Prof. Dr. Birgit Becker - Forschung

Forschungsschwerpunkte

Forschungsschwerpunkte an der Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt empirische Bildungsforschung sind die folgenden Themen:

  • Bildung, Bildungsentscheidungen und Bildungsungleichheit
  • Frühe Kindheit
  • Migration und Integration
  • Digitale Ungleichheit

Eine institutionelle Anbindung besteht zum Forschungszentrum IDeA (Center for Research on Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk), welches im Rahmen der LOEWE-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz des Landes Hessen eingerichtet wurde. Das IDeA-Zentrum wurde vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und der Goethe-Universität Frankfurt gegründet und beschäftigt sich mit der Erforschung individueller Entwicklungs- und Lernprozesse von Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter. Mehr Informationen unter: http://www.idea-frankfurt.eu/


Aktuelle Forschungsprojekte

Projekt SchuWaMi
Schulischer Wandel in der Migrationsgesellschaft - Schulkultur(en) im Kontext aktueller Fluchtmigration (Verbundprojekt)

Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Becker (Goethe Universität Frankurt, FB03),  Prof. Dr. Dominique Rauch (DIPF), Ver. Prof. Dr. Patricia Stošić (Goethe Universität Frankfurt, FB04), Dr. Svenja Vieluf (DIPF)

Finanzierung: BMBF

Projektmitarbeiter/innen: Dr. Susanne Böse (DIPF), Eva Raschke (Goethe Universität Frankfurt, FB03), N.N. (Goethe Universität Frankfurt, FB04)

Kurzbeschreibung:

Das Projekt SchuWaMi untersucht, wie Schulen in Deutschland auf die vermehrte Aufnahme von geflohenen Kindern und Jugendlichen reagiert haben, welche institutionellen Veränderungsprozesse in diesem Kontext stattgefunden haben und immer noch stattfinden und inwiefern und wie es den Schulen dabei gelingt, die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung zu befördern.

In den vergangenen Jahren haben deutsche Schulen zahlreiche geflohene Kinder und Jugendliche aufgenommen. Schulen haben hierauf unterschiedlich reagiert und gehen nach wie vor unterschiedlich mit dieser pädagogischen, organisatorischen und didaktischen Herausforderung um. Diese unterschiedlichen schulischen Umgangsweisen bilden den Ausgangspunkt der Studie. Wir gehen davon aus, dass Schulen im Zuge der aktuellen Zuwanderungssituation insbesondere solche schulische Entwicklungsprozesse forcieren, die den schulischen Erfolg und die Inklusion der geflohenen Schüler*innen in die Schule verbessern sollen.

Forschungen zur Frage der schulischen und sozialen Teilhabe von Schüler*innen mit Migrationshintergrund fokussieren zumeist das Lernen und die Entwicklung von Individuen, nicht jedoch die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten von Institutionen. Im Projekt Schulischer Wandel in der Migrationsgesellschaft (SchuWaMi) steht die Frage nach der Rolle der Schulkulturen und ihren institutionellen Voraussetzungen im Mittelpunkt. Schulkultur(en) prägen die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Fluchthintergrund, sind jedoch nicht statisch und können sich durch die Aufnahme der Kinder verändern. Gleichzeitig untersucht SchuWaMi Effekte auf die soziale und schulische Teilhabe geflüchteter Schüler*innen und arbeitet dabei interdisziplinär, längsschnittlich und mit einem Mixed-Methods Design.

Link zur IDeA-Projektseite: https://www.idea-frankfurt.eu/de/forschung/schwerpunkte/adaptive-bildungskontexte/schuwami


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Doing Transitions. Formen der Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf
(DFG-Graduiertenkolleg)

Antragsteller/innen: Prof. Dr. Sabine Andresen (Goethe Universität Frankfurt), Prof. Dr. Petra Bauer (Universität Tübingen), Prof. Dr. Birgit Becker (Goethe Universität Frankfurt), Prof. Dr. Barbara Friebertshäuser (Goethe Universität Frankfurt), Prof. Dr. Christiane Hof (Goethe Universität Frankfurt), Prof. Dr. Frank Oswald (Goethe Universität Frankfurt), Prof. Dr. Markus Rieger-Ladich (Universität Tübingen), Prof. Dr. Bernhard Schmidt-Hertha (Universität Tübingen), Prof. Dr. Barbara Stauber (Universität Tübingen, stellvertretende Sprecherin), Prof. Dr. Andreas Walther (Goethe Universität Frankfurt, Sprecher)

Finanzierung: DFG

Kollegiat/innen: Die Projekte aller Kollegiatinnen und Kollegiaten sind auf der Homepage des Graduiertenkollegs zu finden.

Kurzbeschreibung:

Lebensverläufe sind durch eine Vielzahl von Übergängen strukturiert; sie vollziehen sich zwischen einzelnen Lebensphasen und Statuspositionen, zwischen unterschiedlichen Rollen und Selbstbildern. In der Vergangenheit interessierte sich die Forschung insbesondere für die Bedingungen, unter denen Übergänge erfolgreich verlaufen. Aus diesem Grund gerieten Übergänge – etwa der Wechsel von der Schule in den Arbeitsmarkt – häufig als Probleme in den Blick: Sie galten als unsicher und ungewiss, als Momente der Reproduktion sozialer Ungleichheit und als Risiken sozialen Ausschlusses. So unterschiedlich diese Studien sind, ihnen ist gemeinsam, dass Übergänge hier als natürliche Gegebenheiten erscheinen. Auch die damit verbundenen Normalitätsannahmen, die über Erfolg und Scheitern entscheiden, wurden kaum einmal problematisiert. Hier setzt das Graduiertenkolleg Doing Transitions ein und markiert einen Neuansatz. In das Zentrum rückt nun die Frage, worauf die unterschiedlichen Übergänge antworten, wie sie zustande kommen, wie sie gestaltet und dabei zugleich neu hergestellt werden. Zu diesem Zweck werden drei Ebenen der Gestaltung und der Herstellung von Übergängen quer zu den Lebensaltern untersucht. Um sowohl ihrer Eigenlogik wie auch den komplexen Wechselverhältnissen auf die Spur zu kommen, bearbeiten wir die folgenden Forschungsfragen:

  • Diskurse: Wie werden Übergänge verhandelt? Von welchen Akteuren werden sie thematisiert? Welche Anforderungen des Wissens und Könnens an die Individuen werden dabei artikuliert? Wie werden Erfolg und Scheitern und diesbezügliche Risiken markiert?
  • Institutionen: Wie werden Übergänge geregelt? Wie werden Übergänge durch formale und non-formale Markierungen, durch Abläufe, Verfahren und Akteure reguliert? Welche pädagogischen Aspekte der Vorbereitung, Überprüfung und Begleitung sind darin enthalten?
  • Individuen: Wie werden Übergänge bewältigt? Wie entstehen Lebensentwürfe? Auf welche Weise werden Lebensentscheidungen getroffen und Lebensgeschichten bilanziert? Welche Lern- und Bildungsprozesse dokumentieren sich hier?

Link zur Homepage: https://www.doingtransitions.org/


Beendete Forschungsprojekte

Projekt "Risikokinder an der Schnittstelle Einschulung" (RiSE)

Projektleiter: Prof. Dr. Birgit Becker

Finanzierung: IDeA

Projektmitarbeiter/innen: Julia Tuppat

Kurzbeschreibung:

In der Debatte um die Ursachen von Bildungsungleichheit wird oft übersehen, dass wichtige Weichenstellungen für den Schulerfolg bereits vor Schulbeginn gestellt werden. Auch der Schulbeginn selbst stellt in dieser Hinsicht eine kritische Schnittstelle dar. Die meisten Kinder in Deutschland werden zum regulären Zeitpunkt eingeschult. Einige Eltern machen jedoch auch von der Möglichkeit Gebrauch, ihr Kind vorzeitig einzuschulen und in einigen Fällen kommt es auch zu einer Rückstellung in einen Schulkindergarten oder eine Vorklasse (oder eine ähnliche Institution). Das geplante Projekt möchte sich insbesondere mit diesen Rückstellungen beschäftigen, da sog. Risikokinder wahrscheinlich überproportional häufig davon betroffen sind und eine Rückstellung durch Labeling-Prozesse möglicherweise langfristige negative Auswirkungen auf die weitere Schulkarriere eines Kindes haben kann. Es soll überprüft werden, ob sich soziale und ethnische Unterschiede bei der Wahrscheinlichkeit für eine Rückstellung komplett auf entsprechende Unterschiede in verschiedenen Kompetenzbereichen zurückführen lassen und welche Rolle die Akteure Erzieherinnen, Schulleiter und (Schul-)Ärzte bei dieser Entscheidung spielen. Neben einer Rückstellung soll im geplanten Projekt auch das Risiko untersucht werden, bereits relativ zu Beginn der Schulkarriere in eine Schule mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkt überwiesen zu werden. Insgesamt wird sich das Projekt somit mit sozialer und ethnischer Ungleichheit an der Schnittstelle Einschulung beschäftigen. Dabei sollen verschiedene vorhandene Datensätze für Sekundäranalysen genutzt werden (z.B. ESKOM-VG, Schuleingangsdaten).

Link zur IDeA-Projektseite: http://www.idea-frankfurt.eu/wissen/projekte/projekt-rise


Projekt "Erwerb von sprachlichen und kulturellen Kompetenzen von Migrantenkindern und der Übergang nach der vierten Klasse" (ESKOM-Ü4)

Projektleiter: Prof. Dr. Birgit Becker, Prof. Dr. Hartmut Esser (Mannheim)

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektmitarbeiter/innen: Oliver Klein (Mannheim), Elena Boldin

Kurzbeschreibung:

Die Grundlage für ethnische Bildungsungleichheit wird schon früh gelegt. Das von der DFG finanzierte Projekt „Erwerb von sprachlichen und kulturellen Kompetenzen von Migrantenkindern in der Vorschulzeit“ konnte bislang nachweisen, dass bereits bei sehr jungen Kindern ethnische Nachteile in verschiedenen Kompetenzbereichen existieren, die sich bis zum Beginn der Grundschule nur teilweise verringern, so dass Migrantenkinder ihre Schullaufbahn mit einem klaren „Startnachteil“ beginnen. Das nun beantragte Folgeprojekt soll die längerfristigen Folgen dieser frühen Kompetenzunterschiede für die Bildungskarriere von Migrantenkindern untersuchen. Dazu soll das bereits bestehende Panel mit ca. 1000 Kindern (etwa die Hälfte davon mit türkischem Migrationshintergrund) bis zur Entscheidung für den Übergang in die Sekundarstufe fortgeführt werden. Eine Hauptfragestellung des Projektes ist, ob ethnische Kompetenzunterschiede aus der Vorschulzeit (vor allem in Bezug auf deutsche Sprachfähigkeiten) sich auch noch auf die Übergangsentscheidung in der vierten Klasse auswirken oder ob die Grundschule solche anfänglichen Kompetenzunterschiede kompensieren kann und von was dies ggf. abhängt. Zudem soll untersucht werden, ob der Besuch eines Kindergartens (eventuell indirekt) auch noch längerfristige Auswirkungen bis hin zur Schulwahl in der vierten Klasse hat und ob dies bei Migrantenkindern stärker der Fall ist als bei deutschen Kindern.

Link zur Projektseite am MZES


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