Graduiertenkolleg - Standard des Regierens


Dieses Graduiertenkolleg beschäftigt sich vor dem Hintergrund der Krise der repräsentativen Demokratie mit der Aushandlung, Umsetzung und Bewertung von Standards des guten Regierens. Der Begriff des guten Regierens, oder der „good governance“, ist weltweit verbreitet und wird von internationalen Organisationen propagiert. Darunter fallen allgemeine Normen der guten Regierungsführung wie Transparenz, Partizipation und Verantwortlichkeit („accountability“) der Regierenden, aber auch spezifische wie Geschlechtergerechtigkeit, Korruptionsbekämpfung oder die systematische Evaluation von Politiken.


In Kooperation mit Technische Universität Darmstadt

Sprecher*in: Prof. Dr. Jens Steffek
Laufzeit: 2023 - 2028

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Was erklärt Vertrauen in die Politik? Die Rolle politischer Repräsentation (TRUPOL)

Das Projekt untersucht den Einfluss deskriptiver und substantieller Repräsentation auf politisches Vertrauen. Spezifische Fragen sind, ob die anteilige Repräsentation sozialer Gruppen zu mehr personalisiertem Vertrauen auf Seiten der Gruppenmitglieder führt, wie dieser Zusammenhang von substantieller Repräsentation beeinflusst ist, und welche weitergehenden Einstellungseffekte aus personalisiertem Vertrauen entstehen.

Daten: Surveys, experimentelle Verfahren
Geographischer Raum: Deutschland, Großbritannien, Schweiz


Projektleitung: Prof. Dr. Thomas zittel
Laufzeit: 2023 - 2025

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Ministries of Finance and the Politics of Social Policy-Making
(Julian Garritzmann & Katrijn Siderius)

When interviewing policy-makers for a book on the role of public opinion for education policy-making (Busemeyer, Garritzmann, Neimmans 2020), our interview partners kept highlighting the role of Ministries of Finance (MoFs). This was unexpected, since MoFs are not recognized as an important actor in welfare state research. Against initial anecdotal evidence, this project systematically analyzes the role of MoFs for social policy-making. It theorizes that and why MoFs have become an increasingly important – but scholarly neglected – actor in the politics of social policy-making, and proposes a framework to empirically explore the (complex) mechanisms through which MoFs affect policies. We systematically study the policy impact of MoFs across countries, social policy areas, and over time, thereby connecting and expanding welfare state research, political economy, public policy, and public administration research. Empirically, we employ a multi-method design, systematically collecting information on the characteristics and powers of MoFs, conducting a new expert survey among social scientists on MoFs , and studying MoFs' role in social policy-making in comparative case studies.


Projektleitung: Prof. Dr. Julian Garritzmann
Laufzeit: 2023 - 2025

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Leibnizpreis-Forschungsgruppe Transnationale Gerechtigkeit

Die Leibnizpreis-Forschungsgruppe Transnationale Gerechtigkeit beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten einer kritischen Theorie der Gerechtigkeit jenseits des Staates, von den normativen Grundlagen und Verwendungsweisen des Begriffs der Gerechtigkeit innerhalb verschiedener sozialer, politischer und philosophischer Kontexte bis hin zu den zentralen Ungerechtigkeiten der gegenwärtigen transnationalen Ordnung. Eine Theorie transnationaler Gerechtigkeit muss nicht nur die Realitäten der transnationalen Ökonomie sowie politische und rechtliche Verhältnisse in den Blick nehmen; sie muss auch auf Grundlagen beruhen, die universale Gültigkeit beanspruchen können.
Ein Ziel ist es daher, ein transnationales Netzwerk mit Forscherinnen und Forschern aus allen Regionen der Welt aufzubauen, um mit ihnen Probleme der Gerechtigkeit in transnationaler Perspektive zu diskutieren. Aktuell bestehen Kooperationen mit ForscherInnen in Lateinamerika, Nordamerika, Afrika, dem Mittleren Osten, Indien und China.
Finanziert wird die Leibniz-Forschungsgruppe aus Mitteln des Leibniz-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die Prof. Dr. Rainer Forst 2012 den Gottfried Wilhelm Leibniz Preis verlieh.

Projektleitung: Prof. Dr. Rainer Forst
Laufzeit: 2012 - 2025

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Recasting the Role of Citizens in Foreign and Security Policy? Democratic Innovations and Changing Patterns of Interaction between European Executives and Citizens

For the last decade, European democracies have witnessed several instances of a previously unknown involvement of citizens in political issues with a global dimension. Politicians and members of national executives in Europe have started to actively engage citizens in policy- and decision-making processes in the field of foreign and security policy (FSP). In fact, some governments, as well as international organisations such as the European Union (EU), have been initiating dialogue and participation processes, aiming at a larger inclusion of civic organisations, scientific experts and, remarkably, ordinary citizens in FSP.

Our project investigates this change of the role of citizens in the field of FSP. More specifically, we reconstruct how and why national governments introduce democratic innovations (DIs) to this policy field, usually considered as being dominated by the executive. We assume that understandings of how relations between the executive and citizens should be organised, as held by ministerial elites in FSP, have changed in some countries during the last decade. These changes of the citizen's role also have ramifications for the politics in FSP, notably the intra- and inter-ministerial processes of policy- and decision-making, as well as relations between the executive and legislative in this policy field. 

In order to analyse why executive actors (do not) offer DIs, we apply a small-n and cross-national comparative method. We empirically map and theoretically conceptualise executive-citizens relations in FSP by comparing the cases of France, Germany, Poland, and the UK.

A more detailed project description can be found here.

Funded by the German Research Foundation, Principal Investigator (in cooperation with Anna Geis and Christian Opitz from Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg) 

Projektleitung: Prof. Dr. Anna Geis, Prof. Dr. Hanna Pfeifer
Laufzeit: 2022-2025

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Finanzialisierung und Staatskapitalismus: Die Steuerung der Kapitalmärkte in den BRICSS

Die Rolle der Kapitalmärkte für die wirtschaftliche Entwicklung hat im Prozess der Finanzialisierung während der letzten Jahrzehnte deutlich zugenommen. Gleichzeitig wird die staatliche Steuerung der Kapitalmärkte in der sozialwissenschaftlichen Finanzialisierungsdiskussion kaum thematisiert, letztere hat aus dieser Perspektive einen "hohlen Kern". Die Funktionsweise der Kapitalmärkte wird in dieser Diskussion automatisch mit jener im Idealtyp des liberalen Kapitalismus gleichgesetzt. Kapitalmärkte werden als homogene Entitäten angesehen, analytisch deutlich vom Staat getrennt und einem neoliberalen Paradigma folgend, das kaum staatliche Steuerung kennt. Eine Analyse der chinesischen Kapitalmärkte hat aber gezeigt, dass letztere in staatskapitalistischen Systemen ganz anders funktionieren, andere sozio-ökonomische Rollen erfüllen und zu anderen Konsequenzen führen, als im liberalen Idealtyp. Auch aus anderen großen Schwellenländern - und vereinzelt auch aus westlichen Industrieländern - gibt es Hinweise auf Abweichungen vom liberalen Modell. Angesichts des wachsenden Gewichts der großen Schwellenländer im globalen Kapitalismus stellt sich daher die Frage, ob die Finanzialisierungsdiskussion nicht nur einen "hohlen Kern" hat, sondern auch von einem in globaler Perspektive empirisch zunehmend überholten Bild der Kapitalmärkte ausgeht.Um diese Frage zu beantworten, entwickelt das Vorhaben zunächst einen (zum neoliberalen) alternativen Idealtyp "staatskapitalistischer" Kapitalmärkte. Basierend auf diesen beiden Idealtypen widmet es sich einer vergleichenden Analyse der Kapitalmärkte von Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika und Südkorea (BRICSS). Diese Länder gehören nicht nur zu den ökonomisch und politisch bedeutsamsten Schwellenländern, sondern verfügen auch über besonders dynamisch wachsende Kapitalmärkte. Zudem gibt es für jedes dieser Länder Hinweise auf eine prominente Rolle des Staatskapitalismus in ihrer Wirtschaft, unabhängig von einem demokratischen oder autoritären Regimetyp. Die vergleichende Analyse, für die wir ein analytisches Instrumentarium entwickelt haben, das statistische Daten, Dokumentenanalysen, Expertengespräche und die Teilnahme an Finanzmarktkonferenzen kombiniert, soll zeigen, inwieweit die Kapitalmärkte dieser Länder zum neoliberalen oder staatskapitalistischen Idealtyp neigen. Aufbauend auf dieser Analyse widmen wir uns in einem dritten Teilziel den Implikationen unterschiedlich gesteuerter Kapitalmärkte, einerseits in Bezug auf Funktionen, die die Kapitalmärkte auf nationaler Ebene für die wirtschaftliche Entwicklung erfüllen und andererseits in Bezug auf die globale Finanzarchitektur.Unser Projekt dient dazu, nicht nur der Finanzialisierungsdiskussion eine empirisch und theoretisch solidere Grundlage zu verschaffen, sondern auch abzuschätzen, ob der Aufstieg der (zumindest teilweise) staatskapitalistischen Schwellenländer zu einer Herausforderung der liberalen Ordnung im Bereich der Kapitalmärkte führt.


Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Nölke
Laufzeit: 2020 - 2024

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​Der Einfluss von Sozialstruktur, Diskriminierung und Gewalt auf Muslime in Deutschland

In Wissenschaft und Öffentlichkeit findet die Frage der Religiosität und religiöser Identitäten von Muslimen in Westeuropa zunehmende Aufmerksamkeit. Allerdings wissen wir trotz extensiver Forschung noch sehr wenig darüber, warum sich religiöse Traditionen in dieser Gruppe so wenig verändern. Eine dominante Erklärung lautet, dass muslimische Religiosität eine Reaktion auf Diskriminierungs- und Exklusionserfahrungen durch die Mehrheitsgesellschaften ist. Allerdings erfahren muslimische Individuen nicht nur häufig Alltagsdiskrimination, sondern werden auch Opfer sehr viel massiverer und zunehmender Formen der Xenophobie: Gewalt- und Terrorakte, die willkürlich auf Muslime zielen. Gleichzeitig befeuert radikal-islamistischer Terror diese Gewaltspirale. Gefangen zwischen Terror durch radikalisierte Teile der muslimischen Bevölkerung und islamophoben Angriffen aus der Mehrheitsgesellschaft, geraten insbesondere säkulare Muslime von beiden Seiten unter Druck. Erstaunlicherweise gibt es kaum Forschung zu der Frage wie diese doppelte Bedrohung auf Muslime in Deutschland wirkt. Dieses Projekt macht diese Forschungslücke zu seinem Ausgangspunkt: Wie verändert religiös motivierte Gewalt religiöse Identitäten? Wie beeinflussen Identität, Diskriminierung und Gewalt zivilgesellschaftliche und politische Beteiligung? Variieren die Reaktionen in Abhängigkeit von der sozialen Position eines Individuums?


Projektleitung: Prof Dr. Sigrid Roßteutscher, Prof. Dr. Constantin Ruhe, Prof. Dr. Richard Traunmüller
Laufzeit: 2021 - 2025

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Was erklärt Vertrauen in die Politik? Die Rolle politischer Repräsentation (TRUPOL)

In Kooperation mit Prof. Stefanie Bailer (Universität Basel)
Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 387.000 Euro im Rahmen des Weave Lead Agency-Verfahren  zusammen mit  Schweizerischer Nationalfonds (SNF)  (insgesamt 858.000 Euro)
Mitarbeiter/in: Manuel Diaz Garcia, M.A.
Forschungsfrage / Zielsetzung: Das Projekt untersucht den Einfluss deskriptiver und substantieller Repräsentation auf politisches Vertrauen. Spezifische Fragen sind, ob die anteilige Repräsentation sozialer Gruppen zu mehr personalisiertem Vertrauen auf Seiten der Gruppenmitglieder führt, wie dieser Zusammenhang von substantieller Repräsentation beeinflusst ist, und welche weitergehenden Einstellungseffekte aus personalisiertem Vertrauen entstehen.

Daten: Surveys, experimentelle Verfahren
Geographischer Raum: Deutschland, Großbritannien, Schweiz

Laufzeit: 2023 – 2025
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​Auf was können wir uns einigen? Theoriebildung und Modellierung von Friedensvertragsinhalten, Kompromissbereitschaft und deren Einfluss auf bewaffneten innerstaatlichen Konflikt

Aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass Friedensabkommen in bewaffneten innerstaatlichen Konflikten dann besonders stabilisierend und befriedend wirken, wenn diese Abkommen spezifische Themen regulieren, wie beispielsweise Powersharing, Verteilungsgerechtigkeit und Mechanismen zum Informationsaustausch. Allerdings gibt es nur sehr wenige Forschungsarbeiten, die untersuchen, unter welchen Umständen bestimmte Inhalte in Friedensabkommen Einzug halten. Bisher erforscht nur eine sehr kleine Zahl von Studien, wann einzelne Bestimmungen in Friedensverträgen festgeschrieben werden. Jedoch beziehen sich diese Arbeiten kaum aufeinander und die Ergebnisse sind nicht in der Lage, den vollständigen Inhalt der Abkommen zu erklären. Somit fehlt ein übergreifender theoretischer und empirischer Ansatz, der erklärt wann und wie Akteure in zentralen und mutmaßlich kontroversen Themengebieten Kompromisse erzielen können. Zudem haben wir nur wenig Evidenz welche Variablen den Inhalt von Friedensabkommen beeinflussen. Dies hat zur Folge, dass die aktuelle Forschung möglicherweise Endogenitätsprobleme ignoriert, die potentiell die bestehenden Schlussfolgerungen, dass spezifische Vertragsinhalte wesentlich zum Frieden beitragen, untergraben. Das beantragte Projekt greift diese Forschungslücke auf und entwickelt eine umfassende theoretische Perspektive auf Friedensverhandlungen, Vertragsinhalte und deren Effekte auf Konfliktverhalten in bewaffneten innerstaatlichen Konflikten. Hierfür verbindet und erweitert es Ergebnisse der Mediations- und Friedensvertragsforschung sowie desaggregierter Mikrostudien der Bürgerkriegsliteratur. Der vorgeschlagene Theorieansatz verallgemeinert Einblicke der Mediationsforschung und argumentiert, dass die Kompromissbereitschaft der Konfliktparteien eine zentrale, bisher jedoch unbeobachtete Variable ist, die den Inhalt und die Auswirkungen von Friedensabkommen beeinflusst. Das Projekt betritt empirisches Neuland, indem es aus dem theoretischen Ansatz heraus ein Messmodell entwickelt, welches die latente Kompromissbereitschaft in über 1500 weltweiten Bürgerkriegsabkommen quantifiziert. Diese neue Datenbasis ermöglicht es, die empirischen Vorhersagen unserer theoretischen Perspektive zu testen: Zunächst untersuchen wir, wie die akute militärische Situation sowie der Einfluss von Drittparteien die Kompromissbereitschaft der Konfliktakteure verändert und Friedensvertragsinhalte beeinflusst. Zweitens analysieren wir, ob die in Friedensverhandlungen offenbarte Kompromissbereitschaft sowie die tatsächlichen Abkommensinhalte es ermöglichen, späteres Konflikt- sowie Verhandlungsverhalten zu erklären. Abschließend nutzen wir die neu gewonnenen empirischen Erkenntnisse, um die Schlussfolgerungen aktueller Friedensabkommensforschung zu überprüfen und die möglichen Kausalmechanismen zu bestimmen, wie einzelne Vertragsinhalte Friedensabkommen stabilisieren können.


Projektleitung: Prof. Dr. Constantin Ruhe
Laufzeit: seit 2020

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Legitime Multipolarität

In den letzten Jahren leistete die Politikwissenschaft einen entscheidenden Beitrag zur komparativen Analyse organisierter Interessen im politischen Prozess. Bisher wurden die postkommunistischen Länder jedoch weitgehend vernachlässigt. Stattdessen richtete die politikwissenschaftliche Osteuropa-Forschung den Blick hauptsächlich auf die Entwicklung formaler politischer Institutionen sowie auf Parteiensysteme und die Europäisierung von öffentlichen Verwaltungen in der Region. Mit diesem Forschungsvorhaben möchten wir einen Beitrag zur Überwindung dieses Forschungsdesiderates leisten, indem wir die Strukturen, die demokratisch-partizipative Einbindung sowie den Einfluss von organisierten Interessen auf den Politikgestaltungsprozess in vier postkommunistischen Staaten (Polen, Tschechien, Slowenien und Ungarn) untersuchen.

Projektleitung: Prof. Dr. Heike Holbig
Laufzeit: Seit 2018

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Sozialer Aufstieg oder Statuserhalt? Statusstreben und Bildungsentscheidungen nach sozialer Herkunft und Migrationshintergrund 

Das geplante Projekt untersucht, welche Vorstellungen zum zukünftigen sozialen Status ihres Kindes Eltern von 6-10-jährigen Kindern haben (Wunsch nach Statuserhalt vs. Wunsch nach Aufwärtsmobilität). Wir analysieren, inwiefern sich der Wunsch nach Statuserhalt vs. Wunsch nach Aufwärtsmobilität nach sozioökonomischen Status (SES) und Migrationshintergrund unterscheidet und welche Rolle dieses Statusstreben für die Bildungsaspirationen der Eltern und die in den Familien getroffenen Bildungsentscheidungen hat.

Beim Konzept des Statusstrebens beziehen wir uns auf Rational Choice Theorien, die die Motivation für einen intergenerationalen Statuserhalt als zentralen Mechanismus für sozial stratifizierte Bildungsentscheidungen ansehen. Der Wunsch nach Aufwärtsmobilität ist theoretisch hingegen weniger relevant. Diese theoretischen Annahmen werden selten hinterfragt, obwohl Hinweise in der Literatur Hinweise bestehen, dass in einigen sozialen Gruppen der Wunsch nach Aufwärtsmobilität bildungsentscheidend ist. Eine empirische Überprüfung der theoretischen Annahmen (Wunsch nach Statuserhalt überwiegt Wunsch nach Statusaufstieg) wird jedoch durch die oftmals in den Operationalisierungen nicht berücksichtigte Differenzierung dieser beiden Formen des Statusstrebens erschwert. Ebenfalls wird oft nicht beachtet, dass „sozialer Status“ ein multidimensionales Konzept ist und es unklar ist, welche relative Bedeutung die verschiedenen Dimensionen des Konzeptes (Bildung, Prestige, Einkommen) für die Bildungsentscheidungen unterschiedlicher sozialer Gruppen besitzen.  

[Es ist]** daher eine theoretische Rekonzeptualisierung des familiären Statusstrebens [geplant]**, eine Entwicklung und umfangreiche Testung dazu passender Messinstrumente sowie die empirische Analyse bildungssoziologischer Fragestellungen zur Verteilung des Statusstrebens nach SES und Migrationshintergrund sowie zu den (differenziellen) Auswirkungen unterschiedlicher Formen des Statusstrebens für Bildungsentscheidungen. Zur Überprüfung der neu entwickelten Instrumente sind umfangreiche Pretests vorgesehen, die sowohl quantitative als auch qualitative Verfahren kombinieren. Nach dieser Instrumentenentwicklung erfolgt die Datenerhebung auf Basis einer Registerstichprobe von Eltern mit 6-10-jährigen Kindern mittels einer Online-Umfrage. Neben umfangreichen Analysen dieser Primärdaten ist eine ergänzende Sekundäranalyse mit den Daten des Nationalen Bildungspanels geplant, um auch Auswirkungen des Statusstrebens im Längsschnitt zu untersuchen.

Projektleitung: Prof. Dr. Birgit BeckerDr. Thomas Zimmermann
Projektlaufzeit: 2025 - 2027 


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** (Anm. d. Redaktion)



Human rights Discourse in Political Protests of Refugees and Undocumented Migrants in Germany and the US

Research Group: Human Rights Discourse in Migration Societies (MeDiMi)

Funding: DFG
Duration: October 2022 - September 2026
Principal Investigator: Prof. Dr. Encarnación Gutiérrez-Rodríguez

This research project aims at examining human rights discursive practices of refugee and migrant activists in the context of undocumented and precarious migration. It focuses on political interventions and articulations from the 1990s until today in Germany and in the USA, in particular on how political self-organized migrant and refugee groups address and denounce the tension between human rights as norms and their factual implementation.
The idea of the project emerged from the observation that human (and civil) rights are not merely given or conclusive. They are constantly disputed, invoked, and evoked by self-organized political groups and organizations of persons subjected to migration and asylum laws constraining their access to basic rights such as freedom of movement, housing, education, health, work, and social welfare. This project sheds light on different understandings of human rights as rights addressing the dehumanizing effects of asylum and migration control policies, as well as on alternative visions of justice, juridical recognition, and political participation. In doing so, the project points to a rather unexplored entanglement between asylum and migration control policies and (neo-/post-)colonial global inequalities.

From a position of politically engaged researchers and activists, the research team takes a feminist, anti-racist, decolonial perspective on knowledge production, regarding research as an instrument that should benefit refugees and migrant movement activists. The research team works methodologically on two levels. It conducts a critical analysis of digital archives in the outlined research field, while it also engages with community-oriented and participatory research.

Further information:

Projektleitung: Prof. Dr. Encarnación Gutiérrez-Rodríguez
Projektlaufzeit: 2022 - 2026

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Internalized Gender and Parenting Norms: Assessing Reconfigurations between Gender, Socio-Economic Status and Immigrant Background

The project analyzes norms regarding gender and parenting which relate to the share and intensity of mothers' and fathers' allocations of time and (emotional) support for their children. Such norms seem to be highly contested in present societies – not only between but also within various social groups, e.g. between women and men, among the highly educated. We analyze in how far this situation can be explained by the socio-structural reconfiguration of gender, socioeconomic status (SES), and immigrant background. Multidimensional social changes have dramatically altered the covariance of these characteristics, potentially with severe repercussions for family life and gender relations. We investigate to what extent reconfiguration and cross-cutting of these characteristics resulted in new social identities, which can explain the variance and contestation regarding gender and parenting norms. In addition, we assess which social groups are better able to put their parenting preferences into practice. For the empirical analyses, we combine different data. The core of the project will be an own data collection as part of the RISS Internalization Survey. We plan to conduct an online survey with individuals from different educational and migration groups in order to maximize variation regarding parenting norms. New and innovative measures of individuals' social identities and their gender and parenting norms will be developed in this project. This data will allow for analyzing in detail how the cross-cutting of gender, SES, and immigrant background is represented in different social identities including sub-groups (e.g. identification as a female academic with Turkish origin), and how these (new) social identities are related to different gender and parenting norms. In addition, we will conduct a secondary analysis of the Panel Study “Labour Market and Social Security" (PASS) where we examine in how far parents manage to put their parenting norms into practice.


Projektleitung: Prof. Dr. Birgit BeckerProf. Dr. Daniela Grunow
Projektlaufzeit: 2021 - 2025

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Die Rolle von internalisierten Wirksamkeitsüberzeugungen für die Partizipation in Bildung und Politik

Aufgrund von sozialem Wandel, insbesondere Bildungsexpansion und Massenmigration, gab es in den letzten Jahrzehnten nicht nur eine generelle Zunahme an höherer Sekundärbildung, sondern es hat auch eine Rekonfiguration von sozialer Herkunft, Migrationshintergrund und der Positionierung im deutschen Bildungssystem stattgefunden: Mehr Jugendliche aus unteren sozialen Schichten oder mit Migrationshintergrund befinden sich in höheren Schulformen. Damit ergeben sich jedoch auch vermehrt Statusinkonsistenzen, z.B. für Jugendliche aus höheren Schichten mit einer weniger erfolgreichen Schulkarriere oder für schulisch sehr erfolgreiche Jugendliche mit Migrationshintergrund. In diesem Projekt untersuchen wir, wie solche widersprüchlichen Einflüsse der Familie und Schule die Wirksamkeitsüberzeugungen von Jugendlichen auf verschiedenen Ebenen (Individuum, Gruppe, System) beeinflussen, d.h. ihre Vorstellung davon, was sie als Individuum, als Mitglied einer bestimmten sozialen Gruppe sowie innerhalb eines gesellschaftlichen Systems erreichen können. Wir sehen Schulen hierbei als zentral an, da Jugendliche nicht nur viel Zeit in der Schule verbringen, sondern hier auch ihre ersten Erfahrungen mit einer gesellschaftlichen Institution und deren Repräsentanten (den Lehrkräften) machen und lernen, wie sie und ihre Gruppe in diesem System behandelt werden. Wir gehen davon aus, dass diese Erfahrungen nicht nur die Wirksamkeitsüberzeugungen im Bereich Bildung prägen, sondern auch auf andere Bereiche wie die Politik übertragen werden und daher auch das Verhalten in verschiedenen Lebensbereichen beeinflussen. Konkret untersuchen wir 1.) wie ein privilegierter vs. benachteiligter Familienhintergrund (gemessen durch soziale Herkunft und Migrationshintergrund) mit einer (weniger) erfolgreichen Bildungskarriere interagiert, um die Wirksamkeitsüberzeugungen von Jugendlichen im Bereich Bildung zu beeinflussen, 2.) ob und wie diese in der Schule entwickelten Wirksamkeitsüberzeugungen auf den Bereich der Politik übertragen werden, und 3.) wie sich diese Wirksamkeitsüberzeugungen auf das tatsächliche Verhalten auswirken (d.h. auf Bildungsentscheidungen und politische Partizipation).

Wir untersuchen diese Fragestellungen, indem wir eine eigene Datenerhebung (als Teil des RISS Internalization Surveys) mit der Analyse existierender Paneldaten verbinden. Die Fragestellungen 1 und 2 werden mit den Daten des RISS Internalization Surveys untersucht, wobei wir eine Online-Befragung von Jugendlichen planen. Die Umsetzung von Wirksamkeitsüberzeugungen in späteres Verhalten (Fragestellung 3) wird sowohl anhand von Sekundärdaten untersucht als auch auf Basis eines Panel-Designs.

Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Becker, Prof. Sigrid Roßteutscher, PhD
Projektlaufzeit: 2021 - 2025

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Making Benefits Work. Characteristics and Effects of In-Work Benefits in Different Welfare State Contexts

Ongoing changes in modern labour markets increased inequalities in earnings in many countries and led to a growth of low-wage employment and precarious household incomes. Whereas traditionally welfare states mainly catered to the needs of groups outside the labour market, the provision of social security to employed households therefore becomes increasingly relevant. The proposed project provides an in-depth study of in-work benefits – broadly understood as public cash benefits that are paid to employees with low household incomes – and their effect on labour markets as well as individuals' life courses in international perspective. I will extend previous research by building comparative indicators of in-work benefit systems in a large sample of countries. Using multi-level models, I will assess effects of different characteristics of in-work benefits on employment, wages and in-work poverty risks. I will complement these analyses by studying two countries in more detail – Germany and the United Kingdom – as examples of different designs of in-work benefits. Focusing on claimants of in-work benefits and using sequence analyses and statistical matching to describe individual life-courses and to estimate causal effects of benefit take-up, I will study implications for household composition and individual life courses.


Projektleitung: Jan Brülle

Proejtktlaufzeit: 2023 - 2025

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Digitale Entfremdung und Aneignung von Arbeit: Entfremdungserfahrungen in digitaler Dienstleistungsarbeit

Die Digitalisierung der Arbeitswelt kann als Treiber eines grundlegenden Strukturwandels der Arbeit verstanden werden. Dadurch stellen sich vielfältige Fragen nach der Zunahme von Fremdbestimmungen durch Algorithmen, Verlusten von Zeitautonomie, neuen Formen der Fragmentierung von Arbeit oder Veränderungen von sozialen Beziehungen. Um solche problematischen Entwicklungen zu beschreiben, wird im aktuellen Diskurs vereinzelt das Stichwort der Entfremdung genutzt. Der Nutzen eines solchen Konzepts im Kontext der digitalen Arbeit liegt in der Erforschung von Problemen, die über mögliche Autonomieverluste hinausgehen und Fragen wie einen Sinnverlust in der Arbeit sowie veränderte Selbstkonzeptionen beinhalten. Bisher beschränken sich die Ausführungen zum Begriff der Entfremdung meist auf sozialphilosophische Arbeiten. Eine empirische Analyse des Konzepts im Bereich der digitalen Arbeit fehlt weitgehend. Das Projekt schließt an dieses Desiderat an und widmet sich der Untersuchung digitaler Entfremdung. Untersucht werden Erfahrungen von Entfremdung und Aneignungsbemühungen von Arbeitnehmern auf verschiedenen Qualifikationsebenen in digitalen Arbeitsformen. Da die Entfremdung in der Vergangenheit vor allem in gering qualifizierten Bereichen der industriellen Arbeit untersucht wurde, ist über die Entfremdungspotenziale der digitalen Dienstleistungsarbeit wenig bekannt. Um diese Lücke zu schließen, untersucht das Projekt die digitale Dienstleistungsarbeit in etablierten Berufsfeldern und neuen Berufen der digitalen Ökonomie. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines empirisch fundierten Konzepts digitaler Entfremdung in der Arbeit. Eine zentrale Frage ist, inwieweit die digitale Arbeit in verschiedenen Berufsgruppen des Dienstleistungssektors mit spezifischen Entfremdungserfahrungen einhergeht. Dies geschieht durch eine innovative Form des Zugangs zu subjektiven Entfremdungserfahrungen, die zwischen verschiedenen Ebenen von Entfremdungserfahrungen unterscheidet (biographisch, leiblich-emotional, praktisch- handelnd, kritisch-evaluativ). Ziel der Studie ist es, Einblicke in die Erfahrungen von Beschäftigten unterschiedlicher Qualifikationsebenen zu gewinnen und auf dieser Grundlage eine empirisch geerdete Definition digitaler Entfremdung zu entwickeln. Es wird ein qualitativer Forschungsansatz verwendet, bei dem Interviews und Gruppendiskussionen mit Beschäftigten in der Dienstleistungsarbeit durchgeführt werden. Untersucht werden hochqualifizierte, qualifizierte und gering qualifizierte Beschäftigte. Damit verbindet das Projekt theoretische, methodische und empirische Fragen der Entfremdungsforschung und zielt darauf ab, Entfremdung als Kategorie der Arbeitssoziologie zu rekonzipieren. Darüber hinaus werden verschiedene Ansätze zur Entfremdung aus der Soziologie, Psychologie und Philosophie einbezogen. Durch diese Verbindungen wird es möglich, das Konzept der Entfremdung für eine vielschichtige Beschreibung sozialer Probleme fruchtbar zu machen.

Projektleitung: Dr. Friedericke Hardering (an der GU)
Projektlaufzeit: Seit 2019

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Doing Transitions. Formen der Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf (DFG-Graduiertenkolleg)

Lebensverläufe sind durch eine Vielzahl von Übergängen strukturiert; sie vollziehen sich zwischen einzelnen Lebensphasen und Statuspositionen, zwischen unterschiedlichen Rollen und Selbstbildern. In der Vergangenheit interessierte sich die Forschung insbesondere für die Bedingungen, unter denen Übergänge erfolgreich verlaufen. Aus diesem Grund gerieten Übergänge – etwa der Wechsel von der Schule in den Arbeitsmarkt – häufig als Probleme in den Blick: Sie galten als unsicher und ungewiss, als Momente der Reproduktion sozialer Ungleichheit und als Risiken sozialen Ausschlusses. So unterschiedlich diese Studien sind, ihnen ist gemeinsam, dass Übergänge hier als natürliche Gegebenheiten erscheinen. Auch die damit verbundenen Normalitätsannahmen, die über Erfolg und Scheitern entscheiden, wurden kaum einmal problematisiert. Hier setzt das Graduiertenkolleg Doing Transitions ein und markiert einen Neuansatz. In das Zentrum rückt nun die Frage, worauf die unterschiedlichen Übergänge antworten, wie sie zustande kommen, wie sie gestaltet und dabei zugleich neu hergestellt werden. Zu diesem Zweck werden drei Ebenen der Gestaltung und der Herstellung von Übergängen quer zu den Lebensaltern untersucht. Um sowohl ihrer Eigenlogik wie auch den komplexen Wechselverhältnissen auf die Spur zu kommen, bearbeiten wir die folgenden Forschungsfragen:

  • Diskurse: Wie werden Übergänge verhandelt? Von welchen Akteuren werden sie thematisiert? Welche Anforderungen des Wissens und Könnens an die Individuen werden dabei artikuliert? Wie werden Erfolg und Scheitern und diesbezügliche Risiken markiert?
  • Institutionen: Wie werden Übergänge geregelt? Wie werden Übergänge durch formale und non-formale Markierungen, durch Abläufe, Verfahren und Akteure reguliert? Welche pädagogischen Aspekte der Vorbereitung, Überprüfung und Begleitung sind darin enthalten?
  • Individuen: Wie werden Übergänge bewältigt? Wie entstehen Lebensentwürfe? Auf welche Weise werden Lebensentscheidungen getroffen und Lebensgeschichten bilanziert? Welche Lern- und Bildungsprozesse dokumentieren sich hier?

Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Becker u.a.
Projektlaufzeit: Seit 2017


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