Erfahrungsberichte von Studierenden M.A. ISFK

Erfahrungsberichte der Studierenden des M.A. ISFK

Frust über Kriege, Gewalt und Weltpolitik, sowie die Machtlosigkeit die damit zusammenhängt begleitet uns wahrscheinlich alle. Mich akademisch mit solchen Themen zu beschäftigen entlastet mich auf eine Art, da ich das kontrollieren kann. Ich habe Politikwissenschaft im Bachelor studiert und habe dann immer mehr gemerkt, dass ich in die IB-Richtung gehen möchte. Ich wollte zwar einen spezifischeren Master machen der aber dennoch sehr frei wählbar ist. Beim ISFK hat man die Möglichkeit, sich umfassend mit den Themen auseinanderzusetzen, die einem selbst wichtig sind, da die Seminarwahl innerhalb der Module sehr offen ist und viel Raum für eigene Spezialisierungen lässt.

Ich habe vor dem Master in einer Kleinstadt im Süden studiert, deshalb war mir klar, dass ich wieder in eine größere Stadt möchte. Frankfurt liegt super zentral in Deutschland und ist (trotz des immerwährenden Bahnchaos) super angebunden. Aber mit der größte Grund für mich nach Frankfurt zu kommen ist das politikwissenschaftliche Institut an der Goethe Uni. Es gibt allein über 20 Professuren mit allen möglichen Schwerpunkten und dann kommt auch noch das ganze Lehrangebot der TU Darmstadt hinzu. Vor allem für kritische / feministische Theorie ist die Goethe sehr gut ausgestattet und bietet zusätzlich noch viele regionale Schwerpunkte.

Es ist nicht nur ein Vorurteil, Frankfurt ist wirklich teuer. Aber auch wenn euch auf WG-gesucht anfangs konstant WG-Zimmer ab 600€ angezeigt werden, kann man auch Glück haben und etwas für 400€ finden, allerdings ist das natürlich nicht so leicht, vor allem wenn man in die Innenstadt möchte. Der Campus befindet sich relativ zentral, allerdings ist er mit den Öffis meist nicht so super angebunden und relativ groß, weshalb man meist noch einmal extra Zeit einplanen muss, um hin- und herzulaufen. Im Sommer ist deshalb auf jeden Fall das Fahrrad mein bevorzugtes Transportmittel (Fahrradwege sind erstaunlicherweise gar nicht so schlecht ausgebaut, wenn man nicht gerade Richtung Bahnhof möchte). Das Pendeln nach Darmstadt kann auch manchmal nervig werden, weshalb die meisten Studis sich „Darmstadt-Tage“ einplanen, an denen sie mehrere Seminare in Darmstadt haben. Ansonsten ist Frankfurt natürlich keine Studi-Stadt, hat aber trotzdem viele Veranstaltungen und Orte, die studentisch geprägt sind. 

Am meisten gefällt mir, dass ich mir den Master genauso basteln kann, wie ich ihn mir vorstelle. Es gibt zwar verschiedene Module, jedoch sind die meisten Seminare in mehreren Modulen anrechenbar, d.h. man kann fast immer die Kurse belegen, die einen wirklich interessieren. Zudem ist das Lehrangebot durch das große Frankfurter Institut und durch die zusätzlichen Kurse an der TU Darmstadt immens. In meinem Fall ist das große Angebot an kritischer Forschung eine extreme Bereicherung. Vor allem die Lehre von Prof. Uta Ruppert, die sich auf Feminismen des globalen Südens fokussiert, extrem bereichernd. So finden auch regelmäßig öffentlich zugängliche Vorträge und Austausche statt, die sich mit gegenwärtigen Konflikten beschäftigen. Das Schweigen, bzw. die Ablehnung der Goethe von friedlichen Studentenprotesten zum Vorgehen Israels konnte so zumindest teilweise abgefangen werden, da einzelne Lehrende den Raum dafür öffneten. Aber auch andere Seminare, die eher ‚mainstream'-Theorien behandeln, haben mein Verständnis für die IB maßgeblich gestärkt und dazu geführt, dass ich mich sehr gut ausgebildet fühle.

Interesse an Weltpolitik, an Konflikten und wie man mit diesen umgeht, sowie ein grundsätzliches politisches Interesse, das als Motivator fungiert. Zudem ist der Master sehr forschungsorientiert, worauf man Lust haben sollte. So ist z.B. ein ein- bis zweisemestriges Forschungspraktikum vorgesehen, das dem Aufwand einer Bachelorarbeit gleicht, je nachdem, welchen Kurs man dafür auswählt.

Der Studienalltag ist recht flexibel planbar, da es keinen festen Studienplan o.ä. gibt, an den man sich halten muss. Ich arbeite ca. 15h/ Woche als Hiwi und habe bis jetzt die vorgesehenen 30 ECTS/ Semester gemacht, d.h. ich habe die meisten Wochenenden in der Bib verbracht. Allerdings kann man sich eben auch Zeit lassen und ein bis zwei Seminare weniger machen, dann hat man etwas mehr Zeit für andere Dinge.

Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich so viele Aha-Momente haben werde. Ich hatte bis jetzt wirklich einige Seminare, bei denen ich mehrmals das Gefühl hatte, etwas wirklich verstanden zu haben. Vor allem wenn man die Seminarliteratur liest kann man meiner Meinung nach extrem viel aus Seminar-Diskussionen mitnehmen. Natürlich hängt es auch davon ab, was für Seminare man wählt, es gibt aber einfach sehr viel gute Lehre.

Der Westend-Campus ist relativ neu und sehr schön. Die vielen Mensen und Cafeterias sind mein persönliches Highlight, sowie das viele Grün auf dem Campus. Im Sommer ist deshalb sehr angenehm, allerdings gibt es im Winter eher wenig (bis gar keine) studentische Räume, in denen man nichts kaufen muss.

Obwohl die Bibliotheken sehr schön sind und eine angenehme Lernatmosphäre bieten, wird diese leider v.a. in den Prüfungsphasen dadurch gestört, dass man so gut wie nie einen Platz findet. Das liegt z.T. auch daran, dass viele Plätze durch andere „besetzt“ werden sobald diese frei werden, damit deren Freund*innen den Platz haben können. Zwar gibt es für dieses Problem bereits Pausenscheiben, die man sich freiwillig am Eingang holen kann und dazu dienen sollen, dass Arbeitsplätze nicht zu lange besetzt werden, allerdings wird das kaum von Studierenden genutzt.

Meine beruflichen Ziele waren leider schon immer etwas diffus, haben sich aber durch den Master auf jeden Fall eindeutiger. Der Master hat mir dabei geholfen, meine Bedenken zur Entwicklungszusammenarbeit akademisch zu diskutieren und in Seminaren mehr über dekoloniale und feministische EZ-Ansätze lernen zu können. Ich kann es mir vorstellen, in der EZ oder in einer NGO/ IO zu arbeiten, da ich durch den Master die Mittel an die Hand bekommen habe, eine für mich vertretbare Position darin zu haben.

Ich plane, mein Praktikum entweder im Ausland an mein Erasmus-Semester anzuschließen wenn sich dort was ergibt, oder in Richtung GIZ zu blicken, da diese eine der wenigen Organisationen ist, die (gut) bezahlte Praktika anbieten (und es ist immer noch Frankfurt).

Da ich ein etwas vergesslicherer Mensch bin, schreibe ich mir alles auf. Ich mache mir immer am Anfang / Ende der Woche eine To-Do Liste für die kommende Woche, um den Überblick zu behalten, v.a. was Nebenjobs etc. angeht.

Das geht ganz von selbst wenn man an den Ersti-Veranstaltungen teilnimmt. 

Schaut euch die Module und Seminare der vergangenen Semester an. Falls ihr ins Ausland wollt, schaut euch auch die Angebote der TU Darmstadt an! 

Politikwissenschaft (Hauptfach) und Sprachen, Geschichte und Kulturen des Nahen Ostens (Nebenfach) in Tübingen.

Der Master, so wie er an der Goethe strukturiert ist, bietet mir die Möglichkeit, mich tatsächlich zu vertiefen und mein Verständnis von IB und anderen Themen so zu erweitern, dass ich mich sicher auf dem Feld fühle. Dabei kann ich mich sowohl thematisch, als auch regional in die Bereiche einarbeiten, die mich interessieren.

Es ist logischerweise auch nochmal mehr Selbststudium als im Bachelor, da Seminare nicht mehr nur auf Präsentationen von Studierenden basieren, sondern teilweise darauf angewiesen sind, dass alle die Literatur gelesen haben und zu einer interessanten Diskussion beitragen. 

Der Master in Frankfurt ist nicht vergleichbar mit einem Grundstudium, da es darum geht, auf bereits bestehendem Wissen aufzubauen und sich zu vertiefen. Anders als andere meist internationale Master, ist der Master an der Goethe eben sehr flexibel einrichtbar und hat z.B. nur eine einzige Pflichtveranstaltung im ersten Semester. 

Wenn man sich für Forschung interessiert, und nach dem Bachelor auch noch nicht ganz genau weiß wohin es gehen soll, ist ein Master auf jeden Fall eine gute Entscheidung!

Die Möglichkeit das breite Angebot der Uni Frankfurt und der TU Darmstadt nutzen zu können reizte mich sehr. Außerdem hat der Masterstudiengang ein renommiertes Ansehen, welches mit spannenden Inhalten lockt und sich gut mit meinen Zukunftsplänen deckt.

Die Uni Frankfurt hat den größten politikwissenschaftlichen Fachbereich und ist auch historisch (Stichwort Frankfurter Schule) ein angesehener Standort. Außerdem ist auch meine Partnerin in die Rhein-Main Gegend gezogen. 
Das Leben in Frankfurt ist teurer, als in anderen Uni-Standorten und auch keine klassische Studenten-Stadt. Ohne eine zusätzliche Werkstudententätigkeit hätte ich mir das Studieren und vor allem das Wohnen hier nicht leisten können. Auch ist es schwieriger Anschluss zu finden, da sich die „Studentenszene“ über die Stadt verteilt und nicht zentriert ist.  

Das breite Angebot an politikwissenschaftlichen Schwerpunkten und die freie Auswahl.

Interesse am (internationalen) politischen Tagesgeschehen ist zumindest eine Grundvoraussetzung. Hinzukommen analytisches Denken und die Fähigkeit der Selbstorganisation. 

Neben dem klassischen Uni-Betrieb (Seminare besuchen) größtenteils aus der Vorbereitung für die Seminare, was meistens Texte lesen beinhaltet. 

2-3 Tage arbeiten und der Rest besteht aus Seminaren oder der Seminarvorbereitung. In den Semesterferien werden meistens die Hausarbeiten geschrieben. Die Höhe des Arbeitsaufwandes liegt meist bei einem selbst, wie viel man für die Seminare aufbringen kann/ möchte.   

Mit der unterschiedlichen Qualität der Seminare. Es gab sehr gute, es gab aber auch einige mittelmäßige, was sich häufig aus der Motivation der Lehrenden ergab. Man erkannte schnell, ob diese das Seminar nur aus Pflicht anboten oder, weil sie wirklich Lust darauf hatten.  
Die große Themenvielfalt ist Fluch und Segen zugleich. Segen, weil man nicht gezwungen ist auf Seminare zurückzugreifen, die nicht in das eigene Interessensfeld passen. Fluch, weil die Zeit des Masters begrenzt ist und nicht alle Seminare besucht werden können. 

 Die Lernräume waren grundsätzlich in Ordnung, nur ein paar mehr Steckdosen wären nicht schlecht gewesen. Auch war der Platz in der Bibliothek häufig limitiert und nach einer gewissen Uhrzeit (häufig auch schon nach 08:00 Uhr) gab es keine Chance mehr auf einen Sitzplatz. Hier hätte man sich bei der Planung vielleicht weniger auf Dekoration (oder leere Flächen) und mehr auf Arbeitsplätze konzentrieren können. 

Ich wollte seit Studiumsbeginn im Politikbetrieb arbeiten und hatte das Auswärtige Amt im Fokus. Daran hat sich nichts geändert, allerdings wurde der Berufswunsch aus persönlichen Gründen nach hinten verschoben. 
Verständnis für internationale politische Prozesse; Analytisches Denken; Schnelle Informationsgewinnung; Argumentatives Arbeiten; Präsentieren  
Ich habe mein Praktikum in der KfW Entwicklungsbank gemacht, bzw. mir meine dortige Werkstudententätigkeit als Praktikum anrechnen lassen. 
Während meines Masters habe ich kein Auslandssemester gemacht, aber während meines Bachelors in Strasbourg. Diese Erfahrung würde ich jedem empfehlen, der die (finanzielle) Möglichkeit dazu hat. Dieses halbe Jahr hat mich weitergebracht als mein Bachelor. 
Die Selbstorganisation: In der Schule hast du einen Stundenplan bekommen und hattest alle Termine meist zu Beginn des Schuljahres. In der Uni bist du dafür selbst verantwortlich. Das kann für manche herausfordernd sein, fördert aber das Verantwortungsbewusstsein und die Selbstorganisation. 
Am besten auf alle Onboarding-Veranstaltungen gehen, die angeboten werden. Das sind zwar häufig viele und für eher schüchterne Personen eine Herausforderung, allerdings ist es die beste Möglichkeit Kontakte zu knüpfen. Über die späteren Seminare empfand ich es als eher schwierig, da sich da die Gruppen meist schon gebildet hatten.  
Am besten vor Studienbeginn grob überlegen, ob und welchen thematischen Schwerpunkt man legen möchte. Ich habe mir darüber wenig Gedanken gemacht (in meinem Bachelorstudiengang gab es nur drei fachliche Schwerpunkte) und wurde etwas überrollt von der thematischen Vielfalt Frankfurts. Wenn man alles ausprobieren möchte, ist der Masterstudiengang schneller vorbei, als man gucken kann.  

Viele Entscheidungen wirkten etwas folgenschwerer. Im Bachelor hatte ich häufig den Hintergedanken „alles halb so wild, ich mache ich einen Master danach“. Im Master angekommen fehlt dieser Gedanke – danach geht’s meistens sofort los mit dem Berufseinstieg und die Befürchtung vielleicht eine falsche Entscheidung zu treffen steigt. 

Sehr große Unterschiede. Einerseits inhaltlich: Uni Augsburg war thematisch viel kleiner aufgestellt, wir hatten nur drei Schwerpunkte im Bereich internationale Beziehungen. Das ist einerseits einschränkend, andererseits nimmt es einem auch die Qual der Wahl. Andererseits war Augsburg eine richtige Studentenstadt und vieles war durch und für Studis geprägt. Das fehlt in Frankfurt. Trotzdem bin ich froh den Standort Frankfurt gewählt zu haben. 
Absolut. Vor allem im Bereich Politikwissenschaften ist ein Master häufig die Grundvoraussetzung für einen Großteil der Berufseinstige. Aber das hängt auch ganz damit zusammen, wie der Wunscharbeitsplatz aussieht.  

Frust über Kriege, Gewalt und Weltpolitik, sowie die Machtlosigkeit die damit zusammenhängt begleitet uns wahrscheinlich alle. Mich akademisch mit solchen Themen zu beschäftigen entlastet mich auf eine Art, da ich das kontrollieren kann. Ich habe Politikwissenschaft im Bachelor studiert und habe dann immer mehr gemerkt, dass ich in die IB-Richtung gehen möchte. Ich wollte zwar einen spezifischeren Master machen der aber dennoch sehr frei wählbar ist. Beim ISFK hat man die Möglichkeit, sich umfassend mit den Themen auseinanderzusetzen, die einem selbst wichtig sind, da die Seminarwahl innerhalb der Module sehr offen ist und viel Raum für eigene Spezialisierungen lässt.

Ich habe vor dem Master in einer Kleinstadt im Süden studiert, deshalb war mir klar, dass ich wieder in eine größere Stadt möchte. Frankfurt liegt super zentral in Deutschland und ist (trotz des immerwährenden Bahnchaos) super angebunden. Aber mit der größte Grund für mich nach Frankfurt zu kommen ist das politikwissenschaftliche Institut an der Goethe Uni. Es gibt allein über 20 Professuren mit allen möglichen Schwerpunkten und dann kommt auch noch das ganze Lehrangebot der TU Darmstadt hinzu. Vor allem für kritische / feministische Theorie ist die Goethe sehr gut ausgestattet und bietet zusätzlich noch viele regionale Schwerpunkte.

Es ist nicht nur ein Vorurteil, Frankfurt ist wirklich teuer. Aber auch wenn euch auf WG-gesucht anfangs konstant WG-Zimmer ab 600€ angezeigt werden, kann man auch Glück haben und etwas für 400€ finden, allerdings ist das natürlich nicht so leicht, vor allem wenn man in die Innenstadt möchte. Der Campus befindet sich relativ zentral, allerdings ist er mit den Öffis meist nicht so super angebunden und relativ groß, weshalb man meist noch einmal extra Zeit einplanen muss, um hin- und herzulaufen. Im Sommer ist deshalb auf jeden Fall das Fahrrad mein bevorzugtes Transportmittel (Fahrradwege sind erstaunlicherweise gar nicht so schlecht ausgebaut, wenn man nicht gerade Richtung Bahnhof möchte). Das Pendeln nach Darmstadt kann auch manchmal nervig werden, weshalb die meisten Studis sich „Darmstadt-Tage“ einplanen, an denen sie mehrere Seminare in Darmstadt haben. Ansonsten ist Frankfurt natürlich keine Studi-Stadt, hat aber trotzdem viele Veranstaltungen und Orte, die studentisch geprägt sind. 

Am meisten gefällt mir, dass ich mir den Master genauso basteln kann, wie ich ihn mir vorstelle. Es gibt zwar verschiedene Module, jedoch sind die meisten Seminare in mehreren Modulen anrechenbar, d.h. man kann fast immer die Kurse belegen, die einen wirklich interessieren. Zudem ist das Lehrangebot durch das große Frankfurter Institut und durch die zusätzlichen Kurse an der TU Darmstadt immens. In meinem Fall ist das große Angebot an kritischer Forschung eine extreme Bereicherung. Vor allem die Lehre von Prof. Uta Ruppert, die sich auf Feminismen des globalen Südens fokussiert, extrem bereichernd. So finden auch regelmäßig öffentlich zugängliche Vorträge und Austausche statt, die sich mit gegenwärtigen Konflikten beschäftigen. Das Schweigen, bzw. die Ablehnung der Goethe von friedlichen Studentenprotesten zum Vorgehen Israels konnte so zumindest teilweise abgefangen werden, da einzelne Lehrende den Raum dafür öffneten. Aber auch andere Seminare, die eher ‚mainstream'-Theorien behandeln, haben mein Verständnis für die IB maßgeblich gestärkt und dazu geführt, dass ich mich sehr gut ausgebildet fühle.

Interesse an Weltpolitik, an Konflikten und wie man mit diesen umgeht, sowie ein grundsätzliches politisches Interesse, das als Motivator fungiert. Zudem ist der Master sehr forschungsorientiert, worauf man Lust haben sollte. So ist z.B. ein ein- bis zweisemestriges Forschungspraktikum vorgesehen, das dem Aufwand einer Bachelorarbeit gleicht, je nachdem, welchen Kurs man dafür auswählt.

Der Studienalltag ist recht flexibel planbar, da es keinen festen Studienplan o.ä. gibt, an den man sich halten muss. Ich arbeite ca. 15h/ Woche als Hiwi und habe bis jetzt die vorgesehenen 30 ECTS/ Semester gemacht, d.h. ich habe die meisten Wochenenden in der Bib verbracht. Allerdings kann man sich eben auch Zeit lassen und ein bis zwei Seminare weniger machen, dann hat man etwas mehr Zeit für andere Dinge.

Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich so viele Aha-Momente haben werde. Ich hatte bis jetzt wirklich einige Seminare, bei denen ich mehrmals das Gefühl hatte, etwas wirklich verstanden zu haben. Vor allem wenn man die Seminarliteratur liest kann man meiner Meinung nach extrem viel aus Seminar-Diskussionen mitnehmen. Natürlich hängt es auch davon ab, was für Seminare man wählt, es gibt aber einfach sehr viel gute Lehre.

Der Westend-Campus ist relativ neu und sehr schön. Die vielen Mensen und Cafeterias sind mein persönliches Highlight, sowie das viele Grün auf dem Campus. Im Sommer ist deshalb sehr angenehm, allerdings gibt es im Winter eher wenig (bis gar keine) studentische Räume, in denen man nichts kaufen muss.

Obwohl die Bibliotheken sehr schön sind und eine angenehme Lernatmosphäre bieten, wird diese leider v.a. in den Prüfungsphasen dadurch gestört, dass man so gut wie nie einen Platz findet. Das liegt z.T. auch daran, dass viele Plätze durch andere „besetzt“ werden sobald diese frei werden, damit deren Freund*innen den Platz haben können. Zwar gibt es für dieses Problem bereits Pausenscheiben, die man sich freiwillig am Eingang holen kann und dazu dienen sollen, dass Arbeitsplätze nicht zu lange besetzt werden, allerdings wird das kaum von Studierenden genutzt.

Meine beruflichen Ziele waren leider schon immer etwas diffus, haben sich aber durch den Master auf jeden Fall eindeutiger. Der Master hat mir dabei geholfen, meine Bedenken zur Entwicklungszusammenarbeit akademisch zu diskutieren und in Seminaren mehr über dekoloniale und feministische EZ-Ansätze lernen zu können. Ich kann es mir vorstellen, in der EZ oder in einer NGO/ IO zu arbeiten, da ich durch den Master die Mittel an die Hand bekommen habe, eine für mich vertretbare Position darin zu haben.

Ich plane, mein Praktikum entweder im Ausland an mein Erasmus-Semester anzuschließen wenn sich dort was ergibt, oder in Richtung GIZ zu blicken, da diese eine der wenigen Organisationen ist, die (gut) bezahlte Praktika anbieten (und es ist immer noch Frankfurt).

Da ich ein etwas vergesslicherer Mensch bin, schreibe ich mir alles auf. Ich mache mir immer am Anfang / Ende der Woche eine To-Do Liste für die kommende Woche, um den Überblick zu behalten, v.a. was Nebenjobs etc. angeht.

Das geht ganz von selbst wenn man an den Ersti-Veranstaltungen teilnimmt. 

Schaut euch die Module und Seminare der vergangenen Semester an. Falls ihr ins Ausland wollt, schaut euch auch die Angebote der TU Darmstadt an! 

Politikwissenschaft (Hauptfach) und Sprachen, Geschichte und Kulturen des Nahen Ostens (Nebenfach) in Tübingen.

Der Master, so wie er an der Goethe strukturiert ist, bietet mir die Möglichkeit, mich tatsächlich zu vertiefen und mein Verständnis von IB und anderen Themen so zu erweitern, dass ich mich sicher auf dem Feld fühle. Dabei kann ich mich sowohl thematisch, als auch regional in die Bereiche einarbeiten, die mich interessieren.

Es ist logischerweise auch nochmal mehr Selbststudium als im Bachelor, da Seminare nicht mehr nur auf Präsentationen von Studierenden basieren, sondern teilweise darauf angewiesen sind, dass alle die Literatur gelesen haben und zu einer interessanten Diskussion beitragen. 

Der Master in Frankfurt ist nicht vergleichbar mit einem Grundstudium, da es darum geht, auf bereits bestehendem Wissen aufzubauen und sich zu vertiefen. Anders als andere meist internationale Master, ist der Master an der Goethe eben sehr flexibel einrichtbar und hat z.B. nur eine einzige Pflichtveranstaltung im ersten Semester. 

Wenn man sich für Forschung interessiert, und nach dem Bachelor auch noch nicht ganz genau weiß wohin es gehen soll, ist ein Master auf jeden Fall eine gute Entscheidung!

Die Möglichkeit das breite Angebot der Uni Frankfurt und der TU Darmstadt nutzen zu können reizte mich sehr. Außerdem hat der Masterstudiengang ein renommiertes Ansehen, welches mit spannenden Inhalten lockt und sich gut mit meinen Zukunftsplänen deckt.

Die Uni Frankfurt hat den größten politikwissenschaftlichen Fachbereich und ist auch historisch (Stichwort Frankfurter Schule) ein angesehener Standort. Außerdem ist auch meine Partnerin in die Rhein-Main Gegend gezogen. 
Das Leben in Frankfurt ist teurer, als in anderen Uni-Standorten und auch keine klassische Studenten-Stadt. Ohne eine zusätzliche Werkstudententätigkeit hätte ich mir das Studieren und vor allem das Wohnen hier nicht leisten können. Auch ist es schwieriger Anschluss zu finden, da sich die „Studentenszene“ über die Stadt verteilt und nicht zentriert ist.  

Das breite Angebot an politikwissenschaftlichen Schwerpunkten und die freie Auswahl.

Interesse am (internationalen) politischen Tagesgeschehen ist zumindest eine Grundvoraussetzung. Hinzukommen analytisches Denken und die Fähigkeit der Selbstorganisation. 

Neben dem klassischen Uni-Betrieb (Seminare besuchen) größtenteils aus der Vorbereitung für die Seminare, was meistens Texte lesen beinhaltet. 

2-3 Tage arbeiten und der Rest besteht aus Seminaren oder der Seminarvorbereitung. In den Semesterferien werden meistens die Hausarbeiten geschrieben. Die Höhe des Arbeitsaufwandes liegt meist bei einem selbst, wie viel man für die Seminare aufbringen kann/ möchte.   

Mit der unterschiedlichen Qualität der Seminare. Es gab sehr gute, es gab aber auch einige mittelmäßige, was sich häufig aus der Motivation der Lehrenden ergab. Man erkannte schnell, ob diese das Seminar nur aus Pflicht anboten oder, weil sie wirklich Lust darauf hatten.  
Die große Themenvielfalt ist Fluch und Segen zugleich. Segen, weil man nicht gezwungen ist auf Seminare zurückzugreifen, die nicht in das eigene Interessensfeld passen. Fluch, weil die Zeit des Masters begrenzt ist und nicht alle Seminare besucht werden können. 

 Die Lernräume waren grundsätzlich in Ordnung, nur ein paar mehr Steckdosen wären nicht schlecht gewesen. Auch war der Platz in der Bibliothek häufig limitiert und nach einer gewissen Uhrzeit (häufig auch schon nach 08:00 Uhr) gab es keine Chance mehr auf einen Sitzplatz. Hier hätte man sich bei der Planung vielleicht weniger auf Dekoration (oder leere Flächen) und mehr auf Arbeitsplätze konzentrieren können. 

Ich wollte seit Studiumsbeginn im Politikbetrieb arbeiten und hatte das Auswärtige Amt im Fokus. Daran hat sich nichts geändert, allerdings wurde der Berufswunsch aus persönlichen Gründen nach hinten verschoben. 
Verständnis für internationale politische Prozesse; Analytisches Denken; Schnelle Informationsgewinnung; Argumentatives Arbeiten; Präsentieren  
Ich habe mein Praktikum in der KfW Entwicklungsbank gemacht, bzw. mir meine dortige Werkstudententätigkeit als Praktikum anrechnen lassen. 
Während meines Masters habe ich kein Auslandssemester gemacht, aber während meines Bachelors in Strasbourg. Diese Erfahrung würde ich jedem empfehlen, der die (finanzielle) Möglichkeit dazu hat. Dieses halbe Jahr hat mich weitergebracht als mein Bachelor. 
Die Selbstorganisation: In der Schule hast du einen Stundenplan bekommen und hattest alle Termine meist zu Beginn des Schuljahres. In der Uni bist du dafür selbst verantwortlich. Das kann für manche herausfordernd sein, fördert aber das Verantwortungsbewusstsein und die Selbstorganisation. 
Am besten auf alle Onboarding-Veranstaltungen gehen, die angeboten werden. Das sind zwar häufig viele und für eher schüchterne Personen eine Herausforderung, allerdings ist es die beste Möglichkeit Kontakte zu knüpfen. Über die späteren Seminare empfand ich es als eher schwierig, da sich da die Gruppen meist schon gebildet hatten.  
Am besten vor Studienbeginn grob überlegen, ob und welchen thematischen Schwerpunkt man legen möchte. Ich habe mir darüber wenig Gedanken gemacht (in meinem Bachelorstudiengang gab es nur drei fachliche Schwerpunkte) und wurde etwas überrollt von der thematischen Vielfalt Frankfurts. Wenn man alles ausprobieren möchte, ist der Masterstudiengang schneller vorbei, als man gucken kann.  

Viele Entscheidungen wirkten etwas folgenschwerer. Im Bachelor hatte ich häufig den Hintergedanken „alles halb so wild, ich mache ich einen Master danach“. Im Master angekommen fehlt dieser Gedanke – danach geht’s meistens sofort los mit dem Berufseinstieg und die Befürchtung vielleicht eine falsche Entscheidung zu treffen steigt. 

Sehr große Unterschiede. Einerseits inhaltlich: Uni Augsburg war thematisch viel kleiner aufgestellt, wir hatten nur drei Schwerpunkte im Bereich internationale Beziehungen. Das ist einerseits einschränkend, andererseits nimmt es einem auch die Qual der Wahl. Andererseits war Augsburg eine richtige Studentenstadt und vieles war durch und für Studis geprägt. Das fehlt in Frankfurt. Trotzdem bin ich froh den Standort Frankfurt gewählt zu haben. 
Absolut. Vor allem im Bereich Politikwissenschaften ist ein Master häufig die Grundvoraussetzung für einen Großteil der Berufseinstige. Aber das hängt auch ganz damit zusammen, wie der Wunscharbeitsplatz aussieht.  

Bildnachweis: CC0-lizenzfreies Bild