Merle Bode



Wissenschaftlicher und beruflicher Werdegang 

seit 2020

Promotionsstipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung

seit 2019

Promotionsstudium Neuere und Neueste Geschichte, Universität zu Köln

Arbeitstitel: „Weißsein in der Frauenbewegung in Köln 1971-1991“

seit 2018

Mitbegründerin Decolonize Cologne 

Kölner Initiative für Stadtrundgänge zur Kolonialgeschichte und postkolonialen Perspektiven

2014 – 2019

Dozentin für Deutsch als Fremdsprache, Madrid und Köln

2005 – 2013

Studium an der Universität zu Köln / Universidad de Sevilla, Spanien

1. Iberische und Lateinamerikanische Geschichte, 2. Mittlere und Neuere Geschichte, 

3. Romanische Philologie / Spanisch 

Abschluss: Magistra Artium

Abstract

Im Jahr 1990 kritisierten Schwarze Frau­en, Frau­en of Color, Jüdinnen und oder Migrantinnen auf einem Kongress der deutschen Frauenbewegung in Köln die Dominanz weißer Frauen. Anhand der Geschichte der sog. Neuen Frauenbewegung in Köln untersucht das Dissertationsprojekt, wie es zu diesen Auseinandersetzungen um Rassismen und Antisemitismus und der Thematisierung von Weißsein kam. Analog zum 'doing gender' wird das 'doing race' und der Umgang mit Weißsein in zwanzig Jahren der Bewegung von 1971 bis 1991 betrachtet. Eine postkoloniale, intersektionale Perspektive wirft dabei einen neuen Blick auf feministische Diskurse, Netzwerke und Akteurinnen in der vielfältig organisierten Frauenbewegung in Köln. Thematische Schwerpunkte sind zunächst der Ausdruck von Weiß­sein als vermeintlich un­sichtbare Norm, Formen von Othering und Ausschluss sowie Perspektiven von Schwarzen Frau­en, Frauen of Color, Mi­grantinnen, Jüdin­nen. Dabei ist neben den Kategorien Race und Gender die Verwobenheit mit weiteren Positionierungen wie Klasse, Natio­nalität, Religion und Sexualität zu analysieren. Schließlich stellt sich die Frage, welche Rolle die Auseinandersetzung mit der deutschen nationalsozialistischen und kolonialen Geschichte spielte. 

Neben einer diskursanalytischen Auswertung von Zeitschriften und Grauer Literatur stehen die Akteurinnen im Fokus der Untersuchung. Die Performativität von Weißsein wird mithilfe eines praxeologischen Ansatzes untersucht. Weitere Quellen sind Interviews mit Zeitzeuginnen, die im Rahmen der Oral History befragt werden.