Research Unit 'Democratic Innovations'

”The democracy of our successors will not and

cannot be the democracy of our predecessors.

Nor should it be.”

(„Die Demokratie unserer Nachfolger wird und kann nicht die Demokratie unserer Vorgänger sein. Noch sollte sie es sein.“)

Dahl

Demokratien verändern sich kontinuierlich. Demokratische Akteuren, Prozesse und Institutionen haben sich immer wieder an gesellschaftlichen Wandel angepasst. Auch das derzeit dominante Modell der repräsentativen, elitenorientierten Demokratie kann sich notwendigen Veränderungen nicht verschließen, sichtbar zum Beispiel an den zunehmenden Forderungen von BürgerInnen nach mehr Mitsprachmöglichkeiten jenseits von Wahlen und Parteimitgliedschaften.

Die Forschungsstelle Demokratische Innovationen untersucht den demokratischen Wandel aus drei Perspektiven: Erstens entwickelt wir eine neue normative Vorstellung von Demokratie. Zweitens analysieren und vergleichen wir partizipative Innovationen in ihrer breiten Vielfalt, wie zum Beispiel direktdemokratische und dialogorientierte Verfahren. Drittens kombinieren wir theoretische und empirische Forschung und entwickeln Szenarien für die Zukunft der Demokratie. Im Einzelnen:

 

Eine neue normative Vorstellung von Demokratie

Die Forschungsstelle Demokratische Innovationen entwickelt ein neues Verständnis von Demokratie, bei dem die kollektive, inklusive politische Willensbildung und Entscheidungsfindung im Mittelpunkt stehen. Die Forschungsstelle grenzt sich damit ab von der Idee, dass sich Demokratie in Wahlen und Repräsentation erschöpft. In diesem Kontext beschäftigt sie sich beispielsweise mit der Frage, welche ‚konzeptuellen Bausteine‘ in einer Demokratie zusammenwirken müssen, um diese demokratischen Aufgaben zu erfüllen, z.B. demokratische Normen, Funktionen, Praktiken und Arenen.

 

Partizipative Innovationen: Hintergrund, Prozesse, und Effekte

Die Forschungsstelle Demokratische Innovationen untersucht eine Vielzahl an innovativen Formen der Bürgerbeteiligung. In den letzten Jahren haben neue demokratische Institutionen und Prozeduren einen erheblichen Aufschwung erfahren. Wir erforschen dieser Innovationen hinsichtlich ihrer Bedingungen als auch ihrer Effekte. Können Innovationen beispielsweise jene Menschen mobilisieren, die sich normalerweise nicht politisch engagiert sind? Verbesserns sie soziale und ökonomische Gleichheit? Können sie dazu beitragen, die Krisen aktueller Demokratischen besser zu bewältigen

In diesem Zusammenhang eruieren wir auch die entsprechenden Präferenzen von Bürgern und Eliten: Welche Innovationen werden von Bürgern bevorzugt? Wie bewerten politische Repräsentanten diese Verfahren?

Szenarien für die Zukunft der Demokratie

Wir kombinieren empirisches Wissen über demokratische Innovationen mit normativen Theorien und neuen Konzeptualisierung von Demokratie. Auf dieser Basis entwickeln wir Szenarien für die Zukunft der Demokratie, die besser in der Lage sind demokratische Aufgaben und Versprechen zu erfüllen.

Gastwissenschaftler

Die Forschungsstelle engagiert sich aktiv für den akademischen Austausch. Regelmäßig bieten wir GastwissenschaftlerInnen die Möglichkeit, die Forschungsstelle zu besuchen, wobei der Aufenthalt nur wenige Tage bis zu mehreren Wochen dauern kann. Mehr Information

 

 

Organigramm der Research Unit