Trans and intersex Studies
Critical race theory
Gender and queer Studies
Critical migration studies
Anti- and decolonial theory
Discourse analysis
Politics of representation
Social movements
Dieses Forschungsprojekt zielt darauf ab, menschenrechtliche
Diskurspraktiken von geflüchteten und migrantisierten Aktivist:innen im
Kontext von undokumentierter und prekärer Migration zu untersuchen. Es
konzentriert sich auf politische Interventionen und Artikulationen von den
1990er Jahren bis heute in Deutschland und in den USA. Dabei geht es darum, wie
politisch selbstorganisierte Migrant:innen- und Geflüchtetengruppen das
Spannungsverhältnis zwischen Menschenrechten als Normen und ihrer faktischen
Umsetzung thematisieren und anprangern.
Die Idee des Projekts entstand aus der Beobachtung, dass Menschen- (und
Bürger-)rechte nicht einfach gegeben oder abschließend sind. Sie werden von
selbstorganisierten politischen Gruppen und Organisationen von Personen, die
über Migrations- und Asylgesetzgebung reguliert werden, thematisiert,
eingefordert und erstritten. Denn diese Gesetze schränken ihren Zugang zu
fundamentalen Grundrechten wie Freizügigkeit, Wohnen, Bildung, Gesundheit,
Arbeit und sozialem Wohlstand ein. Dieser Beobachtung folgend, beschäftigt sich
das Projekt mit vier Forschungsunterfragen:
Aus der Position politisch engagierter Forscher:innen und
Aktivist:innen nimmt das Forschungsteam eine feministische, antirassistische
und dekoloniale Perspektive auf die Wissensproduktion ein. In der Tradition der
partizipativen Aktionsforschung ist das Projekt an einem gemeinsamen Verstehen
des Forschungsfeldes interessiert und arbeitet im Sinne Community-orientierter
sozialer Gerechtigkeit. Alle Akteur*innen im Forschungsprozess sind an der
Herstellung von Wissen beteiligt. Im Mittelpunkt des Projekts steht daher die
Analyse und Theoriebildung im Rahmen der politischen Selbstorganisation von
Personen, die der Gesetzgebung der EU-Migrations-, Asyl- und
Grenzkontrollpolitik unterworfen sind. Auf dieser Grundlage setzt das Projekt
sich mit der Kritik an den ausgrenzenden und entmenschlichenden Wirkungen
dieser Politiken auseinander.
Es beleuchtet unterschiedliche Verständnisse von Menschenrechten als Rechte und
fragt nach Prozessen der Dehumanisierung – Entmenschlichung – auf der Grundlage
restriktiver Migrations- und Grenzkontrollpolitiken sowie nach alternativen
Gerechtigkeitssemantiken, Vorstellungen rechtlicher Anerkennung und politischer
Partizipation. Damit verweist das Projekt auf eine bisher wenig erforschte
Verflechtung zwischen Asyl- und Migrationskontrollpolitik einerseits und
(neo-/post-)kolonialen globalen Ungleichheiten andererseits.
Das Forschungsteam arbeitet methodisch auf zwei Ebenen. Es führt eine
diskurskritische Analyse digitaler Archive im skizzierten Forschungsfeld durch,
während es sich gleichzeitig mit Community-orientierter und partizipativer
Aktionsforschung befasst.
Ergebnisse:
Gutiérrez-Rodríguez, Encarnación, Slađana Branković, BasmaAl-Moyed, and Clara Freist. (forthcoming) "Contesting Dehumanization: Human Rights and Alternative Semantics of Justice in Political Protests of Self-Organized Migrant Groups". MeDiMi Edited Volume. transcript.
Since 08.2020
The aim of this dissertation is to shed light on core principles of devaluation, pathologisation, and stigmatisation of intersex(ed) bodies and lives and discuss possibilities for an accountable and decolonial activist and advocacy approach to depathologisation of intersex. Through critical discourse analysis it engages with legitimisation strategies in intersex advocacy through publicly available political, informational, and educational dissemination of advocacy groups in Europe in order to analyse the logic, efficacy, and implications of different strategic approaches and their utilisation of nature as the main legitimising factor. Taking as a theoretical basis that the notion of nature, as discursive-material principle of organisation and hierarchy of value, within which the materiality of (intersex(ed)) body is legitimised, is co-constituted through colonial discourses on race, sex/gender, and class the central question that this research asks is: to what extent legitimisation strategies in intersex advocacy bear the potential to change the conditions which regulate lives and bodies of intersex(ed) people? To what extent do they reproduce or subvert the premises of underlying logic of pathologisation and coloniality of nature? Do they introduce a change in the functioning logic of repressive mechanisms which maintain the colonial/modern status quo? And finally, do they confirm and further fixate science and medicine as authorities in the domain of definition and production of legitimate forms of embodiment, and consequently universalise Western sex/gender regimes? This dissertation contributes to academic and political debates on (de)pathologisation of marginalised sexed/gendered bodies and lives,sex/gender/sexuality focused activism and advocacy, and decolonial struggles.