Julia Costet ist Philosophin mit Forschungsschwerpunkten in feministischer Philosophie, poststrukturalistischer Theorie und der Ethik der Alterität. Sie promovierte in Philosophie an der London School of Economics and Political Science (LSE). Ihre Forschung untersucht gelebte Erfahrung, sexualisierte Gewalt, Macht sowie die ethischen und politischen Bedingungen feministischer Solidarität. In ihrer Dissertation entwickelte sie eine Theorie erfahrungsübergreifender Hermeneutik, die untersucht, wie Erfahrungen sexualisierter Gewalt für Gesellschaftskritik und eine von Überlebenden getragene feministische Politik genutzt werden können, ohne Unterschiede zwischen Subjekten zu tilgen. Derzeit forscht sie als Postdoktorandin am Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität Frankfurt. Ihr aktuelles Projekt “Asymmetrically Bound" entwickelt Nichtsubstituierbarkeit als normativen Anker einer antiessentialistischen feministischen Ethik. Ausgehend von Levinas, Derrida und Young entwickelt sie ein hermeneutisches Modell der Solidarität, das asymmetrisch positionierten Subjekten ermöglicht, miteinander in Beziehung zu treten, ohne ihre Unterschiede zu reduzieren oder aufzulösen.
Mark Gorthey beschäftigt sich vor allem mit Themen der Moral- und Politikphilosophie und stützt sich dabei auf Ansätze der Kritischen Theorie und der hermeneutischen Philosophie. Vor kurzem hat er an der Northwestern University in Philosophie promoviert; seine Dissertation trägt den Titel „Finding the Right Words at the Right Moment: On the Hermeneutics of Practical Understanding“. In seinem aktuellen Projekt untersucht er die Rolle interpretativer Praktiken in sozialen und politischen Konflikten sowie die Frage, inwiefern interpretative Rahmenbedingungen den Kampf gegen Ungerechtigkeit entweder fördern oder behindern können. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei Praktiken innerhalb rechtsgerichteter sozialer und politischer Bewegungen, die Forderungen nach Gerechtigkeit in andere normative Register umdeuten.