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„Je digitaler es wird, desto stärker finden Ausschlüsse statt.

Online-Banking und Bezahlen mit Karte oder Smartphone verbreiten sich immer weiter. Das ist für viele komfortabel, hat aber auch eine Schattenseite, wie die Forschung der Wirtschaftssoziologin Barbara Brandl zeigt: Für die Gesellschaft und für Einzelne birgt der Trend zum digitalen Bezahlen Gefahren. (...)"

Hier gehts zum vollstämdigen Interview mit Prof. Brandl im Unireport.

 

Der Fachbereich trauert um Prof. Dr. Alfons Schmid, der mit 82 Jahren unerwartet am 14.11.2025 verstorben ist. 

Aufgewachsen in der Nähe von Freising begann seine wissenschaftliche Laufbahn in München mit dem Studium der Volkswirtschaften und Soziologie. An der Universität Augsburg verfasste er seine Promotion über „Möglichkeiten und Probleme der fiskalpolitischen Effizienzkontrolle" und trat anschließend eine Professur für Wirtschaft und Arbeitslehre an der Technischen Universität in Berlin an. Von 1981 bis 2008 bekleidete er den Lehrstuhl für Wirtschaft am Institut für Polytechnik/Arbeitslehre und am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität. 1991 gründete er das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), das er zu einer zentralen Institution der arbeitsmarktpolitischen Beratung in Hessen und Rheinland-Pfalz aufbaute. In zahlreichen Forschungsprojekten und Publikationen hat er mit seinen Teams und großer Leidenschaft empirisch fundierte Analysen zum informationstechnologischen Wandel, zur sozialpolitischen Einstellungsforschung, zur regionalen Arbeitsmarktentwicklung und Weiterbildung sowie zur regionalen Wettbewerbsfähigkeit und dem Well-being erarbeitet, die zur Erweiterung der informationellen Basis politischer Gestaltungsoptionen beigetragen haben. Prof. Dr. Alfons Schmid war nicht nur ein äußerst engagierter Wissenschaftler an der Schnittstelle von Theorie und Praxis und in verschiedenen wissenschaftlichen Vereinigungen und Netzwerken organisiert wie der Gesellschaft für ökonomische Bildung oder dem European Network of Regional Labour Market Monitoring. Er war auch ein verantwortungsvoller Kollege und Vorgesetzter, dem die Zukunft seiner Mitarbeiter stets am Herzen lag. Der Fachbereich spricht den Angehörigen ihr zutiefst empfundenes Beileid aus.


Bild: Silvia Krömmelbein

 

Paul Lichterman, Professor für Soziologie und Religion an der University of Southern California, forscht am Forschungskolleg Humanwissenschaften (FKH) über weißen Antirassismus. Sein Aufenthalt wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert. (...)

Der Beitrag dazu findet sich im UniReport findet auf S.11 oder hier - online

Zum aktuellen UniReport gehts hier:

UniReport Ausgabe 6-2025 vom 4. Dezember 2025

 

Annika Troitzsch, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Biotechnologie, Natur und Gesellschaft, wurde für ihre Masterarbeit „Pollution and Beyond. A Discussion of Social Scientific Engagements with Chemical Bodies and Power Relations“ ausgezeichnet.

Der Beitrag dazu findet sich im UniReport findet auf S. 26. 

Zum aktuellen UniReport gehts hier:

UniReport Ausgabe 6-2025 vom 4. Dezember 2025

 

Prof. Dr. phil. Dr. rer. pol. Rolf Haubl

(1.7.1951 – 24.5.2025)


Am 24. Mai 2025 starb Prof. Dr. Dr. Rolf Haubl nach langer, schwerer Krankheit. Er leitete vom 1. Dezember 2002 bis zum 29. Februar 2016 als Co-Direktor gemeinsam mit Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber das Sigmund-Freud-Institut (SFI) und war dort zugleich Leiter des sozialpsychologischen Forschungsbereichs. Während dieser Zeit als Direktor des SFI hatte Rolf Haubl die Professur für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie am Institut für Soziologie des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften an der Goethe-Universität inne.

Mit dieser Kooperationsprofessur zwischen der Goethe-Universität und dem Sigmund-Freud-Institut hatte er, nach etlichen Jahren der Vakanz, die Nachfolge von Alfred Lorenzer angetreten. Danach verlieh er der Vermittlung von Sozialwissenschaften und Psychoanalyse sowie der tiefenhermeneutischen Forschungsperspektive eine eigene Prägung.

Rolf Haubl verortete sich in der Frankfurter Tradition einer Verbindung von Soziologie und psychoanalytisch-sozialpsychologischer Forschung. Er verfolgte eine kritische Theorie des Subjekts, wie sie auch schon Klaus Horn am Sigmund-Freud-Institut mit etabliert hatte. In den Jahren seines Wirkens an der Goethe-Universität und am Institut hat er sich auch darum verdient gemacht, die psychoanalytisch-sozialpsychologische Forschung um gruppen- und organisationsanalytische Perspektiven zu erweitern. In der Gruppenanalyse war er als Lehranalytiker und Supervisor sowie als Organisationsberater tätig. Überdies gab er die Zeitschriften »psychosozial«, »Freie Assoziation« und »Zeitschrift für Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik« mit heraus und fungierte als wissenschaftlicher Beirat weiterer Fachzeitschriften, etwa in den Bereichen Organisationsforschung, Supervision und Coaching.

Rolf Haubl hatte zunächst als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes Psychologie und Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen studiert und in beiden Fächern promoviert. Danach lehrte und forschte er an der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg, ab 1981 als Akademischer Rat. 1991 habilitierte er im Fach Psychologie an der Universität Augsburg zum Thema »›Unter lauter Spiegelbildern ...‹. Zur Kulturgeschichte des Spiegels« und wurde 1997 zum außerplanmäßigen Professor für Psychologie ernannt. Er verantwortete dort über viele Jahre den Studiengang Sozioökonomie.

Während seiner Augsburger Zeit bearbeitete er Themenbereiche, an die er auch später, teils implizit, teils direkt, anknüpfte. Er befasste sich beispielsweise mit der Sozial- und Kulturgeschichte der Konsumgesellschaft, mit der kommunikativen Bedeutung von Objekten der materiellen Kultur, mit der Psychodynamik von Geld und Besitz, mit Überschuldungsdynamik und Schuldnerberatung sowie mit der Mikropolitik in Organisationen. Methodologisch interessierte er sich neben gesprächsanalytischen Verfahren für die Bildhermeneutik.

Nachdem er den Ruf nach Frankfurt angenommen hatte, rückten sozialisationstheoretische Forschungen sowie Studien zur kulturellen und psychischen Bedeutung der Affekte – insbesondere des Neides –, aber auch Arbeiten zu Konzepten der Symbol- und Medientheorie, zur Gruppensoziologie und Ich-Identität sowie zu Prozessdynamiken eskalierender Gruppenkonflikte in den Vordergrund.

Rolf Haubl leitete zahlreiche Forschungsprojekte, aus denen eine Vielzahl von Publikationen hervorging. Von 2014 bis 2015 war er außerdem an der Entwicklung des Masterstudiengangs »Psychodynamisch fundierte Organisationsentwicklung« an der IPU Berlin beteiligt, der heute unter dem Namen »Leadership und Beratung« läuft.

Seine zahlreichen und facettenreichen Publikationen verweisen auf die enorme intellektuelle Breite und beeindruckende Vielseitigkeit, die Rolf Haubl ausgezeichnet haben. Innerhalb seiner Schwerpunktthemen richtete er seine Aufmerksamkeit insbesondere auf die Leiden produzierenden Potenziale ungleicher und ungerechter Verhältnisse sowie auf die Frage, wie gesellschaftliche Strukturen psychisch wirksam werden können. Mit dieser Grundorientierung verfolgte Rolf Haubl sowohl empirische Studien als auch grundlegende konzeptionelle Fragen mit großer Leidenschaft. Implizit knüpfte er dabei immer wieder an sein literaturwissenschaftliches Studium an, da er sich nicht nur für die Sprachgestalt der sozialen Praxis, sondern auch für Alltags- und Kunstformen der Narration, für Kunstwerke und mediale Darstellungen interessierte. Nicht zuletzt ging es ihm um eine möglichst lebensnahe Vermittlung an Studierende, weshalb er sich in der Lehre besonders intensiv engagierte. Bei der Leitung des Sigmund-Freud-Instituts wiederum hatte er es mit etlichen Herausforderungen und Umgestaltungen zu tun, nicht zuletzt auch mit der Sanierung des Institutsgebäudes. Die Neueröffnung nach dem Umzug wurde 2015, im 50-jährigen Jubiläumsjahr des Instituts, noch in der Endphase seiner Amtszeit feierlich in der Myliusstraße 20 begangen.

Mit seinen interdisziplinär ausgerichteten Forschungsansätzen und seinem unermüdlichen Arbeitsethos hat Rolf Haubl nicht nur wesentliche Erkenntnisse in unterschiedlichen wissenschaftlichen Feldern vorangetrieben, sondern auch weit über den universitären Kontext hinaus gewirkt und durchgängig Transferwege zwischen Forschung und Praxis erarbeitet. Er war überdies ein freundlicher und äußerst hilfsbereiter Förderer junger Wissenschaftler:innen.

Das Direktorium und die Mitglieder des Sigmund-Freud-Instituts und der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften trauern um einen außergewöhnlichen Forscher und Hochschullehrer.

Prof. Dr. Vera King, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität und Geschäftsführende Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts

Prof. Dr. Ferdinand Sutterlüty, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Soziologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main

 

Herzlichen Glückwunsch! 

Dr. Franziska von Verschuer erhält den Frankfurter Preis für Umwelt und Nachhaltigkeit für ihre Dissertation.

Die Verleihung findet im Rahmen der akademischen Feier am Fachbereich 11 – Geowissenschaften am 09.05. um 16 Uhr statt.

Hier gehts zur Mitteilung.

Congratulations!

Dr. Franziska von Verschuer receives the Frankfurt Prize for Environment and Sustainability for her doctoral thesis.

The award ceremony will take place as part of the academic ceremony at Faculty 11 - Earth Sciences on May 9 at 4 pm.

Click here for the press release.


 

EV below

Am Schwerpunkt der interpretativen empirischen Sozialforschung ist das neue  studierenden Projekt "DiPL-Schriftenreihe" angesiedelt

Alle weitere Inforamtionen dazu finden sie hier:

Projektbeschreigung

„Es ist soweit: Unsere Digital Peer2Peer Learning Platform (DiPL) geht an den Start. Ihr findet bereits erste hervorragende Fallstudien der Feld- und Diskursforschung, die allesamt aus unseren Seminaren und Betreuungen hervorgegangen sind. Die Plattform wird sukzessive um neue Fallstudien inkl. Daten und Tutorials ergänzt. Es lohnt also, auf unserer DiPL-Seite vorbeizuschauen. Die nächsten Fallstudien – zum Drogenhandel, zum Grenzregime, zum Wettertalk, etc. - werden wir zur Veröffentlichung gebührend ankündigen.“

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The new student project “DiPL publication series" is based on the focus of interpretative empirical social research.

Further information can be found here:


project description

“The time has come: Our Digital Peer2Peer Learning Platform (DiPL) is going live. You will already find the first excellent case studies of field and discourse research, all of which have emerged from our seminars and supervision. New case studies, including data and tutorials, will be successively added to the platform. It is therefore worth taking a look at our DiPL page. The next case studies - on drug trafficking, the border regime, weather talk, etc. - will be published in due course. - We will duly announce their publication."

 

Der Fachbereich trauert um sein langjähriges Mitglied bzw. Angehörigen, Privatdozent Dr. Helmut Brentel, der bereits im Februar dieses Jahres verstorben ist. 

Helmut Brentel hat 1984 am Fachbereich promoviert mit einer Arbeit zu „Soziale Form und ökonomisches Subjekt“. Diese viel beachtete Schrift zeigt bereits sein soziologisch inspiriertes Interesse an einer kritischen politischen Ökonomie. Die Beschäftigung mit Rationalisierung als Denkmuster bzw. Rationalität als zentralem Leitbild der Moderne führte sodann zu seiner Habilitation an der Universität Paderborn im Jahre 1999. Titel seiner Habilitationsschrift ist „Soziale Rationalität. Entwicklungen, Gehalte und Perspektiven von Rationalitätskonzepten in den Sozialwissenschaften“. Brentel war in den 1980er Jahren Mitarbeiter am Institut für Soziale Ökologie (ISOE) in Frankfurt und hat einige Zeit auch am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gearbeitet. Sein Interesse an betrieblichen Umweltmanagementsystemen führte ihn zu Fragen organisationalen Lernens, ein Themenfeld zu dem er über viele Jahre an unserem Fachbereich Lehrveranstaltungen für Studierende der Soziologie und der Politikwissenschaft angeboten hat und Abschlussarbeiten betreute. Ein weiteres Interesse von Helmut Brentel galt der Betreuung von Graduierten. Gemeinsam mit Professorin Tilla Siegel hat er vor mehr als 20 Jahren das Internationale Promotionscentrum (IPC) an unserem Fachbereich eingerichtet, ein Drittmittel gefördertes Pilotprojekt von dem noch heute die Graduiertenförderung unserer Universität zehrt - nicht zuletzt auch das GRADE Center Social Sciences. In seinen letzten aktiven Jahren hat er seine forschungsbasierten Erkenntnisse zur Betreuung von Graduierten mit beachtlicher Wirksamkeit international präsentiert und diskutiert. Hierzu hat er auch ein Beratungsunternehmen gegründet. Zu seinen akademischen Lehrer*innen zählten neben Tilla Siegel, Hans-Georg Backhaus, Egon Becker und Jürgen Ritsert. Wir verlieren mit Helmut Brentel einen engagierten Soziologen, dem neben der Umwelt vor allem der akademische Nachwuchs am Herzen lag.

 

Ankündigung zur Ausschreibung für neue Doktorand*innen-Stellen im Rahmen des Forschungskollegs Fixing Futures

 

Conference of the DFG Research Group Human Rights Discourse in Migration Societies || Justus-Liebig-Univerität Gießen || Schwerpunkt Kultur und Migration Goethe-Universität Frankfurt || Human Rights Movements in Migration Societies ||  Migrants' Rights before the Courts || Human Rights, Participation, and Solidarity



The multidisciplinary conference aims to explore the intersection of human rights and migration. It is open to researchers at all career stages and of all backgrounds – from undergraduate and doctoral students to senior academics, experienced practitioners, and activist voices. Participants are invited to join us in discussing a wide variety of legal struggles, issues of in-/exclusion, and (self-)representations of actors in migration societies. Rather than providing preliminary results and theoretical fi ndings from our own research, we want to listen and learn what others have found out about the dynamics of humanrightization: the practices of human rights movements, the role of human rights law, the interplay of human rights and democracy, and the making of human rights consciousness in migration societies.


Organizers: DFG Research Group “Human Rights Discourse in Migration Societies" (MeDiMi)


  • Where: Justus Liebig University Giessen
  • When: 18-20.09.2024