Fellows 2024/2025

Luca Hemmerich hat im Sommer 2024 an der TU Darmstadt seine Dissertation mit dem Titel „The Concept of Interest. An Objectivist Reconception“, betreut von Prof. Dr. Dirk Jörke, eingereicht. Er war von 2020 bis 2024 Doktorand und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Politische Theorie und Ideengeschichte der TU Darmstadt. Zuvor studierte er in Bielefeld, Frankfurt und Darmstadt Sozialwissenschaften, Mathematik und Politische Theorie. Auslandsaufenthalte während der Promotion und des Masterstudiums führten ihn nach Oxford, Lancaster und an die New School for Social Research. Sein aktuelles Forschungsprojekt „Institutions for the Future of Democracy“ widmet sich der wachsenden ökologischen Krise, die eine der drängendsten Herausforderungen für die Demokratie unserer Zeit darstellt. Das Projekt geht von der Annahme aus, dass die aktuellen liberal-demokratischen Institutionen bedingt durch systemische Gründe schlecht auf diese Krise vorbereitet sind. Demnach braucht es für eine angemessene Reaktion auf die ökologische Krise eine strukturelle Veränderung der bestehenden demokratischen Institutionen. Hierbei steht besonders die Frage im Fokus, wie die Interessen künftiger Generationen und der nicht-menschlichen Natur in politischen Institutionen angemessen berücksichtigt werden können.

Selma Kropp hat kürzlich ihre Dissertation am European University Institut in Florenz eingereicht. Die Arbeit trägt den Titel „Children's Rights in Regional Organizations Bureaucratic Agency and Normative Change“. Ihre wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf bürokratisches Handeln in internationalen und regionalen Organisationen, Menschenrechte und Kinderrechte.
Ihr aktuelles Projekt trägt den Titel „Children's Rights in the Context of Migration: Navigating the Regime Complex between Strasbourg, Brussels, and Geneva“. Es untersucht, wie europäische Bürokrat*innen organisatorische Überschneidungen zwischen dem Europarat und der Europäischen Union nutzen, um kontroverse Kinderrechtsthemen auf die europäische Agenda zu setzen. Eines der umstrittensten Themen unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind die Rechte von Kindern in Migrationssituationen. Obwohl internationales und europäisches Recht vorsieht, dass Kindern nur als letztes Mittel die Freiheit entzogen werden sollte, werden Kinder in Europa in migrationsbedingten Kontexten weiterhin inhaftiert. Dies wurde zum Beispiel in der letzten UN Global Study on Children Deprived of Liberty 2019 hervorgehoben. Das Projekt untersucht die Versuche der europäischen Mitgliedsstaaten, sich der öffentlichen Kontrolle zu entziehen, wenn es um Verstöße gegen selbst gesetzte Standards auf internationaler Ebene geht, sowie die Reaktionen europäischer Bürokrat*innen und leistet einen Beitrag zur Regimekomplexitätsforschung und zur kritischen Normenforschung in den Internationalen Beziehungen.