Aktuelles​

 

Wie wird Dringlichkeit in der Notfallmedizin bearbeitet? Und welche Bewertungen finden dabei statt? Diesen Fragen widmet sich William Frye in seinem Forschungsbericht „Eine Ethnographie in der Notaufnahme: Die notfallmedizinische Sichtung als Praxis der klinischen Bewertung“.

Auf der Grundlage teilnehmender Beobachtungen und Interviews mit Ärzt*innen analysiert Frye, wie die subjektiv empfundene Not von Patient*innen in die administrative Ordnung einer Klinik überführt wird.

Im Zentrum stehen Praktiken der Bewertung während des Triage Prozesses. Bereits bei der Ankunft in der Notaufnahme werden Fälle in verschiedene Dringlichkeitskategorien eingeteilt. Patient*innen in akut lebensbedrohlichen Situationen sollen so identifiziert und einer schnellen Versorgung zugeführt werden. Zum anderen soll die Triage für eine gerechtere Verteilung der zur Verfügung stehenden Ressourcen sorgen und stellt im Rahmen der Notfallmedizin damit einen zentralen Ordnungsmechanismus dar, der den nachfolgenden Behandlungsverlauf mitprägt.

In der Praxis zeigt sich, dass der Bewertungsprozess der Triage maßgeblich von der narrativen Darstellung einer konsistenten Geschichte der Patient*innen abhängt, welche den medizinischen Expert:innen vorgetragen wird. Diese muss gewissen Kriterien – u.a. einem konsistenten Sinnzusammenhang der Beschwerden, die Einhaltung der Reihenfolge gesundheitssystemischer Instanzen und der zeitlichen Aktualität der Beschwerden – erfüllen, um die Aktualität der Not erfolgreich vermitteln zu können, welche dann in die systemische Registratur eines Falls transformiert wird. Gleichzeitig bedeutet die Nichterfüllung dieser Kriterien nicht per se, dass Patient*innen in spe abgelehnt werden. Vielmehr kommt es zu einer situativen Abwägung, welche die aktuelle Ressourcenbelastung, Zustände der Patient*innen und Erfahrungsstände der triagierenden Person berücksichtigt. Begründen lässt sich dies unter anderem mit dem risikoaversen Verhalten der Angestellten in Notaufnahmen und dem hohen personellen und zeitlichen Aufwand, der mit einer Ablehnung einhergehen kann.

Der Beitrag ist hier verfügbar.

 

Tim Seitz ist am 10. Juli 2025 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Rahmen des Kolloquiums "Theoretische Empirie" von Herbert Kalthoff zu Gast. In seinem Vortrag "Theoretische Empirie im Werden. Phonographie, Ideographie, Diagrammatik" beschäftigt er sich mit der forschenden Textproduktion aus einer trans-sequentiellen Perspektive und geht dabei auf das Zusammenspiel von Schreib- und Zeichenpraktiken ein.

 

Aurora A. Sauter hat in Zusammenarbeit mit Lukas Nehlsen den Beitrag "Nur richtig erzählen muss man können? Narrativität und Klimakrise" im Sammelband "Vulnerabilität der Natur" publiziert. Der Sammelband wird von Prof. Dr. Martin Schnell herausgegeben.

Die Publikation können Sie hier finden.

 

In seinem Beitrag „Das Osterfeuer und die Baumfrage. Eine objektethnographische Fallstudie zum Zusammenhang von kulturellem Wandel und Klimawandel“ rekonstruiert Karl Homuth, wie der globale Klimawandel qua Waldsterben und Borkenkäferbefall zur Unverfügbarkeit von Fichten und Störung eines jahrhundertealten Osterfeuerbrauchs führt. Emblematisch wird hierbei „der Baum als Zeichen des Klimawandels“ erkennbar.

Entstanden ist der Text im Rahmen des Forschungspraktikums "Objektethnografien" bei Tim Seitz.

Der Beitrag ist hier verfügbar.

 

25.04.2025 14:15

ZKK-TALKS 2025 mit Tim Seitz

Tim Seitz ist am 06. Mai 2025 an der Universität Zürich im Rahmen der ZKK-TALKS im Gespräch mit Sophia Prinz zu Besuch. Die ZKK-TALKS 2025 werden zum Thema "Lösungen auf der Suche nach Problemen" veranstaltet. 

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.