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Schwerpunkt Methoden der Qualitativen Empirischen Sozialforschung

Aktuelles

RISS_Projektbild

Wir freuen uns bekanntzugeben, dass das Forschungsprojekt Religion zwischen Säkularisierung und Fundamentalismus – Die (Re-)Politisierung von Religion erfolgreich gestartet ist. Das Projekt, welches im April 2026 begonnen hat, ist ein Teilprojekt der zweiten Förderphase der RISS-Forschungsgruppe (Reconfiguration and Internalization of Social Structure) und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für vier Jahre gefördert. Die Forschungsgruppe widmet sich in der zweiten Phase zunehmend den politischen Konsequenzen von unterschiedlichen Formen gesellschaftlichen Wandels.

Im Teilprojekt wird untersucht, inwiefern lokale Religionsgemeinschaften vor Ort auf gesellschaftlichen Wandel reagieren, und welche sozialen und politischen Konsequenzen hieraus folgen. Dabei stehen religiöse Organisationen besonders unter Druck, da Säkularisierung für sie nicht nur eine Krise darstellt, sondern ihre ganze Existenz in Frage stellt. Im Forschungsprojekt untersuchen wir daher vor allem, welche politisierten und innovativen Reaktionen religiöse Organisationen wählen, indem sie sich entweder dem liberal-säkularen Mainstream annähern oder sich diesem Trend aktiv entgegenstellen und konservativ-fundamentalistische Positionen bestärken.

Im Zuge des Projekts wird unter anderem eine nationale Befragung lokaler religiöser Gemeinden durchgeführt. Bei dieser Befragung handelt es sich um die erste, breit angelegte und repräsentative Befragung von Gemeinden, Pfarreien und Kirchengemeinden in Deutschland. Durch diese Befragung wird mithilfe des Projekts ermöglicht, die religiöse Gemeindelandschaft in Deutschland sowie die Wirkung religiöser Akteur*innen auf Politik und Gesellschaft zu erfassen.

Das Forschungsprojekt wird gemeinsam von Prof. Claudius Wagemann und Prof. Sigrid Roßteutscher geleitet. Valeria Rainero, PhD, arbeitet als Postdoktorandin, Jan Langlitz als Doktorand in dem Forschungsprojekt. Als studentische Mitarbeiter*innen unterstützen Ben Holzkamp und Anna Cohen die Arbeit im Projekt.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich hier.

Bender_Fördermittel_KI
Benedikt Bender hat ein Projekt eingeworben, wo es um Fragen von Chancen und Risiken bei der Verwendung von KI in Bezug auf die qualitative Inhaltsanalyse von Textdokumenten geht. Auf der einen Seite eröffnet die KI-Anwendung große Chancen, weil sie zum Beispiel Text-Zusammenfassungen und qualitative Kategorienbildungen auf einer Basis von großen Datenmengen ermöglicht, was vor dem „KI-Boom“ aufgrund von zeitlichen und finanziellen Restriktionen in den meisten Forschungsprojekten so nicht möglich war. Dadurch bilden sich ganz neue Perspektiven heraus, hinsichtlich der Fragen von Robustheit und der Generalisierbarkeit von Ergebnissen in der qualitativen Forschung. Auf der anderen Seite eröffnet die KI-Anwendung allerdings auch Risiken, weil die interpretative Leistung der forschenden Personen nicht dem Chatbot/Sprachmodell überlassen werden darf. Mit diesen Chancen und Risiken wird sich das Projekt bis zum Jahresende intensiv beschäftigen. Ein Schwerpunkt liegt auf praktischen Beispielen in der Lehre, wo mit den Studierenden ein großer Datensatz zusammengestellt und analysiert wird. Zudem werden die Ergebnisse des Codierens vom KI-Modell mit einem händisch-erstellten Codeschema verglichen, diskutiert sowie praktische und theoretische Implikationen dazu gegeben.

Die Fördermittel stammen aus dem Programm: »Hohe Qualität in Studium und Lehre, gute Rahmenbedingungen des Studiums« des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur.

Bei weiteren Fragen zum Projekt wenden Sie sich gerne per Mail an Dr. Benedikt Bender:

b.bender@soz.uni-frankfurt.de


Profilbild Anna Geyer
Profilbild Claudius Wagemann
Profilbild Noah Weber

New INTERFACED Report: Democracy and Science Sceptic Mobilisations in Europe and Beyond

The INTERFACED consortium's Frankfurt team Anna Geyer, Noah Weber and Claudius Wagemann - responsible for Work Package 7 - has submitted its latest report, Deliverable D7.2, providing a comprehensive analysis of mobilisations that challenge liberal democracy and scientific expertise across seven countries (Austria, Denmark, Germany, Italy, Spain, Tunisia, and the United Kingdom) since 2020. This report marks a significant milestone as the INTERFACED project approaches its halfway point.

Key Findings and Focus Areas

The report examines how public health, immigration and multiculturalism, and environmental issues have become central drivers of democracy and science-sceptic mobilisations. It reveals a troubling trend: the increasing appropriation of such movements by far-right actors, posing intensified challenges to liberal-democratic norms and institutions. Furthermore, the COVID-19 pandemic has amplified science-sceptic mobilisation in all studied countries.

Comparative Analysis and Future Directions

By comparing mobilisations across these diverse contexts, the report offers valuable insights into the evolving landscape of political and scientific contestation. It concludes by identifying key areas for future research, setting the stage for more in-depth and comparative analysis of institutional responsiveness to these movements.


About INTERFACED

Launched in January 2025, the INTERFACED project is a collaborative effort to understand and address the “interfacing" between political participants and authority actors. The submission of D7.2 underscores the project's productivity and its commitment to delivering timely, evidence-based research.

Next Steps

Deliverable D7.2 will serve as a foundation for further comparative studies within the INTERFACED consortium, informing both academic discourse and policy responses to the challenges posed by democracy- and science-sceptic movements.

YouReAct_Berlin
An der International Psychoanalytic University Berlin (IPU) fand am 18. und 19. Februar 2026 - also noch mitten im berühmt-berüchtigten Berlinwinter - das zweite YouReACT-Projekttreffen statt. Nach einer kurzen Begrüßung der beiden auswärtigen Forschungsteams aus Innsbruck und Frankfurt ging es dann auch gleich los: Der erste Programmpunkt war die Erhebung eines kurzen Projekt- Zwischenstandes. Dabei wurde unter anderem diskutiert, wie sich die teils sehr unterschiedlichen Beiträge der drei Forschungsteams am besten verknüpfen lassen. Immerhin ist der Ansatz von YouReACT transdisziplinär: Drei Fachrichtungen sollen zusammengeführt werden, um möglichst vielfältige Erkenntnisse über die politische Teilhabe junger Menschen in ländlichen Regionen zu erlangen, nämlich die Sozialpsychologie (Berlin), die Empirische Kulturwissenschaft (Innsbruck) und die Politikwissenschaft (Frankfurt am Main). Nach einer angeregten Debatte über den interdisziplinären Mehrwert des Projekts begaben sich die Projektteilnehmer*innen in eine benachbarte Pizzeria, um den wissenschaftlichen Diskurs bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen zu lassen.
Am darauffolgenden Tag stand einiges auf dem Programm. Zum einen sollte die Debatte vom Vortag noch einmal vertieft werden – dazu präsentierten alle Teams der Reihe nach ausführlich ihre jeweiligen Forschungsansätze, inklusive einiger erster Erkenntnisse. Anschließend erfolgte eine interne Besprechung der projektimmanenten Dissertationsprojekte der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen: Paul Obermeyer wird sich in sozialpsychologisch-psychoanalytischer Perspektive mit der biographischen Aneignung politischer Raumkulturen befassen. Liv Ohlsens Dissertationsprojekt innerhalb der empirischen Kulturwissenschaft trägt den Arbeitstitel Mapping rural Democracies online. Politische Kulturen im digitalen Dorfgeflecht. Bonald Përkola betrachtet in seiner Politikwissenschafts-Promotion die Politographie junger Menschen in ländlichen Räumen in Deutschland, Italien und Albanien. Alle drei Dissertationen leisten damit einen wertvollen Beitrag zum YouReACT-Projekt.
Am zweiten Tag waren neben den Forschungsteams außerdem Vertreter der Partnerorganisationen anwesend: Lutz Gude, hauptamtlicher Bundesgeschäftsführer der JEF Deutschland, und Sandra Schlee, Grundsatzreferentin Jugendpolitik & Bildung der Deutschen Landjugend. Als Expert*innen in ihren jeweiligen Gebieten gewährten sie spannende Einblicke in die praktischen Dimensionen der Jugendarbeit und eröffneten den Forschenden neue Perspektiven für den weiteren Projektverlauf.
bender_wagemann_article_SBR

We ask about the conditions behind the formalisation of state-business relations (SBRs) in Russia's authoritarian regime. We challenge the common argument that informality dominates these relations. Rather, we argue that both state and business actors are motivated for multiple reasons to formalise their cooperation. The result was unexpectedly clear: we found that 59 out of 83 regions feature surprisingly “strong" or “fairly strong" institutionalized SBRs. Therefore, our first conclusion is that there is a confirmed prevalence of agreements between state and business, as well as formalised procedures. It is notable that even many of the clearly closed regional authoritarian regimes in Russia have formalised SBRs.

Nevertheless, the rationale behind strong formalization varies across regions. The question to which we turn then was wich different configurations account for institutionalized SBRs? We apply fuzzy-set qualitative comparative analysis (fs/QCA) to systematically examine SBRs across all federal reagions in Russia. Our fsQCA analysis points out four distinct configurations: (1) Monopolized economy, (2) Hegemonic Authoritarian Politics, (3) Personalist Politics, (4) Competitive Authoritarian Politics. We conlude that institutionalized SBRs are a crucial element of consolidated authoritarian rule, even in highly personalized political systems such as in Russia (for more information about the raw dataset, including all information for the outcome, different conditions, solutions and robustness checks, please see the appendix).

This prompts the question of whether formal state-business arrangements also contribute to the advancement of “better governance." We argue that just the opposite is the case. Our analysis show, formally institutionalized SBRs help to stabilise the “badly designed" informal institutions, from which mainly the autocrat benefits.

Check out the full article here.