Erfahrungsberichte von Studierenden am Fachbereich 03

Nachfolgend finden Sie kurze Erfahrungsberichte von Studierenden verschiedener Studiengänge am Fachbereich 03. Die Antworten reichen von der Studienorganisation, über Auslandserfahrungen bis zu Freizeitmöglichkeiten und Engagement an der Goethe-Universität.

Erfahrungsberichte von...



Anna (24)

Anna 100

B.A. Soziologie, Nebenfach Politikwissenschaft, 7. Semester

Warum hast du dich für deinen Studiengang entschieden?

In der Oberstufe hatte ich zusätzlich das Fach Philosophie, in welchem wir viele gesellschaftsrelevante Themen behandelt haben. Dadurch angeregt, habe ich mich viel über gesellschaftspolitische Themen interessiert und fand die Kombination Soziologie und Politikwissenschaften die beste Möglichkeit, viele verschiedene Aspekte unseres Denkens und des Zusammenlebens zu vereinen.

Warum Frankfurt?

Frankfurt bietet durch seine einzigartige Historie zu Soziologie (Frankfurter Schule) und der Dimension und Wichtigkeit eine gute Übersicht. Der Fachbereich ist sehr groß und auch der Bezug zur kritischen Theorie war für mich sehr wichtig.

Was gefällt dir besonders an deinem Studium?

Die Auswahl der Seminare und die Auseinandersetzung mit kritischen Texten und Positionen. Des Weiteren bietet der Fachbereich durch Autonome Tutorien und viele Zusatzangebote zur eigenständigen Auseinandersetzung mit Themen und Denkern, die das Lehrangebot der Uni nicht bewerkstelligen kann. Auch die Freiheit Seminare frei nach Interesse zu belegen und nicht einen vorgeschriebenen Stundenplan zu haben, finde ich sehr gut.

Welche Interessen oder Fähigkeiten sind in deinem Studiengang von Vorteil?

Gesellschaftspolitische Interessen sowie das Verlangen danach, bestehende gesellschaftliche Strukturen zu verstehen, sie zu hinterfragen und neu zu denken sind gute Voraussetzungen.

Wie sieht dein Studienalltag aus?

Das Studium bietet durchaus viele  Freiheiten. Die meist überfüllten Seminare bieten jedoch spätestens ab der vierten Woche des Semesteranfanges eine gute Basis sich mit den Texten auseinanderzusetzen. Meistens ist das Semester durch das Vorbereiten von Präsentationen und Referaten bestimmt und mit vielem Lesen und bearbeiten von Texten. Die Auseinandersetzung mit Texten, die Bearbeitung und das Hinterfragen bzw. das Verständnis zu bestimmten Theorien oder Ansätzen.

Wie sieht eine typische Studienwoche bei dir aus? Wie zeitintensiv ist dein Studium?

Das Studium ist im Semester, wenn man gerne liest und Texte bearbeitet, nicht so zeitintensiv. In den Semesterferien kann es jedoch durch Hausarbeiten etc. doch knapp werden. Im Großen und Ganzen würde ich jedoch das Studium so arbeitsintensiv betrachten, inwieweit man bereit ist, auch selbst aktiv zu werden und den eigenen Elan und Motivation reinzustecken.

Mit was hast du nicht gerechnet, als du dein Studium aufgenommen hast?

Dass viele Gedanken, Probleme, Gegebenheiten schon von vielen Vordenker_innen entdeckt und bearbeitet worden sind, dass viele Themen immer noch hochaktuell sind und dass Diskussionen und Diskurse eine der wichtigsten Komponenten darstellen.

Wie ist es an einer so großen Uni und an einem so großen Fachbereich zu studieren?

Da man von Anfang an die Seminare frei wählen kann, sitzt man oft mit verschiedensten Leuten aus verschiedensten Semestern zusammen. Das fand ich immer sehr bereichernd und aufschlussreich. Ich fand die Größe tatsächlich in den ersten Wochen jedes Seminars sehr anstrengend, auch war es meistens schwer in überfüllten Seminaren gute Diskussionen zu führen.

Wie zufrieden bist du mit der Ausstattung der Lernräume, der Bibliothek und des Campus insgesamt?

Ich denke die Ausstattung der Universität ist zufriedenstellend. Es sind immer noch zu wenige Seminarräume vorhanden, wenige Plätze für studentische Projekte und Initiativen. Technisch gesehen ist die Uni denke ich gut ausgestattet. Trotzdem trifft die Unterfinanzierung der Universitäten auch teilweise die Bibliotheken und die Lehrangebote.

Welche Berufsvorstellungen hast du zurzeit bzw. hattest du am Anfang deines Studiums?

Da das Studium ein allgemeinbildendes Studium darstellt, habe ich am Anfang wenig über mögliche Berufsbereiche gedacht. Ich hatte immer vor, im journalistischen Bereich bzw. in der Öffentlichkeitsarbeit verschiedener Einrichtungen zu arbeiten. Mittlerweile habe ich mich stark auf bildungspolitische Themen spezialisiert.

Haben diese sich durch das Studium geändert?

Ich habe auf jeden Fall mehr Hintergrundwissen und kann viele Themenbereiche besser verknüpfen und bestimmte Sachverhalte soziologisch und gesellschaftspolitisch betrachten.

Wo hast du dein Praktikum gemacht bzw. wo planst du es zu machen?

Ich habe ein Praktikum im Ministerium für Diaspora in Armenien absolviert und eines beim Vorstand der IG Metall im Bereich Bildungs- und Qulifizierungspolitik.

Warst du im Ausland? Und war es schwer das zu organisieren?

Ich habe ein Auslandspraktikum (acht Wochen) und verschiedene Summerschools (je drei Wochen in Paris und St. Petersburg) absolviert. Diese waren jedoch extern durch mein Studienförderwerk geplant und daher nicht direkt mit der Hochschule verbunden.

Was ist der größte Unterschied zwischen Schule und Studium?

Mehr selbstverwaltete und interessengeleitete Inhalte. Mehr Eigenverantwortung und Eigenorganisation.

Hast du noch Tipps zur Studienorganisation?

Ich habe oft Seminare nach Interesse gewählt und meistens zu viele Seminare im Semester belegt. Ich denke, ich bin keine gute Hilfe für die Studienorganisation, weil ich fast alles auf den letzten Drücker gemacht habe.

Wie lernt man zum Studienbeginn am besten neue Leute kennen?

Ich habe vieler meiner Freund_innen in der Orientierungswoche kennengelernt. Außerdem durch mein ehrenamtliches Engagement (z.B. in der Fachschaft) oder in Seminaren, durch gemeinsame Referate etc.

Was würdest du Studieninteressierten noch als Tipp mit auf den Weg geben?

Habt den Mut kritisch zu hinterfragen, euch mit Problemen und Themen auseinanderzusetzen und versucht eine eigne Meinung zu bilden, um auch mündig gegen Missstände anzukämpfen. Versucht viele Möglichkeiten, auch Diskurse mitzunehmen und euch mit euren Freund_innen und Kommiliton_innen auszutauschen. Habt den Mut auch Konfrontationen und Konflikte auszutragen und bringt euch ein. Seid ein aktiver Teil und nimmt nicht alles gleichgültig hin. Seid die Leute, die versuchen etwas zu verändern. 

Welche außercurriculare Angebote an der Uni bzw. in Frankfurt würdest du empfehlen?

 


Philipp (22)

Philipp 100

B.A. Politikwissenschaft, Nebenfach Volkswirtschaftslehre, 4. Semester

Warum Frankfurt?

Frankfurt ist eine tolle Stadt und sehr zentral in Deutschland. Für mich war auch das Semesterticket entscheidend. Es erlaubt mir bis in meine alte Heimat (Kassel) zu reisen ohne zu zahlen.

Was gefällt dir besonders an deinem Studium?

Das Beste am politikwissenschaftlichen Studium in Frankfurt ist, dass eine unglaubliche Gestaltungsmöglichkeit vorhanden ist. Man kann sich Themen und Studienschwerpunkte, als auch den Studiumsverlauf aussuchen und flexibel (um)gestalten. In der Praxis heißt das, dass man für die zu erfüllenden Module eine riesige thematische Bandbreite hat, aus der man sich die für sich interessanten heraussuchen kann.

Welche Interessen oder Fähigkeiten sind in deinem Studiengang von Vorteil?

Selbstverständlich bedarf es für das politikwissenschaftliche Studium eines gewissen Grundinteresses an Politik, aber viel Faszination kommt auch während des Studiums. Ansonsten ist gutes Englisch in Schrift und Sprache sehr von Vorteil.

Wie sieht eine typische Studienwoche bei dir aus? Wie zeitintensiv ist dein Studium?

Je nach Semester habe ich unterschiedliche Studienwochen. Dabei passe ich mein Studium immer meinem Leben an. So habe ich im zweiten Semester insgesamt mehr Kurse belegt als nötig um mich im dritten Semester hauptsächlich auf Praktikum und Arbeit zu konzentrieren und nur zwei Kurse zu besuchen.

Mit was hast du nicht gerechnet, als du dein Studium aufgenommen hast?

Der Grad der Selbstständigkeit war viel höher im Studium als ich es von Schule oder Bundeswehr gewohnt war. Die vielen Freiheiten die das jedoch auch mit sich bringt hätte ich mir auch erhofft.

Wie ist es an einer so großen Uni und an einem so großen Fachbereich zu studieren?

Es ist schon auch sehr oft anonym. Trotzdem kriegt man gerade in unserem Fachbereich sehr viel Abwechslung und Diversität geboten.

Wie zufrieden bist du mit der Ausstattung der Lernräume, der Bibliothek und des Campus insgesamt?

Ich denke der Campus ist überragend. Dadurch, dass der Campus Westend noch sehr neu ist und noch immer wächst hält er sehr gute Möglichkeiten bereit.

Welche Berufsvorstellungen hast du zurzeit bzw. hattest du am Anfang deines Studiums? Haben sich diese durch das Studium geändert?

Vor dem Studium hatte ich nicht wirklich eine Idee, was ich mit einem politikwissenschaftlichen Studium beruflich anfangen will. Aber während dem Studium habe ich mich aktiv informiert und einige Möglichkeiten gefunden. Interessensvertretung ist dadurch das für mich interessanteste Berufsfeld geworden.

Wo hast du dein Praktikum gemacht bzw. wo planst du es zu machen?

Mein politikwissenschaftliches Praktikum möchte ich sehr gerne im Bestfall bei den Vereinten Nationen in Genf machen. Alternativ habe ich Institutionen der Europäischen Union im Blick.

Warst du im Ausland? Und war es schwer, das zu organisieren?

Nein.

Was würdest du Studieninteressierten noch als Tipp mit auf den Weg geben?

Gerade in den ersten Semestern sollte man sich umschauen, was die Uni alles für Möglichkeiten bietet und diese auch wahrnehmen. Egal ob Unterstützung beim Bewerben, Freizeitgestaltung (Sportangebot), Auslandssemester, Studiengestaltung (Kursangebot), Engagement in studentischen Vereinen und Projekten, Stipendien und etliche Informationen: die Universität Frankfurt bietet äußert viele Möglichkeiten. Wer sich umschaut wird viele Chancen finden!


Robin (23)

Robin 100

B.A. Politikwissenschaft, 8. Semester

Warum hast du dich für deinen Studiengang entschieden?

Die Entscheidung in Frankfurt Politikwissenschaft zu studieren fällte ich spontan bei einem Freund. Im Gegensatz zu mir hatte er sich schon intensiv mit der Frage nach der geeignetsten Universität auseinander gesetzt und empfahl mir ebenfalls eine Bewerbung gen Frankfurt abzuschicken. Im Nachhinein war es vielleicht etwas blauäugig, doch bereut habe ich diese Entscheidung in den vergangenen vier Jahren noch kein einziges Mal. Als sportbegeisterter Student liebe ich in Frankfurt die vielen Parks und Sportstätten in den ich mich mit anderen Kommiliton_innen bei Sportarten wie Beachvolleyball, Football oder Slacklinen auspowern kann.

Das politikwissenschaftliche Studium an der Goethe Universität kennzeichnet sich vor allem durch die enorme Vielfalt des Kursangebots. So war es mir schon ab dem ersten Semester möglich meinen spezifischen Interessensschwerpunkt innerhalb der Politikwissenschaft zu verfolgen. Bei so viel Freiheit ist es jedoch wichtig sich einen gewissen Grad an Selbstorganisation anzueignen. Denn die Herausforderung dieses Studiengangs liegt meiner Meinung nach nicht in der Schwierigkeit der einzelnen Themen, sondern in deren Komplexität. Aber keine Sorge, für Studierende mit einem ausgeprägten Interesse an den zu lesenden Texten ist es ohne große Probleme möglich das wöchentliche Pensum zu erreichen.

Wie sieht dein Studienalltag aus?

Nachdem ich meine Bachelorarbeit abgegeben habe, warte ich im Moment auf die Rückmeldung meines Erstkorrektors. In der Zwischenzeit bewerbe ich mich für Praktika im Ausland und vergleiche internationale Masterprogramme. Tatsächlich lernte ich erst während meiner studienbegleitenden Pflichtpraktika, dass es ungemein wichtig ist sich als Politikwissenschaftler noch außerhalb des Studiums zu engagieren und neben Englisch noch min. eine weitere Fremdsprache zu erlernen.

Natürlich sah mein Studienalltag bis zu meinem sechsten Semester noch anders aus. Mal saß ich mit über zweihundert Kommiliton_innen in Vorlesungen und ließ mich vom Vortrag eines Dozenten berieseln, ein andermal nahm nur ein Kommilitone und ich in einem zwei-semestrigen Kurs teil. Unabhängig von der Größe oder dem Format des Kurses, stets gilt es die aufgegebenen Texte zu lesen, um zu verstehen worüber der Vortragende überhaupt erzählt. Im Schnitt verbrachte ich jeden Tag vier Stunden an der Universität in Kursen und zugehörigen Tutorien und nochmals drei Stunden Zuhause mit dem Lesen der aufgegebenen Texte oder zu lösenden Aufgaben.

Obwohl zu Beginn umstritten aufgrund seiner Historie, empfinde ich den Campus Westend heute als einen sehr einladenden und praktischen Platz zum Treffen von Kommiliton_innen, als auch zum Lernen und Lesen (Kleiner Tipp, die Bibs im IG-Farbenhaus sind meist leerer als die im PEG oder RuW). Versteckt durch seine schiere Größe gibt es auf dem Campus Westend einige Schmankerln zu entdecken, die am besten selbst gefunden werden sollten.

Welche Berufsvorstellungen hast du zurzeit bzw. hattest du am Anfang deines Studiums?

Meine berufliche Zukunft sehe ich beim Auswärtigen Amt. Dieses Ziel verfolge ich seit meinem zweiten Semester und hat sich seitdem nicht geändert. Meine Praktika absolvierte ich in einer Gemeindeverwaltung, was ich nur jedem wärmstens empfehlen kann und am IFSH, einem ThinkTank in Hamburg. Wer auf der Suche nach begehrten Praktika ist, sollte sich nicht von mehreren Absagen aus der Ruhe bringen lassen.

Ausland

Mein fünftes Semester verbrachte ich mit ERASMUS in Warschau. Es war eine wunderbare Zeit, die mich dazu bringt jedem Studierenden einen Auslandaufenthalt zu empfehlen. Zwar ist zuvor einiges an Papierkram zu erledigen, doch ist dieser nervige Aufwand es vollkommen wert. Wer schon zuvor einen Vorgeschmack erleben möchte, kann sich ab dem ersten Semester beim ESN an der Goethe Uni engagieren. Das ESN ist eine Studierendenorganisation die ausländischen ERASMUS-Studierenden ein Kultur- und Freizeitangebot anbietet.

Weiteres

Wichtig für ein erfolgreiches Studium ist natürlich ein gesunder Freundeskreis. Die Einführungswoche, die Sprach- und das Sportangebot der Goethe Uni bieten dazu gute Gelegenheiten um neue Leute kennen zu lernen.


Helena (24)

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M.A. Internationale Studien / Friedens- und Konfliktforschung, 2. Semester

Warum hast du dich für deinen Studiengang entschieden?

Ich habe mich hauptsächlich für den Studiengang entschieden, weil die Goethe-Universität gerade im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung einen sehr guten Ruf genießt. Dass der Studiengang zudem in Kooperation mit der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und der TU Darmstadt angeboten wird, macht den Studiengang so besonders und thematisch vielfältig.

An meinem Studium gefällt mir besonders gut, dass es mich auf ein breites Arbeitsfeld vorbereitet, aber eine persönliche Schwerpunktsetzung der Studieninhalte durch das große Seminarangebot trotzdem möglich ist.

Für den Studiengang von Vorteil sind ein Interesse am aktuellen Zeitgeschehen, gerade im Bereich der internationalen Politik, sowie die Lust und Bereitschaft zum Lesen von wissenschaftlichen Texten, besonders auf Englisch. 

Für die Goethe-Universität spricht zudem, dass Frankfurt eine interessante und multikulturelle Stadt ist, die viel Lebensqualität und Freizeitmöglichkeiten bietet.

Wie sieht dein Studienalltag aus?

In einer typischen Studienwoche verbringe ich relativ viel Zeit mit der Vorbereitung der Seminare, also mit Lesen. Auch Präsentationen und kleinere Essays müssen teilweise über das Semester eingereicht werden. Mit ein wenig Organisation bleibt dann noch Zeit für einen Nebenjob.

An einer großen Uni wie der Goethe-Universität zu studieren, hat in meinen Augen bisher nur Vorteile für mich gebracht. Die Seminare sind gut besucht  und durch die Vielzahl an Dozent_innen gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Seminaren. Außerdem ist es so möglich interdisziplinär zu lernen, da meist auch Kommiliton_innen aus anderen Studiengängen an den Seminaren teilnehmen. Ein Pluspunkt ist der schön gestaltete Campus Westend. Er liegt zentral in der Nähe des Stadtzentrums und hat sogar mehrere Mensen. Auch die Fachbereichsbibliothek ist durch ihre Größe bestens sortiert. Da die Gebäude auf dem Campus Westend noch relativ neu sind, ist zudem die technische Ausstattung sehr gut.

Welche Berufsvorstellungen hast du zurzeit bzw. hattest du am Anfang deines Studiums?

Nach dem Studium möchte ich für eine NGO im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit arbeiten. Durch das Masterstudium hat sich dieser Berufswunsch weiter bei mir verfestigt, denn ich denke das Studium bereitet mich durch seine Vielfältigkeit gut auf eine Tätigkeit in diesem Bereich vor.

Warst du im Ausland und war es schwer, das zu organisieren?

Ich war schon während meines Bachelorstudiums im Ausland (Wales). Nächstes Semester werde ich außerdem nochmal für ein Semester in Schweden studieren. Die Organisation ist gerade in der Bewerbungsphase etwas aufwändiger, jedoch absolut zu bewältigen. Sobald die Zusage erfolgt, hilft dann auch die Gastuniversität bei der Organisation, zum Beispiel hinsichtlich Unterkunft und Kurswahl. Gerade im Masterstudiengang ISFK ist es sicherlich von Vorteil, schon im Ausland gewesen zu sein oder während des Studiums noch einmal ins Ausland gehen zu wollen. Auslandsaufenthalte sind gerne gesehen und deshalb bietet die Universität diverse Austauschprogramme an.

Was würdest du Studieninteressierten noch als Tipp auf den Weg geben?

Im Masterstudium wird noch mehr als im Bachelorstudium eine eigenständige Auseinandersetzung mit den Studieninhalten vorausgesetzt. Ein gewisses Grundinteresse an den Seminarthemen und die Lust sich mit den Inhalten auch außerhalb des Seminars auseinanderzusetzen macht das Diskutieren mit Kommiliton_innen auf jeden Fall spannender. Es studiert sich also leichter, wenn man seine Seminare hauptsächlich nach Interesse wählt. Die erste Semesterwoche bietet deshalb die Gelegenheit, sich Seminare anzuschauen die spannend klingen und dann die besten zu behalten.

Wichtig ist außerdem, sich gerade am Anfang des Studiums nicht zu viel zuzumuten und nur so viel zu belegen, wie auch sinnvoll zu bewältigen ist.

Auch nette Kommiliton_innen verschönern den Studienalltag. Viele davon habe ich direkt bei der Einführungsveranstaltung unseres Masters kenngelernt. Der Fachbereich organisiert dafür ein Kennenlern-Treffen und Kneipentouren, an denen man schnell neue Bekanntschaften schließt und deshalb unbedingt teilnehmen sollte.


Vadim (30)

Vadim 100

B.A. Politikwissenschaft, Nebenfach Rechtswissenschaft, 6. Semester

Warum hast du dich für deinen Studiengang entschieden?

Frankfurt hat eine lange Tradition kritischer Gesellschaftstheorie und galt lange Zeit als die Adresse für kritische Gesellschaftswissenschaften. Auch wenn das Profil des Fachbereichs sich gewandelt hat, bleibt Frankfurt immer noch ein guter Ort für kritisches Denken und Handeln. Gut gefällt mir, dass es durch eine aktive Studierendenschaft viele Veranstaltungen außerhalb des Stundenplans selbstorganisiert stattfinden, z.B. die autonomen Tutorien. Das gibt es an anderen Universitäten oder Fachbereichen in dieser Form nicht.

An meinem Studium gefällt mir am meisten die flexible Studienordnung. Hier gibt es keine Vorgaben was wann zu studieren ist und keinen Druck besonders schnell fertig zu werden. Sie schafft Freiräume um sich seine eigenen Schwerpunkte im Semester zu setzen. Das erfordert aber auch eine gute Selbstorganisation und man sollte sich eigene Ziele für das Studium setzen um sich besser zu orientieren.

Wie sieht dein Studienalltag aus?

Ich gehe meist an zwei Tagen in der Woche zu Lehrveranstaltungen. Die restlichen Tage arbeite ich oder lese Texte für die Seminare der kommenden Woche. Insgesamt wende ich wöchentlich ca. 20 Stunden für das Studium auf. Das Studieren an einer so großen Universität ist manchmal nicht einfach, denn oft sind die Lehrveranstaltungen, die Mensa oder die Bibliothek überfüllt, so dass man keinen Platz mehr bekommt. Das ist aber meist nur zu Beginn und zum Ende des Semesters so. Ansonsten hat man auf dem neuen Campus eine gute technische und räumliche Ausstattung, auch wenn es derzeit noch an freien studentischen Räumen fehlt. Ich engagiere mich darüber hinaus noch in studentischen Initiativen und politischen Gruppen in und außerhalb der Universität.

Welche Berufsvorstellungen hast du zurzeit bzw. hattest du am Anfang deines Studiums?

Da ich vor dem Studium bereits eine Berufsausbildung und mehrere Jahre Berufserfahrung hatte, wusste ich ganz genau was ich nach meinem Studium machen möchte: politische Arbeit in einer Gewerkschaft oder im „Politikbetrieb“. Dieser Wunsch hat sich während des Studiums nicht verändert.

Mein Praktikum habe ich im Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in St. Petersburg (Russland) absolviert, was mir einen guten Einblick in den Diplomatischen Dienst verschafft hat und eine interessante Erfahrung war.

Warst du im Ausland und war es schwer, das zu organisieren?

Ich war nur für die Dauer meines dreimonatigen Praktikums in Russland. Die Organisation war nicht so schwer, da ich sehr gut Russisch spreche und von meiner Dienststelle unterstützt wurde. Man sollte sich aber frühzeitig um eine Finanzierungsquelle wie z.B. ein Stipendium und um die Bewerbung kümmern, da es sehr frühe Fristen dafür gibt.

Außerdem nahm ich an zwei einmonatigen Summerschools bzw. Sprachkursen an der Staatlichen Universität St. Petersburg und der Universidad de Oviedo (Spanien) teil, die allerdings extern organisiert wurden.

Was würdest du Studieninteressierten noch als Tipp mit auf den Weg geben?

Ich würde empfehlen gleich zu Beginn bei der Orientierungsveranstaltung teilzunehmen, weil man in den Mentoringgruppen schnell neue Leute kennenlernt. Mit einigen Leuten von damals habe ich bis heute noch Kontakt.

Außerdem sollte man sich für das Semester nicht zu viel vornehmen. Am Anfang des Studiums sollte man nur 1-2 Lehrveranstaltungen besuchen und sich dafür mehr die Universität und die Arbeit unterschiedlicher Gruppen ansehen, die hier aktiv sind. Dort lernt man schnell auch andere Leute anderer Studiengänge kennen und versteht besser wie das „System Universität“ funktioniert.

Das Studium ist mehr als der Besuch von Lehrveranstaltungen und das Schreiben von Klausuren und Hausarbeiten. Wenn es nicht zu einer Last werden soll, sollte man sich einen Ausgleich suchen.