Braun, V., Lafuente-Funes, S., Lemke, T. Liburkina, R. (Hg.) (2024): The politics of suspension. Special Issue of Biosocieties 19 (4).
1,5 Grad Celsius. Dieser zunächst unscheinbare Wert zeigt, dass im Zuge der Klimakrise die Lebensbedingungen auf der Erde zu einer Frage der richtigen Temperatur werden. Mit der Krise verstärkt sich zugleich die Abhängigkeit von Techniken der Temperaturkontrolle, seien es Klimaanlagen, Thermostate oder Kühlinfrastrukturen für Lebensmittel, Daten und Zellen. Statt Wärme und Kälte wie üblich nur als Metaphern für Gesellschaft zu verstehen, konturiert dieser Band ein sozialwissenschaftliches Forschungsfeld, das sich konzeptuell und empirisch mit Praktiken der Temperaturkontrolle und -modulation auseinandersetzt. Dazu versammelt das Buch einerseits eine große Bandbreite thermischer Phänomene von heiß über lau bis kalt und bietet andererseits ein analytisches Instrumentarium, um "Temperatur" kritisch als Gegenstand sozialer (Macht-)Beziehungen zu erforschen.
2004 erschien das Glossar der Gegenwart. Insgesamt 44 Einträge untersuchten, so die Herausgeber:innen damals, "Konzepte von 'mittlerer Reichweite', aber hoher strategischer Funktion, die in den aktuellen Debatten eine Schlüsselstellung einnehmen".
Zwanzig Jahre später, nach der Weltfinanzkrise und im Zeichen des Aufstiegs rechtspopulistischer Parteien sowie der inzwischen deutlich spürbaren Auswirkungen des Klimawandels, ist es Zeit für ein Update. Die Zeitgenoss:innen von heute erkennen sich in neuen Leitbegriffen wieder: "Disruption" tritt an die Stelle von "Normalität", "das Planetare" löst "Globalisierung" ab, "Resilienz" ersetzt "Prävention". Andere Begriffe wie "Dekolonisierung" oder "postfaktisch" haben keine Entsprechung im Vorläuferband. Die für die 2.0-Version des Glossars verfassten Beiträge sind Sonden zur Ermittlung des Selbstverständnisses unserer Gegenwart.
Bröckling, U., Krasmann. S., Lemke, T. (Hg.) (2024): Glossar der Gegenwart 2.0. Berlin: Suhrkamp Verlag.
Braun, V., Lafuente Funes, S., Lemke, T., Liburkina, R. (Hg.) (2023). Making Futures by Freezing Life: Ambivalent Temporalities of Cryopreservation Practices. Special Issue of Science, Technology & Human Values 48 (3). https://doi.org/10.1177/01622439231170557.
Durch die Nutzung von Gen- und Reproduktionstechnologien und den systematischen Einsatz biowissenschaftlichen Wissens sind in den vergangenen Jahrzehnten neue Formen menschlicher und nicht-menschlicher Arbeit entstanden. Gleichzeitig wird Natur zunehmend als Dienstleisterin oder »Kapital« begriffen. Diese Verbindung biologischer Prozesse und kapitalistischer Inwertsetzung wirft zahlreiche drängende gesellschaftliche, politische und ethische Fragen auf. »Biokapital« versammelt erstmals zentrale Beiträge zu diesem Themenkomplex in deutscher Sprache, stellt die wichtigsten Positionen und Problemfelder vor und liefert einen breiten Überblick über die internationale Debatte zum Verhältnis von Leben und Ökonomie sowie Biopolitik und Kapitalismus.
Barla, J., Kluzik, V. & Lemke, T. (Hrg.) (2022): Biokapital. Beiträge zur Kritik der politischen Ökonomie des Lebens. Frankfurt am Main / New York: Campus.
In den vergangenen Jahrzehnten ist mit den Science and Technology Studies (STS) ein Forschungsfeld entstanden, das eine grundlegende Neubestimmung des Verhältnisses von Wissenschaft, Technik und Gesellschaft vornimmt. Der vorliegende Band versammelt erstmals zentrale Texte der STS in deutscher Sprache, u. a. von Bruno Latour, David Bloor, Michel Callon, Donna Haraway und Karen Barad, und bietet zudem Überblicksdarstellungen aller wichtigen Forschungsgebiete und Theoriepositionen. Entstanden ist so eine grundlegende Einführung in diese innovative Forschungsrichtung, die darüber hinaus auch eine Zwischenbilanz der Entwicklung der STS zieht und aktuelle Herausforderungen und Debatten auslotet.
Bauer, S., Heinemann, T. & Lemke, T. (Hg.) (12017, 22020). Science and Technology Studies. Klassische Positionen und aktuelle Perspektiven. Berlin: Suhrkamp.
Dionisius, S., Larsen, L. T., Lemke, T. (Hg.) (2015). Special issue: Mapping reproduction, Distinktion: Scandinavian Journal of Social Theory, Vol. 16, No. 3.
Der Band präsentiert die Ergebnisse der ersten umfassenden und systematischen Untersuchung genetischer Diskriminierung in Deutschland. Das empirische Material besteht aus einer Fragebogenerhebung und aus Interviews mit Betroffenen verschiedener genetisch bedingter Erkrankungen. Es zeigt, wie das genetische Wissen mit Kränkungen, Schuldzuweisungen und Stigmatisierungen einhergeht und Vorstellungen einer „genetischen Verantwortung“ mobilisiert. Die Untersuchungsergebnisse legen die Revision des klassischen Begriffs von genetischer Diskriminierung nahe und fordern zu einer Neuausrichtung der sozialwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema auf.
Lemke, T. & Liebsch, K. (Hrsg.) (2015). Die Regierung der Gene. Diskriminierung und Verantwortung im Kontext genetischen Wissens, Wiesbaden, VS-Verlag.
Suspect Families is the first book to investigate the social, political, and ethical implications of parental testing for family reunification in immigration cases. Drawing on policy documents, legal frameworks, case study material and interviews with representatives of governmental and non-governmental organisation and immigration authorities, immigration lawyers, geneticists and applicants for family reunification, the book analyses the different political regimes and social arrangements in which DNA analysis is adopted for decision-making on family reunification in three distinct European countries: Austria, Finland and Germany.
Interdisciplinary in scope, the book reconstructs the processes, institutional logic and the political and administrative practices of DNA testing from a comparative perspective, combining theoretical conceptualisation with detailed empirical work to explore the central societal, political and ethical issues raised by the use of DNA profiling in the context of immigration policy. A ground-breaking study of the role played by new technologies in migration decisions, Suspect Families will appeal to scholars of sociology, political science, science and technology studies and surveillance studies.
Heinemann, T., Helén, I., Lemke, T., Naue, U. & Weiss, M. G. (Hg.) (2015). Suspect Families. DNA Analysis, Family Reunification and Immigration Policies, Farnham: Ashgate, 2015.
»Biopolitik« ist ein Schlüsselbegriff in den intellektuellen Debatten der Gegenwart. Denn auch vierzig Jahre, nachdem Michel Foucault den Begriff geprägt hat, wird in Wissenschaft und Politik heftig über die Bedingungen und Folgen der Steuerung von Lebensprozessen gestritten. Der Reader versammelt zum ersten Mal die wegweisenden Beiträge im biopolitischen Diskurs.
Er führt klassische Texte und gegenwärtige Positionierungen zusammen und gibt damit einen Einblick in das breite Spektrum unterschiedlicher thematischer Bezugspunkte und disziplinärer Zugänge. Auf diesem Weg zieht der Band eine erste Bilanz der aktuellen Debatte und zeigt zugleich weiterführende Perspektiven auf.
Folkers, A., Lemke, T. (Hrsg.) (12014, 22020). Biopolitik. Ein Reader. Berlin: Suhrkamp.
Die Debatten um die Reproduktionsmedizin und die Erblichkeit der Intelligenz werfen Fragen auf nach der Kontinuität eugenischer Praktiken, d. h. der Optimierung menschlicher Eigenschaften durch die Steuerung des Fortpflanzungsverhaltens. Dieses Programm ist eng verknüpft mit dem "Dritten Reich", Zwangssterilisationen und der Vernichtung "unwerten Lebens".
Doch schon vor Beginn der Naziherrschaft warnten Autoren wie Aldous Huxley und Gilbert Keith Chesterton hellsichtig vor den Gefahren der Eugenik. Chestertons Essay Eugenik und andere Übel zeigt grundlegende Probleme eugenischen Denkens auf; es liegt nun erstmals auf Deutsch vor. Thomas Lemke erläutert den historischen Kontext und zeigt, dass Chestertons Mahnungen nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Lemke, T. (Hg.) (2014). Gilbert Keith Chesterton: Eugenik und andere Übel. Berlin: Suhrkamp Verlag, edition unseld.
Heinemann, T., Lemke T. and Prainsack B. (Hg.) (2012). Risky profiles: Societal dimensions of forensic uses of DNA technologies. Special Issue of New Genetics & Society 31 (3).
Examining questions of statehood, biopolitics, sovereignty, neoliberal reason and the economy, Governmentality explores the advantages and limitations of adopting Michel Foucault's concept of governmentality as an analytical framework.
Contributors highlight the differences as well as possible convergences with alternative theoretical frameworks. By assembling authors with a wide range of different disciplinary backgrounds, from philosophy, literature, political science, sociology to medical anthropology, the book offers a fresh perspective on studies of governmentality.
Bröckling, U., Krasmann, S. & Lemke, T. (Hg.) (2011). Governmentality: Current Issues and Future Challenges, New York/London: Routledge.
Hvidbak, T., Larsen L. T. & Lemke, T. (Hg.) (2011). Fear. Special Issue of Distinktion: Scandinavian Journal of Social Theory 12 (2).
Larsen, L. T. & Lemke, T. (Hg.) (2007). Bioeconomy. Special Issue of Distinktion. Scandinavian Journal of Social Theory 8 (1).
Die Frage nach der Macht durchzieht nicht nur wie ein roter Faden das Werk Michel Foucaults, sondern war auch Anlaß zu höchst kontroversen Diskussionen, die keineswegs abgeschlossen sind – im Gegenteil: Foucaults Konzepte, wie etwa die Biomacht, die Gouvernementalität, aber auch die Ästhetik der Existenz oder die Disziplinarmacht, geben aktuellen Debatten in der Philosophie und Soziologie, aber auch der Politik- und Geschichtswissenschaft entscheidende Impulse. Dieser Band versammelt die wichtigsten Texte Foucaults und bietet somit einen umfassenden Überblick über einen der zentralen Bereiche der Theoriebildung der letzten Jahrzehnte. In seinem Nachwort erschließt Thomas Lemke sowohl den historischen als auch den systematischen Kontext von Foucaults Machttheorie.
Lemke, T. (Hg.) (12005, 22006, 32008, 42011, 52013, 62015, 72017). Michel Foucault: Analytik der Macht, Textauswahl und Nachwort von Thomas Lemke, Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Stichworte (Auswahl): Aktivierung / Beratung / Community / Cool / Empowerment / Erlebnis / Evaluation / Flexibilität / Governance / Humanitäre Intervention / Intelligenz / Kreativität / Kundenorientierung / Lebenslanges Lernen / Monitoring / Nachhaltigkeit / Performance / Risiko / Synergie / Wellness / Zivilgesellschaft
Bröckling, U., Krasmann, S. & Lemke, T. (Hg.) (12004, 22005, 32006, 42009, 52013). Glossar der Gegenwart, Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Im angelsächsischen Raum hat sich eine Forschungsrichtung etabliert, die Foucaults Machtanalytik produktiv aufgenommen und weiterentwickelt hat: die governmentality studies. Der vorliegende Band knüpft an jene Forschungen an und erschließt das von Foucault entwickelte Instrumentarium für eine Analyse aktueller gesellschaftlicher Umbrüche. Gemeinsamer Bezugspunkt der exemplarischen Studien ist die Auseinandersetzung mit der neoliberalen Gouvernementalität.
Den Beiträgen vorangestellt ist die deutsche Erstübersetzung der Vorlesung Foucaults aus dem Jahr 1978, in der dieser das Gouvernementalitätskonzept in seiner historischen und analytischen Abgrenzung zu Souveränitäts- und Disziplinarmechanismen skizziert.
Krasmann, S. & Lemke, T. (Hg.) (12000, 22001, 32003, 42007, 52010, 62012, 72015, 82019, 92023). Gouvernementalität der Gegenwart. Studien zur Ökonomisierung des Sozialen, Frankfurt am Main: Suhrkamp.