Im Rahmen von Seminaren, Forschungspraktika und Kolloquien arbeiten Studierende an konkreten Fällen. Anders als in standardisierten Verfahren und Methoden üblich, werden das untersuchte Phänomen, Methodik und Datenkorpus dabei – gegenstandsangemessen und passgenau – auf den jeweiligen Fall zugeschnitten.
In der Schriftenreihe Fallstudien praxeologischer Feld- und Diskursforschung veröffentlichen wir ausgewählte Arbeiten, die am Lehrstuhl „Interpretative Methoden“ als Seminar-, Abschluss- oder Gruppenprojekte mit eigenen Datenerhebungen und -analysen entstanden sind.
Gabriel Anker, Michael Herz, Josephine Müller, Cynthia Ruppert, Nabila Sayah
Atmosphären eines Nicht-Orts: Eine ethnografische Fallstudie des Europaviertels in Frankfurt a. M.
Elias Ott, Greta Jacobsen, Stefanie Bernecker, Victoria Vitun
Lamja Aazzouzi, Johanna Braun, Leon Bijan Kianzad, Ronja Link, Luisa Thieringer
Annika Fuchs, Léa Lutz, Ann-Christin Neygenfind, Linda Norval
Gabriel Anker, Michael Herz, Josephine Müller, Cynthia Ruppert, Nabila Sayah
Atmosphären eines Nicht-Orts: Eine ethnografische Fallstudie des Europaviertels in Frankfurt a. M.
Elias Ott, Greta Jacobsen, Stefanie Bernecker, Victoria Vitun
Lamja Aazzouzi, Johanna Braun, Leon Bijan Kianzad, Ronja Link, Luisa Thieringer
Annika Fuchs, Léa Lutz, Ann-Christin Neygenfind, Linda Norval
Noch immer sind Forschungsdaten in der interpretativen
Sozialforschung (Transkripte, Feldnotizen und Beobachtungsprotokolle, Bild- und
Tonmaterial, Dokumente etc.) nur in den wenigsten Fällen öffentlich verfügbar.
In der interpretativen Forschung sind Forschende mehr oder
weniger ausgeprägt in die Produktion von Daten eingebunden. Insbesondere in
ethnographischen Verfahren werden sie zu Autor:innen ihres Materials, das
umgekehrt immer bereits analytische Elemente enthält (RatSWD2015: 6). Auch werden vielfach sensible Bereiche und Prozesse der
Gesellschaft erforscht, zum denen ein Zugang nur auf der Grundlage einer
Vertrauensbeziehung herzustellen ist (ebd.).
Die so erwachsenen Daten bringen, auch aufgrund fachlicher,
rechtlicher und ethischer Erwägungen besondere Anforderungen mit sich.
Zuallererst: die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung der Daten zum Schutz der
Beforschten.
Aufgrund der besonderen Anforderungen der Datenschöpfung, bleiben
gerade Studierende auf Anschauungs- und Lehrmaterial angewiesen. Hier ist es
insbesondere die wechselseitige Durchdringung von Datenerhebung und -analyse im
Anspruch der Gegenstandsangemessenheit (Strübing et al. 2018: 85), die ein Lernen am Fall erfordert. Was wären brauchbare Daten(typen);
was lässt sich mit ihnen anstellen; was wären hier aussagekräftige Ergebnisse?
Zu unserer Schriftenreihe Fallstudien praxeologischer Feld- und Diskursforschung veröffentlichen wir
deshalb auch die aufbereiteten Daten zu den Fallstudien. Wir wollen zeigen, wie
der Gegenstand, ein Datenkorpus und ein Forschungsinteresse sukzessive zueinander
geführt werden können.