Forschungsschwerpunkte

  • Wissenschaftssoziologie und -geschichte
  • Wirtschaftssoziologie
  • Soziologie des Eigentums
  • Environmental Studies
  • New Materialisms
  • Agrarsoziologie

​ Protecting Biodiversity, Resisting Extinction

Postdoc-Projekt

Das Projekt „Protecting Biodiversity, Resisting Extinction" ist Teil des ERC-geförderten Forschungsprojekts „CRYOSOCIETIES - Suspended Life: Exploring Cryopreservation Practices in Contemporary Societies".

Die Anwendung der Kryokonservierung ist nicht auf menschliches Material beschränkt. Sie umfasst auch Archive, die Keimzellen, Gewebe oder DNA von Pflanzen und Tieren sammeln. In den letzten Jahrzehnten hat das zunehmende Artensterben zu verstärkten Anstrengungen zur Sammlung und Lagerung von Proben mittels kryotechnologischen Verfahren geführt. Ziel ist es, Biodiversität durch Tiefkühlung von organischem Material gefährdeter oder ausgestorbener Arten zu erhalten. Solche Kryobanken sind mehr als nur Orte des Erhalts und der Sicherung, da sie auch die materiellen Ressourcen für die potenzielle Wiederauferstehung ausgestorbener Arten bereitstellen. Diese Reanimationsstrategien - bekannt als "Ressurection Biology" oder "De-Extinction Science" - sollen bereits ausgestorbene Arten durch den Einsatz von Fortpflanzungs- und Gentechnik (z.B. Embryonentransfer, artübergreifende Leihmutterschaft und Klonen) "wieder zum Leben erwecken".

Die Ethnographie in diesem Projekt konzentriert sich auf zwei britische Initiativen, den gemeinnützigen Verein Frozen Ark und die im Entstehen befindliche Biobank CryoArks. Das Teilprojekt spürt den Aktivitäten nach, die in beiden Institutionen Aussterbens durch ein gefrorenes "Backups" von Tierexemplaren verhindern sollen und dabei die ambivalenten Perspektiven von "Arterhaltung" und " Wiederbelebung" bei der Kryokonservierung von Arten aufzeigen. Dazu folgt es den menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren, die Teil dieser Anstrengungen sind. Mittels teilnehmender Beobachtungen in Labors, Kryobanken und Konsortien sowie durch Interviews mit Zoologen, Artenschützern, Umweltwissenschaftlern und Forschern, die im Bereich der Resurrection Science tätig sind, untersucht dieser Strang von CRYOSOCIETIES, wie das neue Wissen vom "Leben in der Schwebe" gefrorener Tierproben die Belange und Praktiken des Artenschutzes beeinflusst.


Weitere Informationen

Seed at the End of Property: Propertization in Plant Breeding and Its Crises

Dissertationsprojekt (abgeschlossen)

In meiner Dissertation „Seed at the End of Property: Propertization in Plant Breeding and Its  Crises“ bin ich der Frage nachgegangen, warum sich die Pflanzenzüchtungsbranhce seit drei Jahrzehnten in immer neue Auseinandersetzungen um Eigentum an Saatgut verstrickt. In Anlehnung an Hannes Siegrists These einer „Propertisierung“ der modernen Welt habe ich verschiedene Formen von Eigentum an Pflanzen – Sacheigentum, Patente, Sortenschutz, Hybridsaatgut und nationale Eigentumsrechte an genetischen Ressourcen – als Ausprägungen ein und desselben Phänomens verstanden: dem anhaltenden Versuch, soziale Probleme durch das Instrument des Eigentums zu lösen.

Die politischen Debatten nicht nur über die Besitzverhältnisse sondern auch über die angemessene Form von Eigentum zeigen dabei, dass Eigentum zunehmend ein Instrument ist, das in der Pflanzenzüchtung mehr Probleme schafft als es löst. Trotzdem halten die AkteurInnen der Saatgutbranche am Eigentumsgedanken fest – auch, weil derzeit keine alternativen sozialen Formen erkennbar sind. Als soziale Technologie mag Eigentum sein Potential erschöpft haben; eine Post-Eigentumsgesellschaft zeichnet sich aber deshalb nicht ab – auch, weil Eigentum nach wie vor eine kraftvolle Fiktion bleibt.

Weitere abgeschlossene Forschungsprojekte

„New Materialisms on the Crossroads of the Natural and Human Science“, Arbeitsgruppe der European Cooperation in Science and Technology Action 1307, (2016–2017)


„New Materialisms and the Environmental Humanities“, zweitätiges Symposium und Workshop am Rachel Carson Center for Environment and Society, Ludwig-Maximilians Universität München, 14.–15. September 2017. Funktion: Mitorganisator


BMBF-Projekt „Die Sprache der Biofakte“ – Teilprojekt „Geistiges Eigentum an natürlichen Objekten: Die divergierenden Taxonomien von Sortenschutz und Patentschutz“ (2015–2017)

KONTAKT

Dr. Veit Braun

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fachbereich 03 Gesellschaftswissenschaften
Institut für Soziologie
Schwerpunkt Biotechnologie,
Natur und Gesellschaft

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