Claus Wisser Postdoc-Programm

Bekanntgabe unserer neuen Fellows

Die Claus Wisser Fellowships an den Normativen Ordnungen, gefördert durch eine großzügige Spende des verstorbenen Claus Wisser und in Kooperation mit der Pro Universitate Stiftung durchgeführt, bringen jährlich zwei herausragende Postdoktorand*innen nach Frankfurt, um über zentrale Fragen der Transformation normativer Ordnungen zu forschen. Jedes Jahr wird ein eigenes Thema gewählt; im kommenden wird es „Die Zukunft der Demokratie“ sein. Verantwortlich für das Programm sind Prof. Forst und Prof. Deitelhoff.

Die Fellows des Jahres 2026/27 sind Kieran Dunn und Jacopo Morelli.

Kieran Dunns Forschungsinteressen liegen in der Sozial- und politischen Philosophie, der Africana-Philosophie sowie der kritischen Philosophie zu Fragen von „Race“ (Rasse/Ethnizität). Seine Forschung konzentriert sich auf Fragen der rassistischen Ungerechtigkeit, auf methodologische Debatten in der Philosophie und politischen Theorie sowie auf historische und strukturelle Ungerechtigkeit. Zuvor absolvierte er seine Promotion an der University of York, war Gastwissenschaftler an der Harvard University sowie der University of Edinburgh und als Lehrassistent am King's College London tätig. Sein aktuelles Projekt befasst sich mit der Frage, wie das normative Verhältnis zwischen ungerechter Vergangenheit und Gegenwart konzeptualisiert werden kann. Darin untersucht er zunächst, wie zeitgenössische Ansätze zu historischer Ungerechtigkeit und reparativer Gerechtigkeit die historischen Opfer vernachlässigen und es versäumen, das Ausbleiben von Wiedergutmachung theoretisch angemessen zu erfassen. Als Antwort darauf entwickelt er einen rückwärtsgewandten Ansatz reparativer Gerechtigkeit, der diese als Wiederherstellung von Beziehungen begreift. Sein Schwerpunkt liegt auf Fällen (globaler) rassistischer und kolonialer Ungerechtigkeit; dabei stützt er sich nicht nur auf die analytische Philosophie, sondern auch auf die kritische Philosophie zu „Race“ und die Africana-Philosophie.

Jacopo Morelli hat 2025 an der Universität Modena und Reggio Emilia unter der Betreuung von Carla Bagnoli in Philosophie promoviert, mit einer Dissertation mit dem Titel „Moral and Political Constructivism in the Human Rights Debate". Während seiner Promotion verbrachte er sechs Monate als Gaststudent an der Goethe-Universität Frankfurt und fünf Monate an der Sciences Po und der Université Paris Cité mit einem Stipendium. Er ist spezialisiert auf Moral- und Politische Philosophie mit besonderer Expertise im Bereich Menschenrechte. Sein aktuelles Projekt untersucht drei miteinander verbundene Formen der Verwundbarkeit von Demokratien, die vor dem Hintergrund der Erosion repräsentativer Demokratie sichtbar werden: epistemisch, politisch und rechtlich. Zusammen mit zwei Kollegen (und Freunden) hat er ein Buch über moralische, politische und rechtliche Fragen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz mitverfasst, das bei Taylor & Francis unter dem Titel „Moral and Political Worries in Artificial Intelligence" veröffentlicht wurde.