Derek Andrews hat kürzlich seine Promotion an der Dalhousie University in Halifax, Nova Scotia, Kanada, abgeschlossen. Seine Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Metaphysik, Ethik und der Philosophie der Medizin/Psychiatrie. Seine Dissertation mit dem Titel „Psychiatric Natural Kinds: Implications for Nosology, Practice, and Policymaking" (Psychiatrische natürliche Arten: Implikationen für Nosologie, Praxis und Politikgestaltung) besteht aus einer neuartigen Darstellung der Metaphysik psychischer Störungen und einer kritischen Untersuchung der Anwendung induktiver Schlussfolgerungen auf der Grundlage der Zugehörigkeit zu natürlichen Arten in der Gesundheitspolitik. Andrews' aktuelles Projekt zielt darauf ab, die Rolle von Krankheitskonzepten bei der Ausgestaltung von Gesundheitspolitik sowie die Ungerechtigkeiten zu untersuchen, die sich aus Konflikten zwischen Krankheitskonzepten innerhalb von und zwischen institutionellen Kontexten ergeben können. Seine Forschung versucht zu bestimmen, ob und inwieweit diese Konzepte übereinstimmen, um Fragen zu beantworten wie: Vor dem Hintergrund welcher Narrative oder Normen werden bestimmte Krankheitskonzepte verwendet? Wie variiert dies nach Kontext und Institution? Und was kann dabei schiefgehen, welche Ungerechtigkeiten entstehen dadurch und wie sollten diese angegangen werden? Andrews argumentiert, dass die Lösung zumindest einiger Gerechtigkeitsprobleme im Gesundheitswesen erfordert, anzuerkennen, dass es kein einheitliches Konzept von Krankheit gibt, das in allen Kontexten legitimen strategischen Zielen dienen kann. Daraus folgt, das Konzept von Krankheit nur in den Kontexten anzuwenden, in denen es legitimen strategischen Zielen dient, und sicherzustellen, dass das in der Politik verwendete Konzept von Krankheit den relevanten legitimen strategischen Zielen von Interessengruppen entspricht.
Dr. Romina Rekers zeichnet sich durch ein interdisziplinäres Profil an der Schnittstelle von Recht, Philosophie und Bioethik aus. Sie hatte Forschungsaufträge in Argentinien, Österreich und Deutschland und leitet das vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderte Projekt „A Political Conception of Transitional Justice" am Institut für Philosophie der Universität Graz. Außerdem ist sie Principal Investigator von der WHO und der Oxford–Johns Hopkins Global Infectious Disease Ethics Collaborative (GLIDE) geförderten Projekten zur Klima-Gesundheitsethik. Ihre Arbeit wurde vom CONICET (Argentinien), der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) unterstützt. Sie ist außerdem Mentorin und Forscherin im FLACSO-Fogarty Bioethics Programme for Latin America und assoziiertes Mitglied des Climate Change Field of Excellence an der Universität Graz. Von Juli 2022 bis Oktober 2023 war Dr. Rekers im Mutterschaftsurlaub.
Aktuelle Forschung:
Bei der Bewältigung der Herausforderungen, die Infektionskrankheiten (IDs) für das Menschenrecht auf Gesundheit darstellen, sind zwei Aspekte zu berücksichtigen: sein Inhalt und seine Rechtfertigung. Dieses Projekt befasst sich mit der Frage, wie der transnationale und generationsübergreifende Charakter von IDs sich auf den Inhalt des Menschenrechts auf Gesundheit auswirken sollte. Um den Inhalt des Menschenrechts auf Gesundheit zu bestimmen, muss festgestellt werden, welches Interesse geschützt wird und welche Bedrohungen bestehen, vor welchen Gefahren es uns schützt oder welche Schwellenwerte erreicht werden müssen, um diese Interessen zu schützen. Diese Aufgabe umfasst auch Fragen zu den konkreten Rechten und Pflichten, zur Pflicht zum Schutz/zur Gewährleistung, zu negativen und positiven Pflichten sowie zum erforderlichen Schutzniveau.