Forschungsschwerpunkte

  • Biopolitik
  • Staatstheorien
  • feministische Theoriebildung
  • Reproduktionsverhältisse
  • Familienpolitik
  • Intersektionalität
  • Migration
  • internationale Geschichte von Frauenbewegungen
  • Entwicklungspolitik
  • Lateinamerika
  • Humangenetik
  • Reproduktionsmedizin

​ Demografisierung des Politischen? Eine intersektionale Analyse deutscher Familien- und Migrationspolitik seit Mitte der 1990er Jahre

Abgeschlossenes Projekt

Das Forschungsprojekt untersucht den Bedeutungszuwachs demografischen Wissens in der bundesdeutschen Familien- und Migrationspolitik seit Mitte der 1990er Jahre. Ziel ist es, Reichweite, Elemente und Dynamik einer neuen Bevölkerungspolitik in ihrer wissenschaftlichen Begründung zu analysieren. Im Fokus stehen staatliche Ansätze zur Steuerung von Fertilität und Zuwanderung als diejenigen Elemente einer neuen Demografiepolitik, die auf eine aktive Gestaltung der Größe und Zusammensetzung der nationalen Bevölkerung abzielen. Damit unterscheidet sich das Projekt von bereits vorhandenen Forschungen zu sozialpolitischen Strategien der Anpassung an einen als demografisch verstandenen gesellschaftlichen Wandel. Indem das Projekt sowohl Migrations- als auch Familienpolitik umfasst, ermöglicht es zudem eine intersektionale Perspektive auf die aktuelle Biopolitik der Bevölkerung, berücksichtigt aber gleichzeitig, dass Demografiepolitik sich in beiden Politikfeldern unterschiedlich ausgestaltet.

Das Projekt rekurriert auf das wissenssoziologische Konzept der Demografisierung, mit dem wissenschaftliche Problemformulierungen und strategische Lösungsansätze im Zusammenhang als politische Rationalität untersucht werden können. Um dieses Konzept für die Politikwissenschaft auszuloten, zu erweitern und zu präzisieren, kombiniert das Projekt drei methodologisch-theoretische Zugänge: Für eine interpretative Policy-Analyse werden zunächst Aktivitäten demografischer Politikberatung seit dem Beginn einer neuen deutschen Demografiepolitik Mitte der 1990er Jahre erfasst - in der Ressort- und Auftragsforschung, in parlamentarischen und ministeriellen Gremien sowie im Rahmen ausgewählter Schlüsselereignisse der öffentlichen Diskussion. Auf dieser Grundlage nutzt das Projekt qualitative Interviews mit SchlüsselakteurInnen und ausgewählte Dokumente, um diskursanalytisch demografische Rationalitäten und Diskurskoalitionen in beiden Politikfeldern herauszuarbeiten. Diesem induktiven Zugang einer demografischen Laborforschung folgen in einem zweiten Schritt deduktiv vorgehende staatstheoretisch verankerte Politikfeldanalysen, um die Einbettung demografischer Rationalitäten in die Konfliktkonstellationen beider Politikfelder nachzuvollziehen.

Ziel ist es, Demografisierung als Teil umfassender Hegemoniebildungsprozesse zu analysieren und Ungleichzeitigkeiten, Dynamiken und auch Grenzen des Einflusses demografischer Rationalitäten zu verstehen. Schließlich nutzt das Projekt methodologische Ansätze aus der Intersektionalitätsforschung; um zu rekonstruieren, mit welchen demographischen Instrumentarien bestimmte Bevölkerungsgruppen in beiden Politikfeldern ausgewählt und statistisch klassifiziert werden, welche Strategien der staatlichen Steuerung in Bezug auf diese Bevölkerungsgruppen diskutiert und implementiert werden und wie sich diese Prozesse der Kategorisierung und Steuerung verschränken oder auch voneinander abgegrenzt werden.


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Dr. habil. Susanne Schultz

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fachbereich 03 Gesellschaftswissenschaften
Institut für Soziologie
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