Aktuelle Lehrveranstaltungen

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Eine Übersicht über unsere aktuellen Lehrveranstaltungen finden Sie hier. Hinweise zum Anfertigen von wissenschaftlichen Hausarbeiten und einen Bewertungsbogen für Seminararbeiten haben wir für Sie zusammengestellt. Examensprüfungen können Sie bei Frau Dr. Martina Tschirner, Frau Julia Mayer, Frau Lisa-Marie Schröder und Herrn Prof. Dr. Tim Engartner ablegen. Informationen zur Ersten Staatsprüfung finden Sie hier.

An der Professur der Didaktik der Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt politische Bildung bieten wir folgende Lehrveranstaltungen jedes Semester an, die obligatorisch zu belegen sind:

Fachdidaktische Grundlagen I und II

Die Veranstaltung FDG I dient der Einführung in konzeptionelles fachdidaktisches Wissen und Denken. Zunächst werden ausgewählte Fragestellungen der sozialwissenschaftlichen Bildung erörtert und daraus fachdidaktische Prinzipien abgeleitet, die sowohl der Planung von Lehr-/Lernprozessen dienen als auch ihrer kritischen Bewertung. Mittels der theoretisch erworbenen Kenntnisse fachdidaktischer Zugänge und Prinzipien werden in FDG II Lehr-/Lernarrangements zu aktuellen politischen Fragestellungen, Problemen oder Konflikten entwickelt, erprobt und evaluiert und in einem Unterrichtsentwurf verschriftlicht.

In unseren vertiefenden Veranstaltungen befassen wir uns mit Frage- und Problemstellungen der sozialwissenschaftlichen Bildung, wie z. B. folgenden:

Sozioökonomische Bildung

Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft versteht sich als eine multi-paradigmatische Sozialwissenschaft, die die Perspektiven und Befunde der Wirtschaftswissenschaften, Soziologie und Politikwissenschaft in Forschung, Lehre und Bildung systematisch aufeinander bezieht und integriert. Dabei geht es um eine problemorientierte, interdisziplinäre und pluralistische Herangehensweise an gesellschaftliche und wirtschaftliche Problemlagen und politische Herausforderungen. Untersucht wird, wie ökonomische Fragestellungen in ihren sozialen, ökologischen, politischen, historischen und kulturellen Zusammenhängen analysiert und reflektiert, gelehrt und gelernt werden können.

 

Geld und Geldpolitik

Vor dem Hintergrund der Verwerfungen an den internationalen Kapitalmärkten sowie der Herausforderungen durch die europäische Banken-, Finanz- und Schuldenkrise werden in diesem Blockseminar, im Rahmen einer Kooperation mit der Deutschen Bundesbank, geldmarktpolitische Akteure und Instrumente sowie Auswirkungen der Geldpolitik auf Wirtschaft und Gesellschaft in den Blick genommen. Aktuelle Geschehnisse werden unter Einbeziehung volkswirtschaftlicher Grundkenntnisse analysiert und diskutiert, da das Thema „Geld und Währung” einen integralen Bestandteil des sozialwissenschaftlichen Unterrichts darstellt.

 

Historisch-politisches Lernen in Gedenkstätten

Der Besuch von Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus ist traditionell Bestandteil des historisch-politischen Unterrichts. Es gibt zahlreiche Angebote, die insbesondere Jugendliche adressieren, um selbstbestimmtes Lernen zu fördern sowie eine aktive Auseinandersetzung und einen selbstreflexiven Umgang mit dem Geschehen und dem Geschehenen zu ermöglichen. Gedenkstätten ermöglichen spezifische Erfahrungen, fordern aber auch besondere Formen des Lernens. In dieser Veranstaltung, die in der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar durchgeführt wird, geht es darum, wie ein solcher Gedenkstättenbesuch vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet werden kann. Im Erleben der projektförmigen Erarbeitung eigener Schwerpunkte und im Zuge der Reflexion der pädagogisch-didaktischen Gestaltung des Gedenkstättenbesuchs können zentrale Lehr-/Lernkompetenzen (weiter)entwickelt werden.

 

Digitalisierung als Herausforderung sozialwissenschaftlicher Bildung

Für angehende Lehrer*innen des Fachs Politik & Wirtschaft stellt der digitale Strukturwandel eine inhaltliche und methodische Herausforderung dar. Dabei geht es auf inhaltlicher Ebene darum, die durch die Digitalisierung hervorgerufenen Transformationsprozesse zu analysieren und zu beurteilen sowie lernendenorientierte Zugänge zu entwickeln. Inhaltliche Aspekte können bspw. Fake News, Verschwörungsmythen, die Verbreitung von antisemitischen, rassistischen und sexistischen Narrativen und Hassbotschaften sein oder auch die Ökonomisierungslogik von So3cial-Media-Plattformen, die einen signifikanten Einfluss auf Meinungsbildungsprozesse, z. B. in Wahlkämpfen, zeitigen. Auch der schwindende Einfluss von Leitmedien (Vierte Gewalt) hin zu einer sog. Twitter-Öffentlichkeit wird diskutiert. Gleichzeitig werden Chancen und Möglichkeiten einer deliberativen Beteiligungskultur im intermediären System anhand von Beispielen wie #metoo, #blm oder #fff in den Blick genommen. Auf der methodischen Ebene werden digitale Möglichkeiten im Fachunterricht Politik & Wirtschaft praxisnah erprobt. Dabei planen die Studierenden selbst den Einsatz digitaler Tools in einer Sitzung und evaluieren diesen.

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung im sozialwissenschaftlichen Unterricht

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und damit eine Aufgabe für die sozialwissenschaftliche Bildung. Im Fokus steht die Förderung eines weitsichtigen, interdisziplinären, vernetzenden, solidarischen und mehrperspektivischen sensitiven Wahrnehmens, kritischen Denkens und reflektierten Handelns. Es werden fachwissenschaftliche Kenntnisse zum Thema Nachhaltigkeit (Begriffe, Entwicklungen im Kontext von Ökologie, Ökonomie, Politik und Gesellschaft, Dimensionen, Strategien etc.) vermittelt, Grundlagen der BNE erarbeitet (VN Agenda 2030, SDGs, KMK-Strategie BNE, etc.) und Unterrichtskonzepte für den sozialwissenschaftlichen Unterricht entwickelt.


Allgemeine Hinweise zum Studium

Didaktik der Sozialwissenschaften ist ein obligatorischer Teil in folgenden Studiengängen:

  • Sachunterricht mit dem Schwerpunkt Sozialkunde für das Lehramt an Grundschulen (L1)
  • Sozialkunde für das Lehramt an Haupt und Realschulen (L2)
  • Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien (L3)
  • Sozialkunde für das Lehramt an Sonderschulen (L5)
  • Didaktik der Sozialwissenschaften als 2. Wahlpflichtfach im Diplomstudiumgang "Politologie" oder "Soziologie"

Die Lehramtsstudiengänge an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. sind grundsätzlich konsekutiv organisiert. Die Studierenden erwerben in einzelnen Veranstaltungen (Grundkurse, Proseminare, Seminare, Übungen, Praktika) die gemäß der jeweiligen Studienordnung vorgesehenen Leistungsnachweise („Scheine“). Daneben wird die Teilnahme an Veranstaltungen mittels Belegbogen nachgewiesen, wobei der Umfang der nachzuweisenden Veranstaltungen (sog. Semesterwochenstunden [SWS]) je nach Studiengang (L1, L2, L3, L5 oder Diplom-Wahlpflichtfach) variiert.

Das Studium schließt mit dem 1. Staatsexamen ab, zu dem man zugelassen wird,

  • wenn man die notwendigen Leistungsnachweise vorlegen kann,
  • die erforderlichen Semesterwochenstunden nachweisen kann,
  • zwei Schulpraktika erfolgreich absolviert hat,
  • erfolgreich eine Zwischenprüfung abgelegt hat (gilt nur für L3), in der u.a. die Sprachnachweise überprüft werden (Zwischenprüfungsordnung für die Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Studiengänge vom 29.8.2001) sowie
  • die Wissenschaftliche Hausarbeit (Examensarbeit) bestanden hat.

Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass ein sinnvolles Studium nicht im bloßen Erwerb von Leistungsnachweisen liegt; vielmehr ist ein umfassender Kompetenzerwerb auf den verschiedenen Gebieten der Sozialwissenschaften - durchaus mit persönlichen gewählten, vertiefenden Schwerpunkten - sinnvoll. Hierzu kann eine im Rahmen der Studienordnung mögliche Auswahl aus dem breiten Angebot in den sozialwissenschaftlichen Teilgebieten getroffen werden. Leistungsnachweise sind dann als "Nebenprodukte" sinnvollen Studierens zu sehen.


Allgemeine Literaturhinweise

An Stelle einer notwendigerweise ausufernden Literaturliste werden hier einige Publikationen zur Gewinnung eines Überblicks und mit dem Charakter von Nachschlagewerken angegeben. Hier finden sich unter vielen Stichworten (siehe jeweilige Register) zu fast allen Teilbereichen der politischen und ökonomischen Bildung kurze Einführungen mit weiterführenden Literaturhinweisen.

Einen Überblick zu den aktuellen Debatten in der Politikdidaktik lässt sich am besten mit einer Durchsicht der letzten Nummern der Fachzeitschriften zur politischen und ökonomischen Bildung gewinnen.

Nachschlagewerke


Jörg ALTHAMMER/Uwe ANDERSEN/Joachim DETJEN/Klaus-Peter KRUBER (Hrsg.) 2007: Handbuch ökonomische-politische Bildung, Schwalbach/Ts.

Gotthard BREIT/Detlef EICHNER/Siegfried FRECH/Kurt LACH/Peter MASSING (Hrsg.) 2006: Methodentraining für den Politikunterricht, Bd. II, Schwalbach/Ts.

Siegfried FRECH/Peter MASSING/Hans-Werner KUHN (Hrsg.) 2003: Methodentraining für den Politikunterricht, Bd. I, Schwalbach/Ts. (4. Auflage)

Tim ENGARTNER 2010: Didaktik des Ökonomie- und Politikunterrichts, Paderborn/München/Wien/Zürich

Walter GAGEL 2006: Geschichte der Politischen Bildung in der BRD 1945-1989/90, Wiesbaden (3. Auflage)

Siegfried GEORGE, Ingrid PROTE (Hrsg.) 1996: Handbuch zur politischen Bildung in der Grundschule, Schwalbach/Ts.

Dirk LANGE, Volker REINHARDT (Hrsg.) 2007: Basiswissen Politische Bildung. Handbuch für den sozialwissenschaftlichen Unterricht, Baltmannsweiler

Bettina LÖSCH, Andreas THIMMEL (Hrsg.) 2010: Kritische politische Bildung. Ein Handbuch. Wochenschau-Verlag, Schwalbach/Ts.

Wolfgang W. MICKEL (Hrsg.) 1999: Handbuch zur politischen Bildung. Grundlagen, Methoden Aktionsformen, Schwalbach/Ts.

Wolfgang W. MICKEL 2003: Praxis und Methode. Einführung in die Methodenlehre der Politischen Bildung, Berlin

Frank NONNENMACHER (Hrsg.) 1996: Das Ganze sehen. Schule als Ort politischen und sozialen Lernens, Schwalbach/Ts.

Thomas RETZMANN (Hrsg.) 2007: Methodentraining für den Ökonomieunterricht, Bd. I, Schwalbach/Ts.

Thomas RETZMANN (Hrsg.) 2011: Methodentraining für den Ökonomieunterricht, Bd. II, Schwalbach/Ts.

Dagmar RICHTER 2007: Politische Bildung von Anfang an. Demokratie Lernen in der Grundschule, Bonn

Wolfgang SANDER 2004: Handbuch Politische Bildung, Schwalbach/Ts.

Wolfgang SANDER 2012: Politik in der Schule - Kleine Geschichte der politischen Bildung in Deutschland

Georg WEISSENO u.a. 1999: Lexikon der politischen Bildung, drei Bände, Schwalbach/Ts.

Fachzeitschriften

Blätter für deutsche und internationale Politik
Blätter für deutsche und internationale Politik

Fluter.
Fluter.

Gesellschaft-Wirtschaft-Politik (früher: Gegenwartskunde)
GWP

International Journal of Pluralism and Economics Education
International Journal of Pluralism and Economics Education

Journal of Social Science Education
Journal of Social Science Education


Journal für politische Bildung
Journal für politische Bildung

Journal für Sozialwissenschaften und ihre Didaktik
sowi-online

„POLIS“ - Report der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung
POLIS

Politikum
Politikum

Unterricht Wirtschaft - Politik
Unterricht Wirtschaft – Politik

Zeitschrift für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften
Zeitschrift für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften