Francesca Cesarano arbeitet an der Schnittstelle von
angewandter Ethik, feministischer Philosophie und politischer Philosophie. Ihre
Forschung konzentriert sich auf Fragen der moralischen und politischen
Verantwortung im Kontext struktureller Ungerechtigkeit, mit besonderem
Schwerpunkt auf geschlechtsspezifischer Unterdrückung. In ihrem aktuellen
Projekt untersucht sie die praktischen Auswirkungen der Schuldzuweisung an
Einzelpersonen für ihren Beitrag zu struktureller Ungerechtigkeit und analysiert
dabei die expressiven und epistemischen Funktionen von Schuldzuweisung sowie
die asymmetrischen sozialen Positionen derjenigen, die am „blame game“
beteiligt sind. Ihr Ziel ist es, eine Taxonomie zu entwickeln, die die
Bedingungen identifiziert, unter denen Schuldzuweisungen als konstruktive
moralische Reaktion auf strukturelle Ungerechtigkeit dienen können und wann sie
besser vermieden werden sollten.
Sonja Riegler forscht in den Bereichen Sozialphilosophie, feministische und
politische Erkenntnistheorie, feministische Wissenschaftsphilosophie sowie
Critical Race Studies. Vor Kurzem hat sie ihr Doktorat in Philosophie an der
Universität Wien abgeschlossen. Ihre Dissertation mit dem Titel A
Functionalist Approach to Ignorance, betreut von Martin Kusch und Linda
Alcoff, entwickelt eine neue Theorie sozial relevanter Formen von Ignoranz.
Eine zentrale Fallstudie widmete sich hierbei der weitgehend übersehenen
Geschichte der „Gastarbeitermigration“ nach Österreich. Während ihrer Promotion
forschte und publizierte sie zu Themen wie epistemischer Unterdrückung,
Epistemologien der Ignoranz, Standpunkttheorien, sowie zum Verhältnis von
Wissenschaft und Demokratie. Forschungsaufenthalte führten sie u. a. nach New
York (CUNY & NYU) und Paris (Paris 1, Sorbonne-Panthéon). Zudem ist Sonja
Gründungsmitglied des Critical Political Epistemology Network und engagiert
sich in mehreren Initiativen zur Förderung unterrepräsentierter Gruppen in der
akademischen Philosophie. In ihrem aktuellen Projekt entwirft sie eine
kritische Epistemologie von Expertise. Im Fokus steht die Frage, wie soziale
Machtverhältnisse beeinflussen, wessen Expertise in Forschung und Politik
Anerkennung bzw. Ausschlüsse erfährt. Wissens-Zuschreibungen werden oftmals von
sozialen Hierarchien geprägt, wodurch nicht-akademische Wissenspraktiken
ausgeschlossen werden. Darüber hinaus wird untersucht, welche spezifische Form
der Wissensungerechtigkeit vorliegt, wenn bestimmte Gruppen der Status als
Expert*in vorenthalten wird. Ziel des Projektes ist es, das Verhältnis von
Wissenschaft, Gesellschaft und politischer Entscheidungsfindung inklusiver zu
gestalten.