Prof. Dr. Greta Wagner - Forschung

Forschungsprojekte am Schwerpunkt Kultrsoziologie

Forschungsinteressen:

Kultur- und Moralsoziologie, Emotionssoziologie, Ungleichheit

Förderung:

DFG

Laufzeit:

März 2024 bis Februar 2030

Projektmitarbeiter:innen

Ruth Manstetten, Julia Hartleb

Forschungsprojekte

Emmy Noether Nachwuchsgruppe „Grenzen des Helfens unter Bedingungen multipler Krisen

Im Kontext der multiplen Krisen der letzten Jahre haben Fragen danach, wem Solidarität zuteil wird und wer von exklusiven Solidaritäten ausgeschlossen ist, eine besondere Dynamisierung erfahren. Im Forschungsprojekt stehen symbolische Grenzziehungen des Helfens im Zentrum. Diese werden auf drei Ebenen ermittelt: Auf der Mikroebene in den alltäglichen Praktiken des Helfens und ihren Rechtfertigungen; auf der Mesoebene in der Weise wie transnational individuelle Hilfspraktiken mit staatlichen Stellen verzahnt sind; und auf der Makroebene, wie massenmedial vermittelte Diskurse des Helfens sich in den symbolischen Grenzziehungen von Akteur:innen unterschiedlicher sozialer Milieus niederschlagen. 

Dies wird in drei – diesen Ebenen entsprechenden – Teilprojekten auf der Basis der Analyse von Einzel- und Expert:inneninterviews, Gruppendiskussionen und Mediendiskursen bearbeitet.

Erstens wird die Weise untersucht, wie gegenwärtig Ehrenamtliche und Geflüchtete im ländlichen Raum Deutschlands ihre Praktiken des Helfens und die Beziehungen, die daraus hervorgingen, reflektieren und bewerten.

Zweitens werden die normativen Orientierungen von Deutschen und Nicaraguaner:innen untersucht, die seit den siebziger Jahren im Aufbau des Sandinismus Hilfsprojekte umgesetzt haben. Im Fokus steht hier, wie zivilgesellschaftliche und staatliche Akteur:innen kooperieren, wie sie sich symbolisch voneinander abgrenzen und wie die Beteiligten die Hilfe retrospektiv beurteilen.

Drittens stehen die medial vermittelten Rufe nach Solidarität und ihrer Begrenzung im Kontext von Kriegen, Klimakrise und Pandemien im Zentrum. Anhand von Gruppendiskussionen in Deutschland und England wird dabei untersucht, welche milieuspezifischen Unterschiede moralische Grammatiken des Helfens prägen und wie sich die eigene gesellschaftliche Stellung auf die Rechtfertigung (exklusiver) Solidaritäten und deren affektiven Dynamiken auswirkt.