Promotionsprojekt

"Zwischen Ohnmacht und Ermächtigung – Ein neuer Blick auf die Vergesellschaftungseffekte der Lohnarbeit“ (Arbeitstitel)

In meinem Promotionsvorhaben untersuche ich das subjektive Wahrnehmen und Handeln im Zusammenhang mit der Vergesellschaftung durch die Lohnarbeit im (neoliberalen) Kapitalismus. Die zentrale Hypothese lautet, dass Individuen in ihrem Verständnis und in ihrer Wahrnehmung der eigenen Handlungsmöglichkeiten – also in ihrer Subjektivität – durch eine gesellschaftlich vermittelte Ohnmacht geprägt sind. Eine individuelle Ohnmacht gegenüber kollektiven Verhältnissen und Erwartungen entsteht, so die Annahme, zunehmend dadurch, dass die Vergesellschaftung der Individuen über Lohnarbeit als kollektive Norm erfolgt. Die Hypothese begründet sich unter anderem auf der in der Sozialpolitik der Bundesrepublik Deutschland durch die Hartz-Reformen vorgenommenen Umdeutung der Eigenverantwortung: Sie wurde zu einer moralischen Verpflichtung des Individuums gegenüber der Gesellschaft erklärt, einer Erwerbsarbeit nachzugehen

Ziel des Promotionsvorhabens ist es, eine gesellschaftstheoretische Perspektive auf die Organisation von Lohnarbeit und ihr Verhältnis zu anderen Arbeitsformen zu entwickeln, welche unterschiedliche individuelle Bewährungsformen als Folge kollektiver Normen in ein gemeinsames Verhältnis bringen möchte.