Dieses Graduiertenkolleg beschäftigt sich vor dem Hintergrund der Krise der repräsentativen Demokratie mit der Aushandlung, Umsetzung und Bewertung von Standards des guten Regierens. Der Begriff des guten Regierens, oder der „good governance“, ist weltweit verbreitet und wird von internationalen Organisationen propagiert. Darunter fallen allgemeine Normen der guten Regierungsführung wie Transparenz, Partizipation und Verantwortlichkeit („accountability“) der Regierenden, aber auch spezifische wie Geschlechtergerechtigkeit, Korruptionsbekämpfung oder die systematische Evaluation von Politiken.
In Kooperation mit Technische Universität Darmstadt
Sprecher*in: Prof. Dr. Jens Steffek
Laufzeit: 2023 - 2028
Link zum Projekt
Was erklärt Vertrauen in die Politik? Die Rolle politischer Repräsentation (TRUPOL)
Das Projekt untersucht den Einfluss deskriptiver und substantieller Repräsentation auf politisches Vertrauen. Spezifische Fragen sind, ob die anteilige Repräsentation sozialer Gruppen zu mehr personalisiertem Vertrauen auf Seiten der Gruppenmitglieder führt, wie dieser Zusammenhang von substantieller Repräsentation beeinflusst ist, und welche weitergehenden Einstellungseffekte aus personalisiertem Vertrauen entstehen.
Daten: Surveys, experimentelle Verfahren
Geographischer Raum: Deutschland, Großbritannien,
Schweiz
Projektleitung: Prof. Dr. Thomas zittel
Laufzeit: 2023 - 2025
When interviewing policy-makers for
a book on the role of public opinion for education policy-making (Busemeyer,
Garritzmann, Neimmans 2020), our interview partners kept highlighting the role
of Ministries of Finance (MoFs). This was unexpected, since MoFs are not
recognized as an important actor in welfare state research. Against initial
anecdotal evidence, this project systematically analyzes the role of MoFs for
social policy-making. It theorizes that and why MoFs have become an
increasingly important – but scholarly neglected – actor in the politics of
social policy-making, and proposes a framework to empirically explore the
(complex) mechanisms through which MoFs affect policies. We systematically
study the policy impact of MoFs across countries, social policy areas, and over
time, thereby connecting and expanding welfare state research, political
economy, public policy, and public administration research. Empirically, we
employ a multi-method design, systematically collecting information on the
characteristics and powers of MoFs, conducting a new expert survey among social
scientists on MoFs , and studying MoFs' role in social policy-making in
comparative case studies.
Projektleitung: Prof. Dr. Julian Garritzmann
Laufzeit: 2023 - 2025
Leibnizpreis-Forschungsgruppe
Transnationale Gerechtigkeit
Die Leibnizpreis-Forschungsgruppe Transnationale Gerechtigkeit
beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten einer kritischen Theorie der
Gerechtigkeit jenseits des Staates, von den normativen Grundlagen und
Verwendungsweisen des Begriffs der Gerechtigkeit innerhalb verschiedener
sozialer, politischer und philosophischer Kontexte bis hin zu den zentralen
Ungerechtigkeiten der gegenwärtigen transnationalen Ordnung. Eine Theorie
transnationaler Gerechtigkeit muss nicht nur die Realitäten der transnationalen
Ökonomie sowie politische und rechtliche Verhältnisse in den Blick nehmen; sie
muss auch auf Grundlagen beruhen, die universale Gültigkeit beanspruchen
können.
Ein Ziel ist es daher, ein transnationales Netzwerk mit Forscherinnen und
Forschern aus allen Regionen der Welt aufzubauen, um mit ihnen Probleme der
Gerechtigkeit in transnationaler Perspektive zu diskutieren. Aktuell bestehen
Kooperationen mit ForscherInnen in Lateinamerika, Nordamerika, Afrika, dem
Mittleren Osten, Indien und China.
Finanziert wird die Leibniz-Forschungsgruppe aus Mitteln des Leibniz-Programms
der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die Prof. Dr. Rainer Forst 2012 den
Gottfried Wilhelm Leibniz Preis verlieh.
Projektleitung: Prof. Dr. Rainer Forst
Laufzeit: 2012 - 2025
For the last decade, European democracies have witnessed several instances of a previously unknown involvement of citizens in political issues with a global dimension. Politicians and members of national executives in Europe have started to actively engage citizens in policy- and decision-making processes in the field of foreign and security policy (FSP). In fact, some governments, as well as international organisations such as the European Union (EU), have been initiating dialogue and participation processes, aiming at a larger inclusion of civic organisations, scientific experts and, remarkably, ordinary citizens in FSP.
Our project investigates this change of the role of citizens in the field of FSP. More specifically, we reconstruct how and why national governments introduce democratic innovations (DIs) to this policy field, usually considered as being dominated by the executive. We assume that understandings of how relations between the executive and citizens should be organised, as held by ministerial elites in FSP, have changed in some countries during the last decade. These changes of the citizen's role also have ramifications for the politics in FSP, notably the intra- and inter-ministerial processes of policy- and decision-making, as well as relations between the executive and legislative in this policy field.
In order to analyse why executive actors (do not) offer DIs, we apply a small-n and cross-national comparative method. We empirically map and theoretically conceptualise executive-citizens relations in FSP by comparing the cases of France, Germany, Poland, and the UK.
A more detailed project description can be found here.
Funded by the German Research Foundation, Principal Investigator (in cooperation with Anna Geis and Christian Opitz from Helmut-Schmidt-Universität/Universität der
Bundeswehr Hamburg)
Projektleitung: Prof. Dr. Anna Geis, Prof. Dr. Hanna Pfeifer
Laufzeit: 2022-2025
Link zum Projekt
Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Nölke
Laufzeit: 2020 - 2024
Projektleitung: Prof Dr. Sigrid Roßteutscher, Prof. Dr. Constantin Ruhe, Prof. Dr. Richard Traunmüller
Laufzeit: 2021 - 2025
Daten: Surveys, experimentelle Verfahren
Geographischer Raum: Deutschland, Großbritannien, Schweiz
Laufzeit: 2023 – 2025
Link zum Projekt
Projektleitung: Prof. Dr. Constantin Ruhe
Laufzeit: seit 2020
In den letzten Jahren leistete die Politikwissenschaft einen entscheidenden Beitrag zur komparativen Analyse organisierter Interessen im politischen Prozess. Bisher wurden die postkommunistischen Länder jedoch weitgehend vernachlässigt. Stattdessen richtete die politikwissenschaftliche Osteuropa-Forschung den Blick hauptsächlich auf die Entwicklung formaler politischer Institutionen sowie auf Parteiensysteme und die Europäisierung von öffentlichen Verwaltungen in der Region. Mit diesem Forschungsvorhaben möchten wir einen Beitrag zur Überwindung dieses Forschungsdesiderates leisten, indem wir die Strukturen, die demokratisch-partizipative Einbindung sowie den Einfluss von organisierten Interessen auf den Politikgestaltungsprozess in vier postkommunistischen Staaten (Polen, Tschechien, Slowenien und Ungarn) untersuchen.
Projektleitung: Prof. Dr. Heike Holbig
Laufzeit: Seit 2018
Das geplante Projekt untersucht, welche Vorstellungen zum zukünftigen sozialen Status ihres Kindes Eltern von 6-10-jährigen Kindern haben (Wunsch nach Statuserhalt vs. Wunsch nach Aufwärtsmobilität). Wir analysieren, inwiefern sich der Wunsch nach Statuserhalt vs. Wunsch nach Aufwärtsmobilität nach sozioökonomischen Status (SES) und Migrationshintergrund unterscheidet und welche Rolle dieses Statusstreben für die Bildungsaspirationen der Eltern und die in den Familien getroffenen Bildungsentscheidungen hat.
Beim Konzept des Statusstrebens beziehen wir uns auf Rational Choice Theorien, die die Motivation für einen intergenerationalen Statuserhalt als zentralen Mechanismus für sozial stratifizierte Bildungsentscheidungen ansehen. Der Wunsch nach Aufwärtsmobilität ist theoretisch hingegen weniger relevant. Diese theoretischen Annahmen werden selten hinterfragt, obwohl Hinweise in der Literatur Hinweise bestehen, dass in einigen sozialen Gruppen der Wunsch nach Aufwärtsmobilität bildungsentscheidend ist. Eine empirische Überprüfung der theoretischen Annahmen (Wunsch nach Statuserhalt überwiegt Wunsch nach Statusaufstieg) wird jedoch durch die oftmals in den Operationalisierungen nicht berücksichtigte Differenzierung dieser beiden Formen des Statusstrebens erschwert. Ebenfalls wird oft nicht beachtet, dass „sozialer Status“ ein multidimensionales Konzept ist und es unklar ist, welche relative Bedeutung die verschiedenen Dimensionen des Konzeptes (Bildung, Prestige, Einkommen) für die Bildungsentscheidungen unterschiedlicher sozialer Gruppen besitzen.
[Es ist]** daher eine theoretische Rekonzeptualisierung des familiären Statusstrebens [geplant]**, eine Entwicklung und umfangreiche Testung dazu passender Messinstrumente sowie die empirische Analyse bildungssoziologischer Fragestellungen zur Verteilung des Statusstrebens nach SES und Migrationshintergrund sowie zu den (differenziellen) Auswirkungen unterschiedlicher Formen des Statusstrebens für Bildungsentscheidungen. Zur Überprüfung der neu entwickelten Instrumente sind umfangreiche Pretests vorgesehen, die sowohl quantitative als auch qualitative Verfahren kombinieren. Nach dieser Instrumentenentwicklung erfolgt die Datenerhebung auf Basis einer Registerstichprobe von Eltern mit 6-10-jährigen Kindern mittels einer Online-Umfrage. Neben umfangreichen Analysen dieser Primärdaten ist eine ergänzende Sekundäranalyse mit den Daten des Nationalen Bildungspanels geplant, um auch Auswirkungen des Statusstrebens im Längsschnitt zu untersuchen.
Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Becker, Dr. Thomas Zimmermann
Projektlaufzeit: 2025 - 2027
** (Anm. d. Redaktion)

Research Group: Human Rights Discourse in Migration Societies (MeDiMi)
Funding: DFG
Duration: October 2022 - September 2026
Principal
Investigator: Prof.
Dr. Encarnación
Gutiérrez-Rodríguez
This research project aims at
examining human rights discursive practices of refugee and migrant activists in
the context of undocumented and precarious migration. It focuses on political
interventions and articulations from the 1990s until today in Germany and in
the USA, in particular on how political self-organized migrant and refugee
groups address and denounce the tension between human rights as norms and their
factual implementation.
The idea of the project emerged from the observation that human (and civil)
rights are not merely given or conclusive. They are constantly disputed,
invoked, and evoked by self-organized political groups and organizations of
persons subjected to migration and asylum laws constraining their access to
basic rights such as freedom of movement, housing, education, health, work, and
social welfare. This project sheds
light on different understandings of human rights as rights addressing the
dehumanizing effects of asylum and migration control policies, as well as on
alternative visions of justice, juridical recognition, and political
participation. In doing so, the project points to a rather unexplored
entanglement between asylum and migration control policies and
(neo-/post-)colonial global inequalities.
From a position of politically
engaged researchers and activists, the research team takes a feminist,
anti-racist, decolonial perspective on knowledge production, regarding research
as an instrument that should benefit refugees and migrant movement activists. The
research team works methodologically on two levels. It conducts a critical
analysis of digital archives in the outlined research field, while it also
engages with community-oriented and participatory research.
Further information:
Projektleitung: Prof. Dr. Encarnación Gutiérrez-Rodríguez
Projektlaufzeit: 2022 - 2026
Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Becker, Prof. Dr. Daniela Grunow
Projektlaufzeit: 2021 - 2025
Aufgrund von sozialem Wandel, insbesondere Bildungsexpansion und Massenmigration, gab es in den letzten Jahrzehnten nicht nur eine generelle Zunahme an höherer Sekundärbildung, sondern es hat auch eine Rekonfiguration von sozialer Herkunft, Migrationshintergrund und der Positionierung im deutschen Bildungssystem stattgefunden: Mehr Jugendliche aus unteren sozialen Schichten oder mit Migrationshintergrund befinden sich in höheren Schulformen. Damit ergeben sich jedoch auch vermehrt Statusinkonsistenzen, z.B. für Jugendliche aus höheren Schichten mit einer weniger erfolgreichen Schulkarriere oder für schulisch sehr erfolgreiche Jugendliche mit Migrationshintergrund. In diesem Projekt untersuchen wir, wie solche widersprüchlichen Einflüsse der Familie und Schule die Wirksamkeitsüberzeugungen von Jugendlichen auf verschiedenen Ebenen (Individuum, Gruppe, System) beeinflussen, d.h. ihre Vorstellung davon, was sie als Individuum, als Mitglied einer bestimmten sozialen Gruppe sowie innerhalb eines gesellschaftlichen Systems erreichen können. Wir sehen Schulen hierbei als zentral an, da Jugendliche nicht nur viel Zeit in der Schule verbringen, sondern hier auch ihre ersten Erfahrungen mit einer gesellschaftlichen Institution und deren Repräsentanten (den Lehrkräften) machen und lernen, wie sie und ihre Gruppe in diesem System behandelt werden. Wir gehen davon aus, dass diese Erfahrungen nicht nur die Wirksamkeitsüberzeugungen im Bereich Bildung prägen, sondern auch auf andere Bereiche wie die Politik übertragen werden und daher auch das Verhalten in verschiedenen Lebensbereichen beeinflussen. Konkret untersuchen wir 1.) wie ein privilegierter vs. benachteiligter Familienhintergrund (gemessen durch soziale Herkunft und Migrationshintergrund) mit einer (weniger) erfolgreichen Bildungskarriere interagiert, um die Wirksamkeitsüberzeugungen von Jugendlichen im Bereich Bildung zu beeinflussen, 2.) ob und wie diese in der Schule entwickelten Wirksamkeitsüberzeugungen auf den Bereich der Politik übertragen werden, und 3.) wie sich diese Wirksamkeitsüberzeugungen auf das tatsächliche Verhalten auswirken (d.h. auf Bildungsentscheidungen und politische Partizipation).
Wir untersuchen diese Fragestellungen, indem wir eine eigene Datenerhebung (als Teil des RISS Internalization Surveys) mit der Analyse existierender Paneldaten verbinden. Die Fragestellungen 1 und 2 werden mit den Daten des RISS Internalization Surveys untersucht, wobei wir eine Online-Befragung von Jugendlichen planen. Die Umsetzung von Wirksamkeitsüberzeugungen in späteres Verhalten (Fragestellung 3) wird sowohl anhand von Sekundärdaten untersucht als auch auf Basis eines Panel-Designs.
Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Becker, Prof. Sigrid Roßteutscher, PhD
Projektlaufzeit: 2021 - 2025
Projektleitung: Jan Brülle
Proejtktlaufzeit: 2023 - 2025
Die Digitalisierung der Arbeitswelt kann als Treiber eines grundlegenden Strukturwandels der Arbeit verstanden werden. Dadurch stellen sich vielfältige Fragen nach der Zunahme von Fremdbestimmungen durch Algorithmen, Verlusten von Zeitautonomie, neuen Formen der Fragmentierung von Arbeit oder Veränderungen von sozialen Beziehungen. Um solche problematischen Entwicklungen zu beschreiben, wird im aktuellen Diskurs vereinzelt das Stichwort der Entfremdung genutzt. Der Nutzen eines solchen Konzepts im Kontext der digitalen Arbeit liegt in der Erforschung von Problemen, die über mögliche Autonomieverluste hinausgehen und Fragen wie einen Sinnverlust in der Arbeit sowie veränderte Selbstkonzeptionen beinhalten. Bisher beschränken sich die Ausführungen zum Begriff der Entfremdung meist auf sozialphilosophische Arbeiten. Eine empirische Analyse des Konzepts im Bereich der digitalen Arbeit fehlt weitgehend. Das Projekt schließt an dieses Desiderat an und widmet sich der Untersuchung digitaler Entfremdung. Untersucht werden Erfahrungen von Entfremdung und Aneignungsbemühungen von Arbeitnehmern auf verschiedenen Qualifikationsebenen in digitalen Arbeitsformen. Da die Entfremdung in der Vergangenheit vor allem in gering qualifizierten Bereichen der industriellen Arbeit untersucht wurde, ist über die Entfremdungspotenziale der digitalen Dienstleistungsarbeit wenig bekannt. Um diese Lücke zu schließen, untersucht das Projekt die digitale Dienstleistungsarbeit in etablierten Berufsfeldern und neuen Berufen der digitalen Ökonomie. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines empirisch fundierten Konzepts digitaler Entfremdung in der Arbeit. Eine zentrale Frage ist, inwieweit die digitale Arbeit in verschiedenen Berufsgruppen des Dienstleistungssektors mit spezifischen Entfremdungserfahrungen einhergeht. Dies geschieht durch eine innovative Form des Zugangs zu subjektiven Entfremdungserfahrungen, die zwischen verschiedenen Ebenen von Entfremdungserfahrungen unterscheidet (biographisch, leiblich-emotional, praktisch- handelnd, kritisch-evaluativ). Ziel der Studie ist es, Einblicke in die Erfahrungen von Beschäftigten unterschiedlicher Qualifikationsebenen zu gewinnen und auf dieser Grundlage eine empirisch geerdete Definition digitaler Entfremdung zu entwickeln. Es wird ein qualitativer Forschungsansatz verwendet, bei dem Interviews und Gruppendiskussionen mit Beschäftigten in der Dienstleistungsarbeit durchgeführt werden. Untersucht werden hochqualifizierte, qualifizierte und gering qualifizierte Beschäftigte. Damit verbindet das Projekt theoretische, methodische und empirische Fragen der Entfremdungsforschung und zielt darauf ab, Entfremdung als Kategorie der Arbeitssoziologie zu rekonzipieren. Darüber hinaus werden verschiedene Ansätze zur Entfremdung aus der Soziologie, Psychologie und Philosophie einbezogen. Durch diese Verbindungen wird es möglich, das Konzept der Entfremdung für eine vielschichtige Beschreibung sozialer Probleme fruchtbar zu machen.
Projektleitung: Dr. Friedericke Hardering (an der GU)
Projektlaufzeit: Seit 2019
Lebensverläufe sind durch eine Vielzahl von Übergängen strukturiert; sie vollziehen sich zwischen einzelnen Lebensphasen und Statuspositionen, zwischen unterschiedlichen Rollen und Selbstbildern. In der Vergangenheit interessierte sich die Forschung insbesondere für die Bedingungen, unter denen Übergänge erfolgreich verlaufen. Aus diesem Grund gerieten Übergänge – etwa der Wechsel von der Schule in den Arbeitsmarkt – häufig als Probleme in den Blick: Sie galten als unsicher und ungewiss, als Momente der Reproduktion sozialer Ungleichheit und als Risiken sozialen Ausschlusses. So unterschiedlich diese Studien sind, ihnen ist gemeinsam, dass Übergänge hier als natürliche Gegebenheiten erscheinen. Auch die damit verbundenen Normalitätsannahmen, die über Erfolg und Scheitern entscheiden, wurden kaum einmal problematisiert. Hier setzt das Graduiertenkolleg Doing Transitions ein und markiert einen Neuansatz. In das Zentrum rückt nun die Frage, worauf die unterschiedlichen Übergänge antworten, wie sie zustande kommen, wie sie gestaltet und dabei zugleich neu hergestellt werden. Zu diesem Zweck werden drei Ebenen der Gestaltung und der Herstellung von Übergängen quer zu den Lebensaltern untersucht. Um sowohl ihrer Eigenlogik wie auch den komplexen Wechselverhältnissen auf die Spur zu kommen, bearbeiten wir die folgenden Forschungsfragen:
Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Becker u.a.
Projektlaufzeit: Seit 2017