Veranstaltungen von und mit Mitgliedern des Instituts für Soziologie ​​

Vortrag

Vortragsreihe "Kritische Soziologie": Anti-Malthusianismus in Zeiten des Klimawandels: Die Perspektive der reproduktiven Gerechtigkeit | PD Dr. Susanne Schultz (Goethe-Universität Frankfurt)

Der Vortrag findet c.t. und über Zoom statt; bitte melden Sie sich bei OLAT an.

Buchvorstellung

Buchvorstellung - öffentlicher Abendvortrag:
Francis Seeck (Berlin): Care trans_formieren. Eine ethnographische Studie zu trans und nicht-binärer Sorgearbeit
(erschienen 2021 bei transcript)

Wie wird Care jenseits heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit entworfen? Wie werden Fürsorge und Selbstsorge in nicht-binären und trans Räumen organisiert und gelebt – abseits medizinischer und familiärer Versorgungskontexte? Dazu gibt es bislang kaum Forschung. Francis Seeck wendet sich dieser Leerstelle zu und interviewte und begleitete Personen, die Sorgearbeit für andere trans und nicht-binäre Personen leisten. Die ethnographische Studie vertieft das Verständnis des komplexen Verhältnisses von Gender und Care. Zudem macht sie auf die Bedeutung der Kategorie Klasse in Sorgebeziehungen aufmerksam. Sie zeigt, wie Klassenunterschiede und Klassismus den Zugang zu Für_Sorge erschweren, dass in den Zonen der Prekarität aber auch neue Formen der Fürsorge entstehen. Die hier entwickelte Forschungsstrategie der Sorgenden Ethnographie ermöglicht, Care-Praktiken als zentralen Bestandteil ethnographischer Forschung produktiv zu machen.

Francis Seeck, geb. 1987, ist Kulturanthropolog*in, Antidiskriminierungstrainer*in und Autor*in sowie aktuell als Post-Doc an der Humboldt-Universität Berlin beschäftigt.

Die Veranstaltung ist hochschulöffentlich findet im Rahmen des Kolloquiums von Prof. Dr. Ferdinand Sutterlüty statt. Weitere Informationen sowie Modalitäten zur Anmeldung/Teilnahme entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungsflyer

Diskussion

Kontrovers: Aus dem FGZ - "Neue Konfliktlinien: Polarisiert sich Deutschland?"


Die Veranstaltung findet online via Zoom statt. Wir bitten um eine Anmeldung an veranstaltungen-fgz@uni-frankfurt.de. Die Login-Daten werden nach Anmeldung übermittelt.


„Neue Konfliktlinien: Polarisiert sich Deutschland?“

Die in Politik und Öffentlichkeit artikulierte Sorge um eine gesellschaftliche Polarisierung umfasst verschiedene Annahmen: Politische Streitfragen zu Pandemiebekämpfung, Klima-, Gender- und Migrationspolitik würden zunehmend verhärtet geführt, Meinungen und Einstellungen, Gruppen und Parteien stünden sich dabei unversöhnlich bis feindschaftlich gegenüber und radikalisierten sich. Wechselseitiges Vertrauen und Kompromissbereitschaft gingen verloren und Konflikte würden immer häufiger gewaltsam ausgetragen. Das „Auseinanderdriften der Gesellschaft“ wird darüber hinaus in einer unüberbrückbar werdenden Kluft zwischen Arm und Reich, regional ungleichen Lebensverhältnissen sowie fehlenden Bildungs- und Aufstiegschancen diagnostiziert.

Im Format „Kontrovers: Aus dem FGZ“ wollen wir diese Thesen wissenschaftlich einordnen und diskutieren: Haben wir es überhaupt mit einer Polarisierung der Lager und politischen Einstellungen in Deutschland zu tun oder ist diese Sichtweise verzerrt? Lassen sich neue kulturelle und sozioökonomische Konfliktlinien und gesellschaftliche Spaltungstendenzen erkennen? Welche Daten sprechen dafür, welche dagegen? Und schließlich: Wieviele dieser Gegensätze kann und muss eine plurale Demokratie aushalten?

Mit der Diskussion dieser und weiterer Fragen zwischen Prof. Dr. Daniela Grunow (Professorin für Soziologie, FGZ Frankfurt/Goethe-Universität) und Prof. Dr. Andreas Zick (Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, FGZ Bielefeld/Universität Bielefeld), moderiert von Heike List (Wissenschaftliche Referentin der Geschäftsführung, FGZ), startet die Reihe „Kontrovers: Aus dem FGZ“ ins Jahr 2022.


Daniela Grunow ist Direktorin des Institute for Empirical-Analytical Research (InFER) und Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt „Quantitative Analysen gesellschaftlichen Wandels“ am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität sowie Sprecherin der Forschungsgruppe „Reconfiguration and Internalization of Social Structure“ (RISS). Am FGZ-Standort Frankfurt ist sie stellvertretende Sprecherin und leitet zwei Teilprojekte, darunter „Wertkonflikte, Arbeitsteilung und gesellschaftlicher Zusammenhalt im Geschlechterverhältnis“. Ihre Forschung und Lehre konzentrieren sich auf die Wechselwirkungen von Arbeitsmarkt, Hausarbeit und Geschlechterbeziehungen in verschiedenen Wohlfahrtsstaaten sowie auf Aspekte sozialer Integration und Kohäsion. Zur Erforschung dieser Themen verwendet sie unterschiedliche empirische Methoden; speziell Methoden zur Analyse von Längsschnittdaten.

Andreas Zick ist Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung und Professor für Sozialisation und Konfliktforschung an der Universität Bielefeld sowie Sprecher des Standorts Bielefeld des FGZ. Am FGZ-Standort Bielefeld leitet er vier Forschungsprojekte, darunter das Projekt „Zusammenhalt in und durch Nachbarschaften – Stadtteilstudien und Regionalpanel NRW und Niedersachsen“. Seine Forschungsschwerpunkte liegen bei Intergruppenkonflikten, Vorurteilen und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Radikalisierung und Extremismus sowie Migrations- und Integrationsprozessen. Er engagiert sich zudem langjährig in der medialen und öffentlichen Vermittlung seiner Forschungsergebnisse zu Ursachen, Formen und Folgen innergesellschaftlicher Konflikte, Diskriminierung und Gewalt.

Heike List ist Wissenschaftliche Referentin der Geschäftsführung des FGZ. An der Goethe-Universität arbeitete sie zuvor in der Geschäftsstelle des Exzellenzclusters „Normative Orders“ und als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im EU-Verbundprojekt „Reconstituting Democracy in Europe“ (RECON) am Lehrstuhl für politische Theorie und Philosophie in der Lehre und Forschung u.a. zu normativen Ordnungsstrukturen der EU und dem Spannungsverhältnis von nationaler Vielfalt und Demokratie.
 

Buchvorstellung

Buchvorstellung - öffentlicher Abendvortrag:

Franziska Fay (Mainz): Disputing Discipline: Child Protection, Punishment, and Piety in Zanzibar Schools (erschienen 2021 bei Rutgers University Press)

Disputing Discipline explores how global and local children's rights activists' efforts within the school systems of Zanzibar to eradicate corporal punishment are changing the archipelago's moral and political landscape. Through an equal consideration of child and adult perspectives, Fay explores what child protection means for Zanzibari children who have to negotiate their lives at the intersections of universalized and local "child protection" aspirations while growing up to be pious and responsible adults. Through a visual and participatory ethnographic approach that foregrounds young people's voices through their poetry, photographs, and drawings, paired with in-depth Swahili language analysis, Fay shows how children's views and experiences can transform our understanding of child protection. This book demonstrates that to improve interventions, policy makers and practitioners need to understand child protection beyond a policy sense of the term and respond to the reality of children's lives to avoid unintentionally compromising, rather than improving, young people's well-being.

Franziska Fay is Assistant Professor of Anthropology at the Johannes Gutenberg-University of Mainz.

Die Veranstaltung ist hochschulöffentlich findet im Rahmen des Kolloquiums von Prof. Dr. Ferdinand Sutterlüty statt. Weitere Informationen sowie Modalitäten zur Anmeldung/Teilnahme entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungsflyer.

 

[English below]

Gastvortrag von Nicole Starosielski (Associate Professor of Media, Culture & Communication, NYU Steinhardt)


Im Rahmen der Vorlesungsreihe am Arbeitsbereich “Biotechnologie, Natur und Gesellschaft" und des ERC-Projekts CRYOSOCIETIES laden wir zu einem Gastvortrag von Nicole Starosielski (Associate Professor of Media, Culture & Communication, NYU Steinhardt) über “Thermal Mediation: Critical Temperature Studies and the Digital Cold" am 20. Januar 2022 um 16:15 Uhr ein. In Anknüpfung an ihr neu erschienenes Buch Media Hot & Cold (Duke University Press 2021) wird Starosielski Teile einer Theorie Thermischer Mediation vorstellen, das Feld der Critical Temperature Studies skizzieren und die zunehmende Abkühlung digitaler Systeme diskutieren. 

Bei Interesse bitten wir Sie, sich bei Viona Hartmann (hartmann@soz.uni-frankfurt.de) anzumelden, um den Zoom-Link für die Veranstaltung zu erhalten.


Auszug aus der Buchankündigung:

In Media Hot and Cold Nicole Starosielski examines the cultural dimensions of temperature to theorize the ways heat and cold can be used as a means of communication, subjugation, and control. Diving into the history of thermal media, from infrared cameras to thermostats to torture sweatboxes, Starosielski explores the many meanings and messages of temperature. During the twentieth century, heat and cold were broadcast through mass thermal media. Today, digital thermal media such as bodily air conditioners offer personalized forms of thermal communication and comfort. Although these new media promise to help mitigate the uneven effects of climate change, Starosielski shows how they can operate as a form of biopower by determining who has the ability to control their own thermal environment. In this way, thermal media can enact thermal violence in ways that reinforce racialized, colonial, gendered, and sexualized hierarchies. By outlining how the control of temperature reveals power relations, Starosielski offers a framework to better understand the dramatic transformations of hot and cold media in the twenty-first century.

Veranstaltet von Thomas Lemke, Sara Lafuente-Funes, Viona Hartmann, Veit Braun, Ruzana Liburkina


Guest lecture by Nicole Starosielski (Associate Professor of Media, Culture & Comm., NYU Steinhardt) on 20 Jan 2022 at 4:15 pm

As part of the lecture series at the research group Biotechnology, Nature and Society and the ERC project CRYOSOCIETIES, we invite you to a guest lecture by Nicole Starosielski (Associate Professor of Media, Culture & Communication, NYU Steinhardt) on "Thermal Mediation: Critical Temperature Studies and the Digital Cold" on 20 January 2022 at 4:15 pm. Following on from her recent book Media Hot & Cold (Duke University Press 2021), Starosielski will theorize thermal mediation, outline the project of critical temperature studies, and analyze the coldward course of digital systems.

Please register with Viona Hartmann (hartmann@soz.uni-frankfurt.de) to receive the zoom link for the event.

Excerpt from the book announcement:

In Media Hot and Cold, Nicole Starosielski examines the cultural dimensions of temperature to theorize the ways heat and cold can be used as a means of communication, subjugation, and control. Diving into the history of thermal media, from infrared cameras to thermostats to torture sweatboxes, Starosielski explores the many meanings and messages of temperature. During the twentieth century, heat and cold were broadcast through mass thermal media. Today, digital thermal media such as bodily air conditioners offer personalized forms of thermal communication and comfort. Although these new media promise to help mitigate the uneven effects of climate change, Starosielski shows how they can operate as a form of biopower by determining who has the ability to control their own thermal environment. In this way, thermal media can enact thermal violence in ways that reinforce racialized, colonial, gendered, and sexualized hierarchies. By outlining how the control of temperature reveals power relations, Starosielski offers a framework to better understand the dramatic transformations of hot and cold media in the twenty-first century.

Organised by Thomas Lemke, Sara Lafuente-Funes, Viona Hartmann, Veit Braun, Ruzana Liburkin

KONTAKT

Institut für Soziologie
Fachbereich Gesellschaftswissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Campus Westend – PEG-Gebäude
Theodor-W.-Adorno-Platz 6
60323 Frankfurt am Main

Postadresse:
Institut für Soziologie
Hauspostfach 10
60629 Frankfurt am Main

Geschäftsführender Direktor
Prof. Dr. Alexander Schmidt-Catran


Institutsreferentin
Dr. des. Franziska Schaaf

soziologie@soz.uni-frankfurt.de


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