Zunehmender Populismus und zunehmende Polarisierung verbunden mit abnehmender demokratischer Legitimität deuten auf eine Krise in europäischen Demokratien hin. Diese Krise hat eine regionale Dimension: ein politisches und vielleicht auch kulturelles Gefälle zwischen Stadt und Land. Das Projekt untersucht, ob und wie das Wohnen in der Stadt oder auf dem Land mit Unterschieden in Legitimitätsüberzeugung, sozialer Identität, der Wahrnehmung von Ungerechtigkeit und Bedrohung, politischen und sozialen Einstellungen und dem politischen Verhalten europäischer Bürger zusammenhängt. Es betrachtet “Democratic governance in a turbulent age", demokratische Staatsführung in unruhigen Zeiten, aus verschiedenen Blickwinkeln. Zum einen befasst es sich mit dem Wandel von Identität und dessen Konsequenz für demokratische Staatsführung und politische Repräsentation. Stabile Konfliktlinien entstehen nur, wenn das Ringen um Identität von der Wahrnehmung sozialer Ungleichheit und unfairer Ressourcenverteilung begleitet ist. Zum anderen untersucht es die Rolle der Globalisierung: das zunehmende ökonomische Gefälle zwischen Stadt und Land führt zu einer Bedrohung des sozialen Status, die das politische Gefälle zwischen Stadt und Land weiter verschärft. Das Projekt wird eine breit angelegte vergleichende Studie zu allen europäischen Ländern mit einer eingehenden Analyse von fünf etablierten europäischen Demokratien kombinieren. Es wird bedeutende neue Befunde zu Unterschieden zwischen Stadt und Land in der europäischen Politik liefern, die es uns ermöglichen werden, die Folgen – und die Heilmittel – der gegenwärtigen Krise der Demokratie zu untersuchen und dabei sowohl Wissenschaftler als auch politische Entscheidungsträger als Zielgruppe anzusprechen.
Projektleitung: Prof. Sigrid Roßteutscher, PhD
Projektlaufzeit: 2021 - 2023
Das Forschungsvorhaben untersucht inwiefern familiäre Instabilität zur Bildungsungleichheit in Deutschland und anderen europäischen Ländern beiträgt. Ziel des Projekts ist es, die Auswirkungen instabiler Familienkonstellationen auf die Bildungsübergänge in die Sekundar- und Tertiärstufe für Kinder unterschiedlicher sozialer Herkunft und in verschiedenen institutionellen Kontexten empirisch zu ermitteln. Im Rahmen des Projekts werden die Auswirkungen von durch die Trennung der Eltern erzeugte Instabilität für unterschiedliche soziale Schichten in Deutschland untersucht. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die zugrunde liegenden Mechanismen gelegt (z. B. Einkommensunsicherheit und Aspirationsfaktoren), die für die schichtspezifischen Konsequenzen der Bildungsübergänge der Kinder ausschlaggebend sind. Darüber hinaus befasst sich das Projekt mit der Bedeutung institutioneller Kontexte und wird insbesondere die Rolle von Sozialpolitik und die Ausgestaltung spezifischer Bildungssysteme bei der Verringerung negativer Auswirkungen alleinerziehender Elternschaft auf die Bildungsübergänge von Kindern in verschiedenen europäischen Ländern untersuchen. Die empirischen Analysen des Projektvorhabens basieren auf den Paneldaten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), um die kausalen Effekte der Trennung der Eltern auf die Bildungsübergänge zu ermitteln, und auf EU-SILC-Paneldaten für 32 europäische Länder, um die Rolle institutioneller Kontexte zu untersuchen. Die statistische Analyse beruht auf Modellen für Langzeitdatensätze; im Besonderen auf dem Geschwister-basierten Sibling Fixed-Effects-Schätzers, Matching-Techniken und verschiedenen Spezifikationen von Mehrebenenmodellen.
Projektleitung: Kristina Lindemann, Ph.D.
Projektlaufzeit: 2020 - 2023
Kontingenzbewältigung wird in den Sozial- und Geisteswissenschaften in erster Linie als ein religiöses Phänomen betrachtet. Durch eine derart verengte Sicht haben nichtreligiöse Formen der Kontingenzbewältigung nicht die systematische Beachtung gefunden, die sie verdienen. Darüber hinaus mangelt es den überwiegend theoretischen und ideengeschichtlichen Analysen zu Kontingenzerfahrungen und ihrer Bewältigung nicht nur an empirischen Fundierungen, sondern auch an gegenstandsadäquaten begrifflichen Konturierungen. Das Vorhaben widmet sich diesen Desideraten: Es werden sowohl religiöse als auch nichtreligiöse Praktiken der Kontingenzbewältigung in den Blick genommen. Dabei beforscht das Projekt spezifisch moderne Kontingenzerfahrungen, die durch gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen hervorgerufen und von Akteurinnen und Akteuren im Modus einer Biographisierung des Lebenslaufs erlebt werden. Das Ziel ist die Entwicklung einer empirisch begründeten Theorie, die religiöse und nichtreligiöse Strategien der Kontingenzbewältigung in ihrer Entstehung, Anwendung und Wirkung erklärt.
Projektleitung Prof. Dr. Ferdinand Sutterlüty
Projektlaufzeit: 2020 - 2023
Die wohl bekannteste Anwendung der Blockchain-Technologie ist Bitcoin, die erste digitale Währung (Kryptowährung), mit der in einem weltweiten dezentralen Zahlungssystem Transaktionen abgewickelt werden können. Dabei hat sich schnell herausgestellt, dass die Anwendungsmöglichkeiten von Blockchain weit über digitale Währungen hinausgehen. Eine ganze Reihe kommerzieller Akteure, zunächst Start-ups, aber auch Banken und traditionelle IT-Unternehmen wurden dadurch motiviert, sich an der Weiterentwicklung von Blockchain zu beteiligen. Blockchain verspricht, die bisher zur Validierung von Transaktionen notwendigen (Macht-) Instanzen wie Staaten, aber auch Banken oder Kreditkartenfirmen auszuschalten. Transaktionen aller Art, vom Zahlungsverkehr bis hin zur vertraglichen Festlegung von Eigentumstiteln, sollen nun auf Peer-to-Peer-Basis stattfinden und müssen nicht mehr durch eine dritte Instanz verifiziert werden. Dieses Forschungsprojekt stellt die Frage nach der Realisierbarkeit der Ankündigung der Blockchain-Apologeten, alle Intermediäre überflüssig zu machen und durch dezentral organisierte Peer-to-Peer-Netzwerke zu ersetzen. Diese Frage ist nicht nur von spekulativem Interesse, sondern soziologisch bzw. politökonomisch in höchstem Maße relevant, da ihre Beantwortung an die Grundfesten der kapitalistischen Gesellschaftsordnung rührt. Kapitalistische Wirtschaftssysteme sind auf zentralisierte Austauschsysteme mit dominierenden Akteuren, etwa Zentralbanken, angewiesen.
Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Brandl
Projektlaufzeit: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Nölke
Laufzeit: 2020 - 2023
The
Nature of Political Representation in Times of Dealignment (NAPRE)
Das Projekt untersucht die
kommunikative Responsivität von Abgeordneten in Europäischen
Demokratien. Dabei stellt es die Frage, wer oder was in Zeiten verringerter Parteibindungen
zu welchem Grad repräsentiert wird und wie dies durch
wahlsystemische Anreize und die persönlichen Eigenschaften der Mandatsträger
beeinflusst ist.
Daten: Feldexperimente und
quantitative Analyse parlamentarischer Texte.
Geographischer Raum:
Deutschland, Großbritannien, Niederlande
Projektleitung: Prof. Dr. Thomas zittel
Laufzeit: 2019 - 2023
Brexit-Referendum, die Wahl Donald Trumps und die andauernde Eurokrise haben manche Gewissheiten in Europa und den USA erschüttert.
Protektionismus und Nationalismus sind im Aufwind und regionale Integration und transnationale Handelsabkommen kommen scheinbar außer Mode. Ungebrochen jedoch ist der Stellenwert des Finanzsektors in Großbritannien und den USA. Dem Finanzkapitalismus geht es gut. Diese Resilienz des Finanzkapitalismus steht im Zentrum unseres anvisierten Nachwuchsnetzwerkes. Um diese Resilienz besser zu verstehen, werden wir in diesem Forschungsnetzwerk die grundlegende Rolle des Geldes innerhalb der Infrastruktur des globalen Kapitalismus analysieren. Indem wir uns mit jüngeren Arbeiten aus der Geldtheorie und der Finanzökonomie auseinandersetzen, möchten wir dazu beitragen, das Studium des Geldes, welches das Herzstück der globalen politischen Ökonomie darstellt, als zentralen Bestandteil der Politikwissenschaft zu etablieren.
Projektpartner an der Goethe Universität: Prof. Dr. Andreas Nölke
Laufzeit: 2017 - 2023
Internationale Institutionen sind in der Krise. Neben Staaten kommt die Kritik insbesondere von zivilgesellschaftlichen Akteure und Akteurinnen. Gerade die Weltwirtschaftsorganisationen, die seit den 1990er Jahren wiederholt in den Fokus zivilgesellschaftlicher Proteste geraten sind, haben als direkte Reaktion durchgängig Dialogforen entwickelt.
In diesen Dialogforen sollen zivilgesellschaftliche Vertreter und Vertreterinnen die Möglichkeit erhalten, in einen direkten Austausch mit den kritisierten Institutionen zu treten. Dialogforen zielen somit darauf zivilgesellschaftliche Kritik aufzunehmen und die in Frage gestellte Legitimität internationaler Organisationen wiederherzustellen. Zunächst als Zeitenwende im Umgang mit zivilgesellschaftlicher Kritik gefeiert, werden diese Foren mittlerweile stark kritisiert und ihnen Versagen vorgeworfen.
Die Forschung hat sich aber bisher kaum explizit mit den Dialogforen internationaler Institutionen beschäftigt. Das Projekt „Legitimitätspolitik durch Dialogforen?“ stellt deshalb Dialogforen in den Mittelpunkt und geht der Frage nach, ob die Kritik an der Öffnung internationaler Organisationen und der Schaffung von Dialogforen berechtigt ist. Dazu wird die Ausgestaltung und Praxis von Dialogforen verschiedener Institutionen über Zeit und im Vergleich untersucht. Darüber hinaus soll erforscht werden, woran es liegt, wenn Dialogforen die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen.Projektleitung: Prof. Dr. Nicole Deitelhoff
Laufzeit: 2019 - 2022
Obwohl sich der Forschungsstand über den modernen Autoritarismus bzw. hybride Regime fortlaufend ausdifferenziert, gibt es wenige Untersuchungen, die Erkenntnisse liefern, wie diese Regime konkrete Policy-Issues bearbeiten. Das trifft insbesondere auf Russland zu, das einen typical case neuer autoritärer bzw. hybrider Regime repräsentiert. Jüngere Studien belegen, dass der russische Staat regelmäßig auf Ressourcen von Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zurückgreift, um konkrete Policy-Probleme zu lösen. Während sich ein wachsender Teil der Literatur der Rolle der russischen Zivilgesellschaft in solchen Governance-Mustern widmet, ist die der Unternehmen weniger gut erforscht. (Para-)staatliche und private Unternehmen sind jedoch von besonderem Interesse, weil sie ressourcenstärker als zivilgesellschaftliche Akteure sind und sich z.T. auf internationalen Märkten bewegen. Sie stehen daher im Mittelpunkt des geplanten Projektes.
Projektleiter*innen: Prof. Dr. Claudius Wagemann, Prof. Dr. Katharina Bluhm, Prof. Dr. Sabine Kropp
Laufzeit: 2018 - 2022

Leitung: Prof. Dr. Daniela Grunow, Prof. Sigrid Roßteutscher, PhD
Laufzeit: 2021 - 2023
Längst ist das Internet zu einem Ort für kulturelle, politische und soziale Veränderung geworden. Hierbei spielt insbesondere die Viralität kommunikativer Botschaften in den sozialen Netzwerken eine bedeutende Rolle. Dieses Phänomen zeichnet sich durch ein neues Niveau der Verbreitungsgeschwindigkeit, Allgegenwärtigkeit und Unsicherheit bzgl. der Informationsquellen aus. Vor diesem Hintergrund werden in dem Projekt, das im Projektverbund Digi_Gap angesiedelt ist, fach- und phasenübergreifende Blended-Learning-Arrangements für die gesellschaftswissenschaftliche Lehrkräftebildung entwickelt. Um die Kompetenzen zum Einsatz derartiger Medienformate sowie deren unterrichtliche Reflektion zu fördern, werden fachdidaktische Konzepte und digitale Werkzeuge entwickelt, die nicht nur der Vor- und Nachbereitung von Unterricht dienen, sondern auch auf unterschiedliche Phasen der Lehrkräftebildung anwendbar sind.
Projektleitung: Prof. Dr. Tim Engartner, Prof. Dr. Detlef Kanwischer
Reconstructing Democracy in Times of Crisis:
A Voter-Centred Perspective
(REDEM)
REDEM is a Horizon 2020 project funded under the Governance topic of the European Commission's Societal Challenge program Europe in a changing world – Inclusive, innovative and reflective societies.The project includes 10 partner institutions and is coordinated by Centre for Political Research at Sciences Po (CEVIPOF).
Projektpartner*innen GU: Prof. Dr. Rainer Forst, Dr. Marcus
Carlsen Häggrot
Laufzeit: 2019 - 2023
"Around the globe, welfare
states are changing. This is happening against the background of changing capitalism, a shift towards skill-focused knowledge economies, changing labor markets, intensifying globalization, deindustrialization, and technological change, as well as new public demands related to “new social risks" such as single parenthood, youth unemployment, or working poverty.
(...)
The aim of the project is to descriptively map and theoretically, as well as empirically, explain the political and socio-economic conditions for the development of social investment policies in democracies around the globe, looking at a range of
common global, as well as country-, and region-specific political factors that drive or impede social investment reforms. We particularly aim at understanding the content of the social investment political agenda in current democracies around the world, map the political conflicts over social investment, and figure out the types of political coalitions that support or prevent a specific social investment strategy. We thus offer the first worldwide analysis of the politics of social investment reforms around the globe."
projectmanagement: Prof. Dr. Julian Garritzmann
duration: 2018 - 2023
Wie können Wasserressourcen angesichts von nur unsicher quantifizierbarem Klimawandel und steigendem Nutzungsdruck von verschiedenen Akteuren nachhaltig für Gesellschaft und Ökosystem gemanagt werden?
Ziel des Gesamtprojektes ist es, (1) in partizipativer Art und Weise geeignete Managementstrategien zu entwickeln, um die Wasserressourcen im Biosphärenreservat Rhön, insbesondere seinem hessischen Teil, angesichts des Klimawandels nachhaltig für Gesellschaft und Ökosystem nutzen zu können. Dafür müssen (2) Methoden für eine interdisziplinäre (sozialwissenschaftlich und naturwissenschaftlich) und transdisziplinäre (mit Wissenschaftler/innen und Praxispartner/innen) Wissensintegration entwickelt werden. Praxispartner (d.h. institutionelle Stakeholder) sind ausgewählte, relevante hessische Akteure im Problemfeld, wie der Verwaltungsstelle des hessischen Biosphärenreservats Rhön, (Wasser-)Behörden, zivilgesellschaftliche Organisationen, Unternehmen und andere Interessensvertreter.
Die Problemwahrnehmung und Anpassungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger wird empirisch durch die Projektpartnerinnen erhoben und so in den Partizipativen Prozess eingebracht, sodass Bürgerinnen und Bürger selbst nicht direkt am Prozess teilnehmen. Der genaue Fokus innerhalb des Problemfeldes (beispielsweise Trinkwasserversorgung, Erhaltung des Hochmoores, Wasserüberleitung nach Fulda) wird von den Projektpartnerinnen partizipativ mit den Stakeholdern während des partizipativen Prozesses entwickelt werden. Dieser genaue Fokus wird beispielsweise von der Zusammensetzung der Stakeholder abhängig sein, von deren Problemperspektiven sowie deren speziellen Interessensschwerpunkten.
Projektleitung: Prof. Dr. Blättel-MinkAnschließend an die erste Förderphase des Level-Projekts sollen im
sozialwissenschaftlich-historischen Fächerverbund nunmehr
Verbindungslinien zwischen Lehreraus- und -fortbildung fokussiert
werden, wobei wir uns der folgenden übergeordneten Frage widmen: Wie
können fächerspezifische und ggf. fachübergreifende
Reflexionsfähigkeiten als Bestandteil der professionellen
Unterrichtswahrnehmung (professional vision) von (angehenden)
Lehrkräften in den verschiedenen Phasen der Lehrer(innen)bildung mittels
videobasierter Online-Lehr-Lernformate ausgebildet und gefördert
werden? Bereits erprobte Lerneinheiten sollen mit flexibel einsetzbaren
Designs und Aufgabenformaten weiterentwickelt werden.
Ziel ist es u. a., ausgewählte Digital Educational Resources in ausgearbeitete Blended Learning-Formate von Lehr- und Fortbildungsveranstaltungen einzubetten.
Projektleitung: Prof. Dr. Tim Engartner, Prof. Dr. Gerhard Henke-Bockschatz, Prof. Dr. Detlef KanwischerIn den vergangenen Jahren haben deutsche Schulen zahlreiche geflohene Kinder und Jugendliche aufgenommen. Schulen haben hierauf unterschiedlich reagiert und gehen nach wie vor unterschiedlich mit dieser pädagogischen, didaktischen und organisatorischen Herausforderung um. Die Heterogenität dieser Umgangsweisen kann zum einen auf voneinander differente Schulkulturen zurückgeführt werden und zum anderen kann angenommen werden, dass Schulen im Zuge der aktuellen Zuwanderungssituation schulische Entwicklungsprozesse forcieren, die den schulischen Erfolg und die Inklusion in die Bildungsorganisation dieser Schüler*innengruppe verbessern sollen. Forschungen zur Frage der schulischen und sozialen Teilhabe von Schüler*innen mit Migrationshintergrund fokussieren zumeist das Lernen und die Entwicklung von Individuen, nicht jedoch auf Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten von Institutionen. Das Projekt SchuWaMi setzt genau hier an: Untersucht werden soll, wie verschiedene Schulen unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen mit dieser veränderten Zusammensetzung der Schülerschaft umgehen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Rolle der Schulkulturen und ihren institutionellen Voraussetzungen. Schulkultur(en) prägen die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung, sind jedoch nicht statisch und können sich insofern auch umgekehrt durch die Aufnahme der Kinder wandeln. SchuWaMi arbeitet interdisziplinär, längsschnittlich und mit einem Mixed-Methods Design.
Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Becker
Projektlaufzeit: 2018 - 2022
Economic & Monetary Union at a Crossroad
Porjektleitung: Prof. Dr. Andreas Nölke
Laufzeit: 2020 - 2023
Protest and Democratic Quality
ProDem is an interdisciplinary project that aims to comparatively assess the medium- and long-term effects of the triple interaction between citizens, social movements and a specific breed of political parties (so-called 'movement parties', della Porta et al 2017; Kitschelt 2006; Mosca and Quaranta 2017) on democratic quality in Europe. Democratic quality is approached from a citizens' perspective as the acquisition of political, civil, and social citizenship rights through democratic institutions and processes (della Porta 2016: 8-9). We seek robust and innovative explanations for how social movements and movement parties, alongside shifting divisions in citizens' values, ideologies, and attitudes, have affected democratic quality in six European countries (Denmark, Germany, Hungary, Italy, Romania, and the UK) between the onset of a global wave of protests in 2011 and 2019. The interplay among citizens, media, and political organisations is at the heart of our inquiry into democratic quality.
ProDem will
generate new, timely insights from comparative analysis of democratic quality
by combining concepts and methods from social movement studies, political
behaviour and party politics, political culture, critical theory, media
studies, and computational social science.
The project
connects scholars working in Denmark, Germany, Italy, Romania, and the United
Kingdom. The principle investigators are: Christina Neumayer (University of
Copenhagen, Denmark), Claudius Wagemann (Goethe Universität Frankfurt,
Germany), Lorenzo Mosca (Università Statale di Milano, Italy), Toma Burean
(Babeș-Bolyai University, Cluj-Napoca, Romania) and Dan Mercea, (City,
University of London, UK).
Projektleitung: Prof. Dr. Claudius Wagemann
Laufzeit: 2020-2023
Link zum Projekt
The Institutions of Contemporary Capitalism: Bridging the Gap between Comparative and International Perspectives
In den letzten vier Jahrzehnten hat sich der heutige Kapitalismus massiv verändert: von der Liberalisierung in den 1980er-Jahren über die globale Finanzkrise 2008 bis zur Gegenbewegung eines nicht-liberalen Kapitalismus heute. Die grundlegenden Theorien der Politischen Ökonomie über kapitalistische Institutionen spiegeln jedoch diese grundlegenden Veränderungen nicht wider. Der überholte Charakter dieser Theorien in der Politischen Ökonomie ist bedauerlich, da diese ein eigentlich sehr wichtiges Instrument sind, um die Entwicklungen im zeitgenössischen Kapitalismus als Ergänzung zu rational-individuellen, konstruktivistischen oder marxistisch-holistischen Ansätzen zu verstehen. Es ist eine Kernannahme des Buchprojektes, dass der Mangel an adäquaten institutionellen Theorien des zeitgenössischen Kapitalismus hauptsächlich auf die zunehmende Trennung der Vergleichenden und Internationalen Politischen Ökonomie zurückzuführen ist. Das Zusammenspiel zwischen nationalen und internationalen Wirtschaftsinstitutionen, diese "Doppelbewegung" nach Polanyi, wird vernachlässigt. Um diese Schwäche zu überwinden, verfolgt das Buchprojekt zwei Ansätze: eine "Top-down"-Perspektive, die analysiert, wie internationale Institutionen auf einheimische Wirtschaftsinstitutionen einwirken, und eine "Bottom-up"-Perspektive, die untersucht, wie einheimische Wirtschaftsinstitutionen (mächtiger Staaten) internationale Institutionen beeinflussen. Jede der beiden Perspektiven wird illustriert, indem sie auf die drei wichtigsten Wirtschaftsräume - die Europäische Union, die Vereinigten Staaten und die großen Schwellenländer (insbesondere China) - angewandt wird.
Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Nölke
Laufzeit: 2021 - 2022
Zunehmender Populismus und zunehmende Polarisierung verbunden mit abnehmender demokratischer Legitimität deuten auf eine Krise in europäischen Demokratien hin. Diese Krise hat eine regionale Dimension: ein politisches und vielleicht auch kulturelles Gefälle zwischen Stadt und Land. Das Projekt untersucht, ob und wie das Wohnen in der Stadt oder auf dem Land mit Unterschieden in Legitimitätsüberzeugung, sozialer Identität, der Wahrnehmung von Ungerechtigkeit und Bedrohung, politischen und sozialen Einstellungen und dem politischen Verhalten europäischer Bürger zusammenhängt. Es betrachtet “Democratic governance in a turbulent age", demokratische Staatsführung in unruhigen Zeiten, aus verschiedenen Blickwinkeln. Zum einen befasst es sich mit dem Wandel von Identität und dessen Konsequenz für demokratische Staatsführung und politische Repräsentation. Stabile Konfliktlinien entstehen nur, wenn das Ringen um Identität von der Wahrnehmung sozialer Ungleichheit und unfairer Ressourcenverteilung begleitet ist. Zum anderen untersucht es die Rolle der Globalisierung: das zunehmende ökonomische Gefälle zwischen Stadt und Land führt zu einer Bedrohung des sozialen Status, die das politische Gefälle zwischen Stadt und Land weiter verschärft. Das Projekt wird eine breit angelegte vergleichende Studie zu allen europäischen Ländern mit einer eingehenden Analyse von fünf etablierten europäischen Demokratien kombinieren. Es wird bedeutende neue Befunde zu Unterschieden zwischen Stadt und Land in der europäischen Politik liefern, die es uns ermöglichen werden, die Folgen – und die Heilmittel – der gegenwärtigen Krise der Demokratie zu untersuchen und dabei sowohl Wissenschaftler als auch politische Entscheidungsträger als Zielgruppe anzusprechen.
Projektleitung: Prof. Sigrid Roßteutscher, PhD
Projektlaufzeit: 2021 - 2023
Das Forschungsvorhaben untersucht inwiefern familiäre Instabilität zur Bildungsungleichheit in Deutschland und anderen europäischen Ländern beiträgt. Ziel des Projekts ist es, die Auswirkungen instabiler Familienkonstellationen auf die Bildungsübergänge in die Sekundar- und Tertiärstufe für Kinder unterschiedlicher sozialer Herkunft und in verschiedenen institutionellen Kontexten empirisch zu ermitteln. Im Rahmen des Projekts werden die Auswirkungen von durch die Trennung der Eltern erzeugte Instabilität für unterschiedliche soziale Schichten in Deutschland untersucht. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die zugrunde liegenden Mechanismen gelegt (z. B. Einkommensunsicherheit und Aspirationsfaktoren), die für die schichtspezifischen Konsequenzen der Bildungsübergänge der Kinder ausschlaggebend sind. Darüber hinaus befasst sich das Projekt mit der Bedeutung institutioneller Kontexte und wird insbesondere die Rolle von Sozialpolitik und die Ausgestaltung spezifischer Bildungssysteme bei der Verringerung negativer Auswirkungen alleinerziehender Elternschaft auf die Bildungsübergänge von Kindern in verschiedenen europäischen Ländern untersuchen. Die empirischen Analysen des Projektvorhabens basieren auf den Paneldaten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), um die kausalen Effekte der Trennung der Eltern auf die Bildungsübergänge zu ermitteln, und auf EU-SILC-Paneldaten für 32 europäische Länder, um die Rolle institutioneller Kontexte zu untersuchen. Die statistische Analyse beruht auf Modellen für Langzeitdatensätze; im Besonderen auf dem Geschwister-basierten Sibling Fixed-Effects-Schätzers, Matching-Techniken und verschiedenen Spezifikationen von Mehrebenenmodellen.
Projektleitung: Kristina Lindemann, Ph.D.
Projektlaufzeit: 2020 - 2023
Kontingenzbewältigung wird in den Sozial- und Geisteswissenschaften in erster Linie als ein religiöses Phänomen betrachtet. Durch eine derart verengte Sicht haben nichtreligiöse Formen der Kontingenzbewältigung nicht die systematische Beachtung gefunden, die sie verdienen. Darüber hinaus mangelt es den überwiegend theoretischen und ideengeschichtlichen Analysen zu Kontingenzerfahrungen und ihrer Bewältigung nicht nur an empirischen Fundierungen, sondern auch an gegenstandsadäquaten begrifflichen Konturierungen. Das Vorhaben widmet sich diesen Desideraten: Es werden sowohl religiöse als auch nichtreligiöse Praktiken der Kontingenzbewältigung in den Blick genommen. Dabei beforscht das Projekt spezifisch moderne Kontingenzerfahrungen, die durch gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen hervorgerufen und von Akteurinnen und Akteuren im Modus einer Biographisierung des Lebenslaufs erlebt werden. Das Ziel ist die Entwicklung einer empirisch begründeten Theorie, die religiöse und nichtreligiöse Strategien der Kontingenzbewältigung in ihrer Entstehung, Anwendung und Wirkung erklärt.
Projektleitung Prof. Dr. Ferdinand Sutterlüty
Projektlaufzeit: 2020 - 2023
Die wohl bekannteste Anwendung der Blockchain-Technologie ist Bitcoin, die erste digitale Währung (Kryptowährung), mit der in einem weltweiten dezentralen Zahlungssystem Transaktionen abgewickelt werden können. Dabei hat sich schnell herausgestellt, dass die Anwendungsmöglichkeiten von Blockchain weit über digitale Währungen hinausgehen. Eine ganze Reihe kommerzieller Akteure, zunächst Start-ups, aber auch Banken und traditionelle IT-Unternehmen wurden dadurch motiviert, sich an der Weiterentwicklung von Blockchain zu beteiligen. Blockchain verspricht, die bisher zur Validierung von Transaktionen notwendigen (Macht-) Instanzen wie Staaten, aber auch Banken oder Kreditkartenfirmen auszuschalten. Transaktionen aller Art, vom Zahlungsverkehr bis hin zur vertraglichen Festlegung von Eigentumstiteln, sollen nun auf Peer-to-Peer-Basis stattfinden und müssen nicht mehr durch eine dritte Instanz verifiziert werden. Dieses Forschungsprojekt stellt die Frage nach der Realisierbarkeit der Ankündigung der Blockchain-Apologeten, alle Intermediäre überflüssig zu machen und durch dezentral organisierte Peer-to-Peer-Netzwerke zu ersetzen. Diese Frage ist nicht nur von spekulativem Interesse, sondern soziologisch bzw. politökonomisch in höchstem Maße relevant, da ihre Beantwortung an die Grundfesten der kapitalistischen Gesellschaftsordnung rührt. Kapitalistische Wirtschaftssysteme sind auf zentralisierte Austauschsysteme mit dominierenden Akteuren, etwa Zentralbanken, angewiesen.
Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Brandl
Projektlaufzeit: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Nölke
Laufzeit: 2020 - 2023
The
Nature of Political Representation in Times of Dealignment (NAPRE)
Das Projekt untersucht die
kommunikative Responsivität von Abgeordneten in Europäischen
Demokratien. Dabei stellt es die Frage, wer oder was in Zeiten verringerter Parteibindungen
zu welchem Grad repräsentiert wird und wie dies durch
wahlsystemische Anreize und die persönlichen Eigenschaften der Mandatsträger
beeinflusst ist.
Daten: Feldexperimente und
quantitative Analyse parlamentarischer Texte.
Geographischer Raum:
Deutschland, Großbritannien, Niederlande
Projektleitung: Prof. Dr. Thomas zittel
Laufzeit: 2019 - 2023
Brexit-Referendum, die Wahl Donald Trumps und die andauernde Eurokrise haben manche Gewissheiten in Europa und den USA erschüttert.
Protektionismus und Nationalismus sind im Aufwind und regionale Integration und transnationale Handelsabkommen kommen scheinbar außer Mode. Ungebrochen jedoch ist der Stellenwert des Finanzsektors in Großbritannien und den USA. Dem Finanzkapitalismus geht es gut. Diese Resilienz des Finanzkapitalismus steht im Zentrum unseres anvisierten Nachwuchsnetzwerkes. Um diese Resilienz besser zu verstehen, werden wir in diesem Forschungsnetzwerk die grundlegende Rolle des Geldes innerhalb der Infrastruktur des globalen Kapitalismus analysieren. Indem wir uns mit jüngeren Arbeiten aus der Geldtheorie und der Finanzökonomie auseinandersetzen, möchten wir dazu beitragen, das Studium des Geldes, welches das Herzstück der globalen politischen Ökonomie darstellt, als zentralen Bestandteil der Politikwissenschaft zu etablieren.
Projektpartner an der Goethe Universität: Prof. Dr. Andreas Nölke
Laufzeit: 2017 - 2023
Internationale Institutionen sind in der Krise. Neben Staaten kommt die Kritik insbesondere von zivilgesellschaftlichen Akteure und Akteurinnen. Gerade die Weltwirtschaftsorganisationen, die seit den 1990er Jahren wiederholt in den Fokus zivilgesellschaftlicher Proteste geraten sind, haben als direkte Reaktion durchgängig Dialogforen entwickelt.
In diesen Dialogforen sollen zivilgesellschaftliche Vertreter und Vertreterinnen die Möglichkeit erhalten, in einen direkten Austausch mit den kritisierten Institutionen zu treten. Dialogforen zielen somit darauf zivilgesellschaftliche Kritik aufzunehmen und die in Frage gestellte Legitimität internationaler Organisationen wiederherzustellen. Zunächst als Zeitenwende im Umgang mit zivilgesellschaftlicher Kritik gefeiert, werden diese Foren mittlerweile stark kritisiert und ihnen Versagen vorgeworfen.
Die Forschung hat sich aber bisher kaum explizit mit den Dialogforen internationaler Institutionen beschäftigt. Das Projekt „Legitimitätspolitik durch Dialogforen?“ stellt deshalb Dialogforen in den Mittelpunkt und geht der Frage nach, ob die Kritik an der Öffnung internationaler Organisationen und der Schaffung von Dialogforen berechtigt ist. Dazu wird die Ausgestaltung und Praxis von Dialogforen verschiedener Institutionen über Zeit und im Vergleich untersucht. Darüber hinaus soll erforscht werden, woran es liegt, wenn Dialogforen die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen.Projektleitung: Prof. Dr. Nicole Deitelhoff
Laufzeit: 2019 - 2022
Obwohl sich der Forschungsstand über den modernen Autoritarismus bzw. hybride Regime fortlaufend ausdifferenziert, gibt es wenige Untersuchungen, die Erkenntnisse liefern, wie diese Regime konkrete Policy-Issues bearbeiten. Das trifft insbesondere auf Russland zu, das einen typical case neuer autoritärer bzw. hybrider Regime repräsentiert. Jüngere Studien belegen, dass der russische Staat regelmäßig auf Ressourcen von Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zurückgreift, um konkrete Policy-Probleme zu lösen. Während sich ein wachsender Teil der Literatur der Rolle der russischen Zivilgesellschaft in solchen Governance-Mustern widmet, ist die der Unternehmen weniger gut erforscht. (Para-)staatliche und private Unternehmen sind jedoch von besonderem Interesse, weil sie ressourcenstärker als zivilgesellschaftliche Akteure sind und sich z.T. auf internationalen Märkten bewegen. Sie stehen daher im Mittelpunkt des geplanten Projektes.
Projektleiter*innen: Prof. Dr. Claudius Wagemann, Prof. Dr. Katharina Bluhm, Prof. Dr. Sabine Kropp
Laufzeit: 2018 - 2022

Leitung: Prof. Dr. Daniela Grunow, Prof. Sigrid Roßteutscher, PhD
Laufzeit: 2021 - 2023
Längst ist das Internet zu einem Ort für kulturelle, politische und soziale Veränderung geworden. Hierbei spielt insbesondere die Viralität kommunikativer Botschaften in den sozialen Netzwerken eine bedeutende Rolle. Dieses Phänomen zeichnet sich durch ein neues Niveau der Verbreitungsgeschwindigkeit, Allgegenwärtigkeit und Unsicherheit bzgl. der Informationsquellen aus. Vor diesem Hintergrund werden in dem Projekt, das im Projektverbund Digi_Gap angesiedelt ist, fach- und phasenübergreifende Blended-Learning-Arrangements für die gesellschaftswissenschaftliche Lehrkräftebildung entwickelt. Um die Kompetenzen zum Einsatz derartiger Medienformate sowie deren unterrichtliche Reflektion zu fördern, werden fachdidaktische Konzepte und digitale Werkzeuge entwickelt, die nicht nur der Vor- und Nachbereitung von Unterricht dienen, sondern auch auf unterschiedliche Phasen der Lehrkräftebildung anwendbar sind.
Projektleitung: Prof. Dr. Tim Engartner, Prof. Dr. Detlef Kanwischer
Reconstructing Democracy in Times of Crisis:
A Voter-Centred Perspective
(REDEM)
REDEM is a Horizon 2020 project funded under the Governance topic of the European Commission's Societal Challenge program Europe in a changing world – Inclusive, innovative and reflective societies.The project includes 10 partner institutions and is coordinated by Centre for Political Research at Sciences Po (CEVIPOF).
Projektpartner*innen GU: Prof. Dr. Rainer Forst, Dr. Marcus
Carlsen Häggrot
Laufzeit: 2019 - 2023
"Around the globe, welfare
states are changing. This is happening against the background of changing capitalism, a shift towards skill-focused knowledge economies, changing labor markets, intensifying globalization, deindustrialization, and technological change, as well as new public demands related to “new social risks" such as single parenthood, youth unemployment, or working poverty.
(...)
The aim of the project is to descriptively map and theoretically, as well as empirically, explain the political and socio-economic conditions for the development of social investment policies in democracies around the globe, looking at a range of
common global, as well as country-, and region-specific political factors that drive or impede social investment reforms. We particularly aim at understanding the content of the social investment political agenda in current democracies around the world, map the political conflicts over social investment, and figure out the types of political coalitions that support or prevent a specific social investment strategy. We thus offer the first worldwide analysis of the politics of social investment reforms around the globe."
projectmanagement: Prof. Dr. Julian Garritzmann
duration: 2018 - 2023
Wie können Wasserressourcen angesichts von nur unsicher quantifizierbarem Klimawandel und steigendem Nutzungsdruck von verschiedenen Akteuren nachhaltig für Gesellschaft und Ökosystem gemanagt werden?
Ziel des Gesamtprojektes ist es, (1) in partizipativer Art und Weise geeignete Managementstrategien zu entwickeln, um die Wasserressourcen im Biosphärenreservat Rhön, insbesondere seinem hessischen Teil, angesichts des Klimawandels nachhaltig für Gesellschaft und Ökosystem nutzen zu können. Dafür müssen (2) Methoden für eine interdisziplinäre (sozialwissenschaftlich und naturwissenschaftlich) und transdisziplinäre (mit Wissenschaftler/innen und Praxispartner/innen) Wissensintegration entwickelt werden. Praxispartner (d.h. institutionelle Stakeholder) sind ausgewählte, relevante hessische Akteure im Problemfeld, wie der Verwaltungsstelle des hessischen Biosphärenreservats Rhön, (Wasser-)Behörden, zivilgesellschaftliche Organisationen, Unternehmen und andere Interessensvertreter.
Die Problemwahrnehmung und Anpassungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger wird empirisch durch die Projektpartnerinnen erhoben und so in den Partizipativen Prozess eingebracht, sodass Bürgerinnen und Bürger selbst nicht direkt am Prozess teilnehmen. Der genaue Fokus innerhalb des Problemfeldes (beispielsweise Trinkwasserversorgung, Erhaltung des Hochmoores, Wasserüberleitung nach Fulda) wird von den Projektpartnerinnen partizipativ mit den Stakeholdern während des partizipativen Prozesses entwickelt werden. Dieser genaue Fokus wird beispielsweise von der Zusammensetzung der Stakeholder abhängig sein, von deren Problemperspektiven sowie deren speziellen Interessensschwerpunkten.
Projektleitung: Prof. Dr. Blättel-MinkAnschließend an die erste Förderphase des Level-Projekts sollen im
sozialwissenschaftlich-historischen Fächerverbund nunmehr
Verbindungslinien zwischen Lehreraus- und -fortbildung fokussiert
werden, wobei wir uns der folgenden übergeordneten Frage widmen: Wie
können fächerspezifische und ggf. fachübergreifende
Reflexionsfähigkeiten als Bestandteil der professionellen
Unterrichtswahrnehmung (professional vision) von (angehenden)
Lehrkräften in den verschiedenen Phasen der Lehrer(innen)bildung mittels
videobasierter Online-Lehr-Lernformate ausgebildet und gefördert
werden? Bereits erprobte Lerneinheiten sollen mit flexibel einsetzbaren
Designs und Aufgabenformaten weiterentwickelt werden.
Ziel ist es u. a., ausgewählte Digital Educational Resources in ausgearbeitete Blended Learning-Formate von Lehr- und Fortbildungsveranstaltungen einzubetten.
Projektleitung: Prof. Dr. Tim Engartner, Prof. Dr. Gerhard Henke-Bockschatz, Prof. Dr. Detlef KanwischerIn den vergangenen Jahren haben deutsche Schulen zahlreiche geflohene Kinder und Jugendliche aufgenommen. Schulen haben hierauf unterschiedlich reagiert und gehen nach wie vor unterschiedlich mit dieser pädagogischen, didaktischen und organisatorischen Herausforderung um. Die Heterogenität dieser Umgangsweisen kann zum einen auf voneinander differente Schulkulturen zurückgeführt werden und zum anderen kann angenommen werden, dass Schulen im Zuge der aktuellen Zuwanderungssituation schulische Entwicklungsprozesse forcieren, die den schulischen Erfolg und die Inklusion in die Bildungsorganisation dieser Schüler*innengruppe verbessern sollen. Forschungen zur Frage der schulischen und sozialen Teilhabe von Schüler*innen mit Migrationshintergrund fokussieren zumeist das Lernen und die Entwicklung von Individuen, nicht jedoch auf Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten von Institutionen. Das Projekt SchuWaMi setzt genau hier an: Untersucht werden soll, wie verschiedene Schulen unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen mit dieser veränderten Zusammensetzung der Schülerschaft umgehen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Rolle der Schulkulturen und ihren institutionellen Voraussetzungen. Schulkultur(en) prägen die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung, sind jedoch nicht statisch und können sich insofern auch umgekehrt durch die Aufnahme der Kinder wandeln. SchuWaMi arbeitet interdisziplinär, längsschnittlich und mit einem Mixed-Methods Design.
Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Becker
Projektlaufzeit: 2018 - 2022
Economic & Monetary Union at a Crossroad
Porjektleitung: Prof. Dr. Andreas Nölke
Laufzeit: 2020 - 2023
Protest and Democratic Quality
ProDem is an interdisciplinary project that aims to comparatively assess the medium- and long-term effects of the triple interaction between citizens, social movements and a specific breed of political parties (so-called 'movement parties', della Porta et al 2017; Kitschelt 2006; Mosca and Quaranta 2017) on democratic quality in Europe. Democratic quality is approached from a citizens' perspective as the acquisition of political, civil, and social citizenship rights through democratic institutions and processes (della Porta 2016: 8-9). We seek robust and innovative explanations for how social movements and movement parties, alongside shifting divisions in citizens' values, ideologies, and attitudes, have affected democratic quality in six European countries (Denmark, Germany, Hungary, Italy, Romania, and the UK) between the onset of a global wave of protests in 2011 and 2019. The interplay among citizens, media, and political organisations is at the heart of our inquiry into democratic quality.
ProDem will
generate new, timely insights from comparative analysis of democratic quality
by combining concepts and methods from social movement studies, political
behaviour and party politics, political culture, critical theory, media
studies, and computational social science.
The project
connects scholars working in Denmark, Germany, Italy, Romania, and the United
Kingdom. The principle investigators are: Christina Neumayer (University of
Copenhagen, Denmark), Claudius Wagemann (Goethe Universität Frankfurt,
Germany), Lorenzo Mosca (Università Statale di Milano, Italy), Toma Burean
(Babeș-Bolyai University, Cluj-Napoca, Romania) and Dan Mercea, (City,
University of London, UK).
Projektleitung: Prof. Dr. Claudius Wagemann
Laufzeit: 2020-2023
Link zum Projekt
The Institutions of Contemporary Capitalism: Bridging the Gap between Comparative and International Perspectives
In den letzten vier Jahrzehnten hat sich der heutige Kapitalismus massiv verändert: von der Liberalisierung in den 1980er-Jahren über die globale Finanzkrise 2008 bis zur Gegenbewegung eines nicht-liberalen Kapitalismus heute. Die grundlegenden Theorien der Politischen Ökonomie über kapitalistische Institutionen spiegeln jedoch diese grundlegenden Veränderungen nicht wider. Der überholte Charakter dieser Theorien in der Politischen Ökonomie ist bedauerlich, da diese ein eigentlich sehr wichtiges Instrument sind, um die Entwicklungen im zeitgenössischen Kapitalismus als Ergänzung zu rational-individuellen, konstruktivistischen oder marxistisch-holistischen Ansätzen zu verstehen. Es ist eine Kernannahme des Buchprojektes, dass der Mangel an adäquaten institutionellen Theorien des zeitgenössischen Kapitalismus hauptsächlich auf die zunehmende Trennung der Vergleichenden und Internationalen Politischen Ökonomie zurückzuführen ist. Das Zusammenspiel zwischen nationalen und internationalen Wirtschaftsinstitutionen, diese "Doppelbewegung" nach Polanyi, wird vernachlässigt. Um diese Schwäche zu überwinden, verfolgt das Buchprojekt zwei Ansätze: eine "Top-down"-Perspektive, die analysiert, wie internationale Institutionen auf einheimische Wirtschaftsinstitutionen einwirken, und eine "Bottom-up"-Perspektive, die untersucht, wie einheimische Wirtschaftsinstitutionen (mächtiger Staaten) internationale Institutionen beeinflussen. Jede der beiden Perspektiven wird illustriert, indem sie auf die drei wichtigsten Wirtschaftsräume - die Europäische Union, die Vereinigten Staaten und die großen Schwellenländer (insbesondere China) - angewandt wird.
Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Nölke
Laufzeit: 2021 - 2022