Projektbeschreibung:

Je komplexer soziale Handlungszusammenhänge sind, umso größer ist das Risiko, dass politische Steuerung zu unerwünschten Folgen führt. Internationale Politik kann paradox werden, wenn sie mehr Probleme produziert als löst. Die Globalisierung macht die Erforschung dieses lange vernachlässigten Phänomens dringend erforderlich. Das geplante Forschungsprojekt „Rethinking Security Governance“ ist deshalb der Analyse von Ursachen und Folgen nicht-intendierter Konsequenzen globaler Steuerung gewidmet. Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts hat sich in den internationalen Beziehungen nämlich ein Paradigmenwechsel vollzogen. Internationale Politik richtet sich nicht mehr in erster Linie reaktiv auf die Abwehr von Gefahren, sondern proaktiv auf das Management von Risiken. Proaktiv ist eine Politik, wenn Entscheidungen in Antizipation zukünftiger Probleme, Bedürfnisse und Veränderungen getroffen werden. Eine Politik, die dieser Maßgabe folgt, verlagert ihre Entscheidungen zeitlich nach vorn und organisatorisch in zunehmend spezialisierte Institutionen und Programme. Damit steigt zum einen die Ungewissheit, unter der Entscheidungen getroffen werden, und zum anderen die Zahl nicht in Betracht gezogener Rahmenbedingungen von Handlungskontexten. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass politische Maßnahmen ihre Zwecke nicht erfüllen, dass sich die Rahmenbedingungen dieser Zwecke nachteilig verändern, oder dass Nebenfolgen unbemerkt kumulieren und die Zweckbestimmung politischer Steuerung konterkarieren – um nur drei Möglichkeiten nicht-intendierter Konsequenzen zu nennen.

Publikationen:

  • Daase, Christopher. 2009j. “International Risks and Risk Governance”. 26.-27. Februar 2009, Hamburg: IFSH Workshop on International Risks of Violence.
  • Daase, Christopher. 2009l. “A Theory of International Risk Policy”. 28.-29. Mai 2009, Sta-vanger: SORISK-Conference on Social Determinants of Risk organized by the Peace Re-search Institute Oslo.
  • Daase, Christopher. 2009q. „Erweiterte Sicherheit. Politische und rechtliche Folgen eines Sprachwandels“. 30.-31. Oktober 2009, Bremen: Konferenz zu Transformation von Recht und Politik globaler Sicherheit. SFB Universität Bremen.
  • Daase, Christopher. 2009s. „Internationale Risiken als Herausforderungen für eine liberale internationale Ordnung“. 11. November 2009, Heidelberg: Gastvortrag Universität Heidelberg.
  • Friesendorf, Cornelius. 2009b. Introduction: The Security Sector and Counter-Trafficking, in: Cornelius Friesendorf (ed.), Strategies Against Human Trafficking: The Role of the Security Sector (Geneva and Vienna: DCAF and Austrian National Defence Academy, 2009), 17-32.