie bzw. der Institutionenökonomik werden behandelt. Das Modul besteht aus zwei Veranstaltungen: ein zum Kern-curriculum gehörendes Seminar, das einen Überblick zu aktuellen wirtschaftssoziologischen Debatten bietet, sowie ein weiteres Seminar zur aktuellen wirtschaftssoziologischen Theoriebildung.

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Modul 5:
Empirie der Wirtschaftssoziologie II: Forschungspraxis

In diesem Modul sollen die empirischen Forschungskompetenzen der Studierenden in der Anwendung vertieft sowie weiterführende Möglichkeiten zur forschungspraktischen Spezialisierung geboten werden. Der vorherige Abschluss des Moduls 2 (Empirie der Wirtschaftssoziologie I) wird empfohlen. Die forschungs-praktische Vermittlung aktueller Methoden der qualitativen bzw. quantitativen empirischen Sozialforschung zielt darauf ab, erworbene Methodenkompetenzen auf die Analyse konkreter Fragestellungen der Wirtschafts-soziologie anzuwenden. Die Studierenden besuchen hierzu ein Forschungspraktikum, in welchem sie sich mit forschungspraktischen Problemen und Lösungswegen bei der Umsetzung eines empirischen Forschungs-designs befassen. Als Leistungsnachweis dient eine empirisch orientierte Hausarbeit.

Das Modul kann über ein oder zwei Semester belegt werden.
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Modul 6:
Markt, Kultur und internationale Wirtschaftsentwicklung
In diesem Modul stehen Märkte als zentrale Institutionen moderner kapitalistischer Ökonomien im Mittelpunkt. Das Modul verbindet soziologische Mikro- und Makroperspektiven. Dabei wird die Einbettung von Märkten in soziale Beziehungen, institutionelle Ordnungsformen und kulturelle Praktiken ebenso behandelt wie die Expansion von Marktlogiken in Ökonomisierungsprozessen. In diesem Rahmen sollen auch Variationen kapitalistischer Marktwirtschaften im Kontext der internationalen Wirtschaftsentwicklung untersucht werden. Das Modul umfasst zwei Veranstaltungen. Ein zum Kerncurriculum gehörendes Seminar befasst sich mit theoretischen Ansätzen und empirischen Befunden zur wirtschaftssoziologischen Sicht auf Märkte, Kulturen und Wirtschaftssysteme. Hinzu kommt ein weiteres, inhaltlich entsprechendes Seminar. 11
Modul 7:
Staat, Politik und Governance der Wirtschaft

Dieses Modul thematisiert die Möglichkeiten und Grenzen der politischen bzw. staatlichen Gestaltung wirtschaftlicher Prozesse. Behandelt wird neben den systematischen Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Politik insbesondere die staatliche Durchdringung von Märkten auch im Kontext internationaler Wirtschaftsentwicklung und Globalisierung. Zu diesem Themenkomplex gehören zudem die politischen und ökonomischen Aspekte der Wohlfahrtsstaatlichkeit aus historischer und international vergleichender Sicht. Hierin besteht eine Schnittstelle zu den Teildisziplinen der Politischen Soziologie und der Internationalen bzw. Vergleichenden Politischen Ökonomie. Das Modul besteht aus einem inhaltlich einschlägigen Seminar.

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Wahlpflichtbereich: Studierende belegen Modul 8 am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften oder Modul 9 am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

Modul 8:
fachbereichsinternes Vertiefungsmodul

In diesem Modul haben die Studierenden die Gelegenheit, einen der inhaltlichen Bereiche gemäß Modul 1-7 im Hinblick auf ihre Theorie- bzw. Methodenkompetenzen zu vertiefen.

Eine mehrfache Anrechnung von Veranstaltungen ist nicht möglich.

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Modul 9:
fachbereichsexternes Vertiefungsmodul

In diesem Modul können anstelle von Lehrveranstaltungen des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften zwei Optionen aus dem Veranstaltungsangebot des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften gewählt werden, in denen die Studierenden grundlegende wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse in drei Gebietenerlangen:

  • dem Bereich VWL-Mikroökonomie I (Modul BMIK des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften
  • dem Bereich VWL-Makroökonomie I (Modul BMAK des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften)

Bei der Wahl einer dieser drei Optionen gelten für den Erwerb der CP der oben genannten Module die Regeln (Anmeldung, Rücktritt, Organisation, Prüfungsform, etc.) der Ordnung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität für die Nebenfächer Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre in ihrer jeweils aktuellen Fassung.

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Modul 10:
Abschlussmodul

Die Studierenden fertigen ihre Masterarbeit zu einem selbstgewählten Thema an. Dabei reflektieren und diskutieren sie ihren eigenen Forschungsprozess im Rahmen eines begleitenden Forschungskolloquiums. Dadurch sollen sie ihre Fähigkeit zur Erarbeitung, argumentativen Beantwortung bzw. empirischen Durchführung und angemessenen Darstellung einer umfassenden wirtschaftssoziologischen Fragestellung in Form einer Masterarbeit unter Beweis stellen. Zudem wird die Fähigkeit geprüft, die eigenen Forschungsergebnisse in einem wissenschaftlichen Vortrag präsentieren und einem anschließenden Fachgespräch diskutieren zu können.

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